Projekt „Tonart“ braucht viele Partner

Musikkapelle sucht Mitstreiter

Manfred Wanning und seine Mitstreiter von der Musikkapelle Südlohn sind gespannt: Wie viele Südlohner und Oedinger werden ihre Einladung annehmen, am Sonntagvormittag über das Projekt "Tonart" miteinander ins Gespräch zu kommen? Er hofft auf ein rappelvolles Probenhaus. Denn: "Wir brauchen viele Partner", betont Wanning.

SÜDLOHN

, 02.03.2016, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer voran: Musikkapellen-Vorsitzender Andreas Wanning hier an der Spitze beim Marschieren-Üben bei der Ferienspaßaktion seines Vereins.

Immer voran: Musikkapellen-Vorsitzender Andreas Wanning hier an der Spitze beim Marschieren-Üben bei der Ferienspaßaktion seines Vereins.

Ein Zentrum für Musik, Kunst und Kultur ist das Ziel. Einen Raum mit guter Akustik, der Platz für bis zu 300 Zuschauer bietet, wünscht sich die Musikkapelle. Aber nicht für sich, für die musiktreibenden Vereine der Gemeinde alleine: "Da könnten die Frauengemeinschaften ihre Theatervorstellungen abhalten oder die Kindergärten können für ihre Aufführungen eine richtige Bühne nutzen", zählt der Chef der Musikkapelle nur einige denkbare Beispiele auf.

Alle Vereine angeschrieben 

Die Musikkapelle habe für die Informationsveranstaltung am Sonntag alle Vereine angeschrieben. "Aber auch Einzelpersonen, die sich einbringen möchten, sind eingeladen", betont Wanning. Denn: "Wir können aus Sicht der Musiker sprechen. Andere kennen sich woanders besser aus." Die Initiatoren für das Projekt hoffen auf viele Ideen, "und vielleicht kommen wir ja sogar auf Fragen, die wir uns noch gar nicht gestellt haben", blickt er gespannt auf die Versammlung. Wenn alles läuft wie geplant, könnte am Ende der Versammlung eine Lenkungsgruppe für das Projekt gegründet werden. Die Informationsveranstaltung findet am Sonntag, 6. März, um 11 Uhr im Probenhaus der Musikkapelle am Nording in Südlohn statt.

Im Prinzip wie das alte Haus der Vereine

Seinen Platz finden soll das Gebäude (wie berichtet) auf dem Gelände des ehemaligen Hauses der Vereine. Und im Prinzip soll das geplante Gebäude so funktionieren wie das alte Vereinshaus. "Man merkt erst, dass es fehlt, wenn es nicht mehr da ist", blickt Wanning auf den im vergangenen Jahr abgerissenen Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens mit großem Saal zurück. Gerade im vergangenen Jahr war deutlich geworden, dass so ein Raum fehlt: Musikkapelle und Spielmannszug Oeding wollten gemeinsam ein Konzert ihrer Jugendlichen veranstalten. Das Ende vom Lied war, dass der Spielmannszug allein im Saal des Burghotels Pass in Oeding gespielt hat. Es gab keinen passend großen Raum für beide Kapellen und die Zuhörer. Die Idee für ein neues Gebäude bekam auch dadurch Feuer. "Wir haben den Stein ins Rollen gebracht, es wäre gut, wenn auch andere jetzt mitschieben", wählte Wanning im Gespräch mit der Münsterland Zeitung ein passendes Bild.

Bei der Versammlung am Sonntag will die Musikkapelle so umfassend wie möglich informieren, Ideen und Fragen sammeln. Termindruck für eine Umsetzung hat die Musikkapelle aber nicht: "Da ist die Situation super. Die Kirchengemeinde hat gesagt, sie hält uns das Grundstück frei, sodass wir in Ruhe planen können", sagte Wanning. Auch wenn er, der sich selbst als rastlos bezeichnet, es natürlich lieber hätte, wenn es vorangeht…

Förderprogramm „Bürger machen Stadt“ 

„Bürger machen Stadt“ heißt das Programm des NRW-Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, das bürgerschaftliches Engagement in der Stadterneuerung zur Hälfte finanziell fördert. Das Projekt „Tonart“ würde in das Programm passen. Das beauftragte Büro „Startklar“ habe schon bei der Landesregierung vorgefühlt – „das sieht gut aus“, fasste Manfred Wanning das Ergebnis zusammen. Viel Eigenleistung erbringen wolle die Musikkapelle, kündigte der Vorsitzende an.

Von politischer Seite gab es bereits positive Signale. Für den Anteil von zehn Prozent der Kosten, die bei „Bürger-machen-Stadt-Projekten“ die Kommune tragen soll, gab es allerdings in diesem frühen Stadium der Planung noch keine konkrete Zusage. Den ersten Vorstoß hatte das Projekt genommen, als es für ein anderes städtebauliches Förderprogramm vorgesehen worden war: Für die „Regionale“ hatte die Gemeinde Südlohn die „Tonart“ für das Projekt Berkel-Schlinge angemeldet. Dieses aber hatte im Sommer 2015 nicht den Zuschlag der Landesregierung erhalten.  

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