Pferdeschutzhof kämpft ums Überleben

Helfer gesucht

Die Existenz des Pferdeschutzhofes in Oeding ist nach wie vor nicht gesichert. Nach einer ersten Welle von großer Hilfsbereitschaft infolge der Berichterstattung in der Weihnachtszeit sieht sich die Betreiberin inzwischen fast völlig auf sich selbst gestellt.

OEDING

, 25.02.2015, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monika Borowski ist sichtlich mitgenommen. Die Ereignisse der vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen: Nach dem Tod ihres Lebensgefährten André Fahrenholz war sie von jetzt auf gleich allein mit der Aufgabe, knapp 30 Pferde nebst einigen Hunden und Katzen auf dem von ihr und Fahrenholz gemeinsam bewirtschafteten Schutzhof zu versorgen.

Ein Hilferuf des im Vorjahr gegründeten Vereins "Endstation Sportgerät Pferd" verschaffte dem Schutzhof zwar Luft, denn nach einem Artikel in der Münsterland Zeitung über die Notsituation gab es viel Hilfe.

Nur noch eine Helferin

Doch inzwischen sieht sich die engagierte Tierschützerin nahezu allein gelassen. Ein Teil der Vereinsmitglieder sei von der Fahne gegangen. An diesem Morgen ist nur Jana Lösing vor Ort, um beim Füttern und Ausmisten zu helfen.

Doch gerade helfende Hände und Geld sind das, was Borowski und ihre Schützlinge am dringendsten brauchen: "Männerhände", wie sie sagt. Denn vor allem die schweren Arbeiten wie das Düngen der Weide, Reparaturen oder Einzäunungen stellen die zierliche Frau vor eine schier unlösbare Aufgabe. Sie selbst lebe seit zwei Wochen von Brot und Margarine, bekennt sie. "Die Tiere gehen vor."

Psychischer Druck

Borowski kann aufgrund der Umstände weder auf eine Witwenrente noch auf Versicherungsleistungen zählen. Sie selbst muss von Hartz IV leben. "Das Schlimmste ist der psychische Druck", sagt sie. Den Tieren könne man ja nicht erklären, was passiert sei.

Drei Pferde habe sie bei Freunden unterbringen können. Doch die anderen müssen weiter versorgt werden. Wurmkuren stünden an, einige müssten noch gechipt werden, weil sonst das Veterinäramt mit Ordnungsstrafen drohe. Kostenpunkt: 80 bis 100 Euro je Tier. Die Kosten für die Wurmkuren belaufen sich etwa auf 200 Euro. Und: "Keiner holt den Mist ab."

Reitkinder bleiben derzeit aus

Auch die winterliche Witterung schafft Probleme. "Wenigstens sind die Tränken nicht eingefroren", seufzt sie. Sonst müsste sie das Wasser für jedes Pferd mit Eimern anschleppen. Aber bei diesem Wetter kämen keine Kinder zur Reitstunde - eine Einnahmequelle, die spürbar fehlt.

Für Stroh und Futter sei vorerst gesorgt, auch die Miete habe sie noch zahlen können, wie das aber im nächsten Monat und danach aussieht, steht in den Sternen. Ihre Hoffnung: "Wenn das Wetter wärmer wird und die Kinder zum Reiten kommen, wird es besser."

Patenschaft gewünscht

Unterdessen hat Jana Lösing "Frosch" aus der Box geholt. Der vierjährige Hengst darf sein Temperament auf der Koppel ausleben. Dass er das kann, scheint ein Wunder, denn er ist behindert: Ein Buckel verhindert, dass er geritten werden kann. Dennoch ist er für sie "ein einzigartiges Tier". Er habe keine Probleme, keine Schmerzen. "Er sieht nur doof aus", lacht Borowski. Wenn es für ihn eine Patenschaft gäbe, "das wäre toll".

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