Pflege und Betreuung sind nicht nur eine Belastung

Serie Helden des Alltags

Allen Menschen aus und in Südlohn und Oeding, die sich der Kranken- und Altenpflege widmen, möchte die Bürgerstiftung Südlohn-Oeding, einen Tag widmen. Nämlich den 15.Oktober, den Tag, an dem sie ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Im Vorfeld stellen wir in einer Serie verschiedene Menschen und Einrichtungen in und aus Südlohn und Oeding vor. Heute geht es unter anderem um die Pflege von Angehörigen zuhause und um die Pflege Demenz erkrankter Menschen.

SÜDLOHN

25.08.2017, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für unsere Serie hat der Vorsitzende der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding, Hubert Epping, zusammen mit Kristin Weßling Menschen und Einrichtungen, die in der Kranken- und Altenpflege tätig sind, besucht. Zum Beispiel  Silvia Jödden und Monika Hageman, die seit zehn Jahren ihre Mutter Maria Hayk pflegen und betreuen. Unterstützung erhalten sie dabei von ihrer Familie, ihrer Tante Regina und dem ambulanten Pflegedienst der Caritas.

Silvia, Monika und Regina stellen ein festes, aufeinander abgestimmtes Konstrukt dar. Jeder Tag ist genaustens geplant und wird abgestimmt. „Mittlerweile muss immer einer vor Ort sein. Spontan mal wegfahren ist nur mit Abstimmung möglich“, schildert Monika Hagemann.

In der Familie leben

Trotz mehrfacher Belastungen, wie die Berufstätigkeit, die Versorgung der eigenen Familie und die heimische Pflege und Betreuung können sich beide Frauen die Betreuung der Eltern in einem Pflegeheim nicht vorstellen. „Die Pflege und Betreuung sind nicht nur Belastung. Zu sehen, dass Mama und Papa sich wohlfühlen und einfach mit und in der Familie leben können, ist uns wichtig“, sagt Silvia Jödden. Die Frauen sind sich einig, dass sie persönlich keine Anerkennung von außen wollen. Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, brauchen allerdings Unterstützung, oder zumindest ein Verständnis für ihre Situation. Aber auch hier sei es leider wie so oft: Erst wenn man selbst betroffen ist, weiß man, was es wirklich bedeutet.

In Praktika die Liebe zum Beruf entdeckt

Tanja Schmitz, examinierte Altenpflegerin, und Karin Wiggering, Krankenpflegerin in der Altenpflege, sind  in Einrichtungen außerhalb von Südlohn und Oeding beschäftigt. Beide sind sich einig: Ohne Praktika hätten sie sich einen Beruf in der Altenpflege nicht vorstellen können. Heute bereuen sie keine Sekunde ihres Berufslebens. Auch die Zufriedenheit und die Freude der Bewohner, wenn Tanja Schmitz oder Karin Wiggering ihre alltäglichen Leistungen erbringen und mit ihnen „ein Prötken halten“ sind Gründe für die positive Einstellung ihrem Beruf gegenüber. „Die Menschen brauchen uns und wissen zu schätzen, was wir leisten. Sie sind jeden Tag dankbar“, schildert Tanja Schmitz.

„Jeder Tag ist neu und anders“

„Jeder Tag ist neu und anders“, hebt Karin Wiggering hervor. Besonders im Umgang mit an Demenz erkrankten Bewohnern gebe es keinerlei Routine, denn diese könnten von einen auf den anderen Tag keine Erinnerungen mehr haben, sodass das Vertrauensverhältnis und das Gefühl von Sicherheit neu aufgebaut werden müssten.

Anerkennung erfahren

Früher ist Karin Wiggering häufiger mit Vorurteilen wie „Ihr habt den ganzen Tag viel Zeit zum Kaffeetrinken und Rauchen“ konfrontiert worden. Heute aber würden ihr und Tanja Schmitz eher Respekt und Anerkennung zugesprochen durch Sätze wie „Ich könnte das nicht, was du machst. Respekt, ihr müsst es mit Herz machen“. Dass der Beruf in der Alten- und Krankenpflege auch Berufung sein muss, finden beide.

Ohne ein Praktikum hätte sie ihre Leidenschaft für einen Beruf in der Altenpflege nicht erkannt, sagt Tanja Schmitz. Beide Frauen wünschen sich, dass mehr Leute den Mut finden, einen Blick in den Pflegedienst zu werfen. Damit mehr Menschen ihre Leidenschaft für die Alten- und Krankenpflege entdecken.

 

Die Bürgerstiftung feiert am Sonntag, 15. Oktober, zehnjähriges Bestehen. Bei einem Festakt will die Bürgerstiftung dann die „Helden des Alltags“ ehren. Das Fest beginnt um 10.30 Uhr in der Festhalle Terhörne. Anmeldungen bei Hubert Epping, Tel. (02862)  41 83 29 11, oder Herbert Lenger, Tel. (02862) 75 28.  Die Veranstaltung ist für Teilnehmer kostenfrei.

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