Projekt mit Pater-Beda-Kreis in Brasilien Udo Lohoff berichtet von „Lichtblick in der Pandemie“

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Der gebürtige Südlohner Udo Lohoff machte sich persönlich in Brasilien ein Bild von der Situation in Zeiten von Krieg, Hunger und Coronapandemie. Der Geschäftsführer unterstützt mit dem Aktionskreis Pater Beda ein Förderprojekt.
Der gebürtige Südlohner Udo Lohoff machte sich persönlich in Brasilien ein Bild von der Situation in Zeiten von Krieg, Hunger und Coronapandemie. Der Geschäftsführer unterstützt mit dem Aktionskreis Pater Beda ein Förderprojekt. © Pater-Beda-Kreis
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Solidarität verbindet: Dies stellen zehn Partnerorganisationen mit einem gemeinsamen Förderprojekt zur Verbesserung von Ernährung und Einkommen tagtäglich in Brasilien unter Beweis. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Aktionskreises Pater Beda in Kooperation mit dem Bundesdeutschen Entwicklungsministerium (BMZ).

Gerade in der aktuellen schwierigen Lage mit den zahlreichen Brennpunkten überall in der Welt mit Krieg, Hunger, Naturkatastrophen sei Solidarität mehr denn je gefragt. Davon überzeugte sich Udo Lohoff, gebürtiger Südlohner und Geschäftsführer des Aktionskreises, nun noch einmal vor Ort. 33 Millionen Menschen litten aktuell Hunger in Brasilien und weitere über 100 Millionen – rund die Hälfte der Bevölkerung – unter Mangelernährung oder Ernährungsunsicherheit. Die aktuelle Regierung im Land verdränge diese Wirklichkeit.

Teilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts von zehn Partnerorganisationen.
Teilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts von zehn Partnerorganisationen. © Pater Beda

Durch die Schaffung von Produktionsmöglichkeiten in agrarökologischen Gärten mit angepassten Technologien und Erstellung von Biogas für den Eigenbedarf, Kunsthandwerk sowie den Aufbau von Vermarktungsstrukturen für regionale und ökologische Produkte werden über 500 Familien im Bundesstaat Paraiba im Nordosten Brasiliens begünstigt. Auf dem ersten Informations- und Austauschseminar des aktuell laufenden Projektes fanden sich viele Lichtblicke. Die 150 Teilnehmenden tauschten sich zum Thema „Stadt-Land-Dialog und Nachhaltigkeit“ aus.

So habe der Kleinbauer José Vieira aus Campina Grande geäußert, dass „gerade in Zeiten der Pandemie uns das Projekt große Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit, besseres Einkommen und schließlich eine bessere Zukunft gebracht hat“. „Silvia Menezes erzählte uns, dass sie ihre Produktion auf den sozialen Kanälen online gestellt hat. Und nach wenigen Stunden habe sie alles verkauft“, berichtet Lohoff. Aus den Einnahmen kaufe sie neue Zutaten und vor allem das Lebensnotwendige für ihre Familie. Das Projekt sei der erste Lichtblick seit dem Beginn der Pandemie.

Spendenkonto eingerichtet

Sowohl die brasilianische Projektkoordination als auch Udo Lohoff zeigten sich mit den Ergebnissen aus dem ersten Projektjahr zufrieden. „Wir hoffen, dass diese Initiativen weiterverbreitet werden, Nachahmung finden und so noch viel mehr Familien zugutekommen. Die persönlichen Aussagen der im Projekt Begünstigten sind zutiefst bewegend und motivieren mich stets aufs Neue, für die Solidarität möglichst vieler Menschen in Brasilien einzustehen“, so Udo Lohoff.

Die brasilianischen Projektkoordinatoren sind voller Hoffnung, dass die Modelle aus dem Projekt auch in Brasilien die Aufmerksamkeit von Politik, Wirtschaft und Bildungsinstitutionen erregen und neue Kooperationen geschlossen werden.

Das Seminar erhielt auch in der lokalen Presse große Aufmerksamkeit, insbesondere durch eine Marktveranstaltung zur Präsentation und zum Verkauf der agrarökologischen Produktion, regionaler kulinarischer Genüsse und verschiedensten Kunsthandwerks. Ein Spendenkonto ist bei der Darlehenskasse Münster eingerichtet (Stichwort: Solidarität 2022).