Radweg gefordert an der L 572

Bauausschuss tagt

Sie ist eine Schlagader des Straßenverkehrs im Grenzgebiet. Tausende von Autos rollen Tag für Tag über die Baumwollstraße. Radfahrer meiden das Stück zwischen Oeding und Burlo lieber. Doch daran soll sich etwas ändern.

OEDING

, 04.04.2017 / Lesedauer: 3 min

Ein Radweg an der Landstraße 572: Alois Kahmen (CDU) machte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses klar, dass die Gemeinde dafür kaum auf das Land warten kann. Sie müsse selbst die Initiative ergreifen. "Der Radwegeplan weist diesen Abschnitt nicht aus", sagte Kahmen.

Der Ratsherr sieht aber eine Chance, mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen Radweg zu schaffen. Nicht neben der jetzt existierenden Fahrbahn - das würde zum einen den Ankauf von Land voraussetzen, zum anderen aufwendige Bauarbeiten. Der Kommunalpolitiker hat die jetzt existierende Fahrbahn selbst im Blick: "Die Straße hat die entsprechende Breite."

Fahrbahn neu aufteilen

Deshalb kommt aus seiner Sicht auch nur eine Lösung in Frage, wenn ein neuer Radweg eine realistische Chance besitzen soll, verwirklicht zu werden. Er sollte innerhalb des bestehenden Baukörpers entstehen. Die Idee klingt im Grunde ganz einfach: Die Fahrbahn könnte neu aufgeteilt werden. Möglich würde das, wenn die Mehrzweckstreifen aufgegeben werden.

Kahmen machte noch einmal deutlich, dass er dringenden Handlungsbedarf sieht. Es gebe einen regen Radverkehr: "Aber die Mehrzweckspur zu befahren oder dort zu laufen, ist äußerst gefährlich." Er sprach sich dafür aus, dass der Bauausschuss dazu einen Beschluss fast und damit ein Signal gibt. Das könnte schon bald Wirkung zeigen.

Verkehrsschau

Gelegenheit dazu besteht bereits am Mittwoch: Es findet in der Gemeinde eine Verkehrsschau statt. Mit von der Partie sind dabei auch Vertreter des Landesstraßenbauamts. Dabei soll auch die Frage des Radwegs an der Baumwollstraße zur Sprache kommen.

Die spannende Frage dabei: Wie könnte eine Aufteilung erfolgen, die den Radfahrern auch das notwendige Gefühl von Sicherheit vermittelt? Auch in diese Diskussion stieg der Bauausschuss ein. Denkbar ist etwa eine bauliche Abtrennung mit einer Leitplanke oder ein kleiner Grünstreifen zwischen Radspur und Hauptfahrbahn - eine Vorgehensweise, die auch Bauamtsleiter Dirk Vahlmann favorisierte.

Kostengünstige Lösung

"In dieser Form ist es ja auch auf dem Abschnitt in Burlo gemacht worden", wies Jörg Battefeld (UWG) auf die Machbarkeit hin. Er befürwortete es, das Thema jetzt bei der Verkehrsschau anzusprechen: "Eine kostengünstige Lösung wäre damit greifbar. Alles andere wäre eine Verzögerung oder würde zu hohen Kosten führen."

Dass jede Lösung auch auf ihre Akzeptanz hin abgeklopft werden sollte, betonte Siegfried Reckers (SPD). Franz-Josef Rickers (Grüne) schloss sich der grundsätzlichen Richtung des Ausschusses an. Auch er wies darauf hin, dass es baulich am Ende auf die sicherste Lösung ankomme: "Ein paar Pöhlkes und ein Streifen, das reicht nicht."

Letzte Entscheidung

Am Ende wird es darauf ankommen, dass die Gemeinde gute Überzeugungsarbeit leistet bei demjenigen, der die Verantwortung für die Straße trägt. Darauf wies Dirk Vahlmann: "Die letzte Entscheidung liegt beim Straßenbaulastträger."

Und das ist das Land beziehungsweise der Landesbetrieb Straßen.NRW. An diesen ist nun der Antrag gerichtet, den der Ausschuss am Ende einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen hat.

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