Noch keine Entspannung beim Trinkwasser, sogar Autowaschanlage stand still

rnWassermangel

Leichte Entwarnung, aber keine Entspannung, so lässt sich die Wasserlage in Südlohn, Stadtlohn und Vreden zusammenfassen. Wasser gespart hat auch eine Tankstelle.

Südlohn

, 04.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trinkwasser vor Autowaschen – unter diesem Motto hat die Raiffeisen-Tankstelle an der Bahnhofstraße in Südlohn einige Tage ihre Waschanlage außer Betrieb genommen. Ein Beitrag von vielen, die dazu beigetragen haben, dass Thomas Spieß, Geschäftsführer der SVS-Versorgungsbetriebe davon spricht, dass sich die Lage leicht entschärft hat. Gebetsmühlenartig, wie er sagt, wiederholt er aber: „Trinkwasser ist ein Lebensmittel und schützenswert.“

„Die Tagesabgabemengen sind gesunken, aber sie liegen noch deutlich über dem Durchschnitt“, so sagt es Thomas Spieß. Ein Trend sei nicht zu erkennen, dafür variieren die Abgabemengen von Tag zu Tag zu sehr. Wenn er auf die Wetterprognosen schaut, die nur wenig Regen vorhersagen, ruft er weiter dazu auf, kein Wasser zu verschwenden und vor allem die Gärten nicht zu bewässern.

Es nutze auch nichts, so sagt er, zwischendurch zwei-, dreimal zu gießen. „Mein Rasen ist zur Hälfte braun. Das war er auch letztes Jahr und dann wurde er wieder grün und jetzt wieder braun“, so Thomas Spieß.

„Ein Drittel der Fördermenge fehlt“

Und selbst wenn es Niederschlag gebe: Damit sich der Grundwasserspiegel erhole, müsse es ein halbes Jahr regnen. Es gilt weiter: „Ein Drittel der Fördermenge fehlt.“ Auch aus Borken, so Spieß, könne kein zusätzliches Trinkwasser bezogen werden, da die Leitungen bereits ausgelastet sind.

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Es gibt in diesen Tagen etliche Anrufe bei den SVS. Sie erkundigen sich nach dem Wasserverbrauch, fragen nach dem Druck in der Leitung und nach der Tiefe der Brunnen – 60 bis 80 Meter – oder aber berichten, dass auch schon Hausbrunnen trocken liegen. „Die Einsicht ist da“, sagt Thomas Spieß. „Im Zwillbrocker Venn oder bei den Landwirten, man sieht überall die Folgen der Wasserknappheit“. Ein gutes Beispiel ist die Südlohner Raiffeisen-Tankstelle.

Waschanlage dicht gemacht

„Als ich die Nachricht gehört habe, dass das Trinkwasser in Südlohn knapp wird, haben wir reagiert“, sagt Stefan Nießing, Geschäftsführer der Agri V Raiffeisen eG. Die Waschanlage der Tankstelle hat keine Wasseraufbereitungsanlage. „Es war klar, dass wir auch zum Wassersparen beitragen wollten.“

Mit einem Schild wurde Ende vergangener Woche an der Tankstelle auf die Gründe hingewiesen. „Es gab keine negative Resonanz von Kunden“, sagt Stefan Hilfert am Mittwoch vor Ort in Südlohn. Viele Stammkunden lassen hier regelmäßig ihr Auto waschen und zeigten, so Hilfert, viel Verständnis für die Situation.

Am Dienstag hat Stefan Hilfert sich bei den SVS-Versorgungsbetriebe informiert und grünes Licht für die Waschanlage bekommen. Danach hat er die Anlage wieder geöffnet. „Sollte es wieder zu einem Wasserengpass kommen, würden wir die Anlage wieder dicht machen.“

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