Randale an Rasthütten ärgert Heimatverein

Chaos statt Idylle

Die Sonne scheint. Rauf aufs Rad und los geht's. Mit dem Fahrrad zu einer der vielen Rast- und Schutzhütten in Südlohn und Oeding. Wo einst gemütlich eine Pause eingelegt werden konnte, wird es immer ungemütlicher: Statt ruhiger Idylle begrüßt die Besucher immer öfter ein wüstes Chaos. Besonders die Schlingehütte ist betroffen.

OEDING

von Von Amira Rajab

, 15.04.2015, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum eine andere Gemeinde im Münsterland verfügt über so viele attraktive Rast- und Schutzhütten wie die Doppelgemeinde Südlohn-Oeding. 13 sind es an der Zahl. Eine aber fällt dabei immer mehr ins Blickfeld: Die Schlingehütte. Schon immer war sie eine der beliebtesten unter den Hütten: Nah an der Schlinge gelegen und mit Zugang zur Schüringsbrücke, bietet sie ein optimales Ausflugs- oder Etappenziel für Spaziergänger und Radfahrer

Die Ruhe und Beschaulichkeit von einst aber ist schon lange nur noch mit Mühen aufrecht zu erhalten: "Fast jeden Tag muss der Platz mittlerweile gereinigt werden", sagt Manfred Harmeling, Vorsitzender des Heimatvereins Oeding.

Kaputte Glasflaschen

Der Platz werde mutwillige verschmutzt. Nicht nur, dass der Müll nicht mehr bis zum Behälter getragen werde, sondern viel mehr auch die mutwillige Zerstörung mache der Gemeinde Sorgen, betont Ludger Butenweg von der Gemeinde Südlohn auf Anfrage der Münsterland Zeitung. "Besonders kaputte Glasflaschen sind ein großes Problem", sagt Butenweg. Sie zerstören Radreifen und stellen besonders für Hunde eine ungemeine Gefahr dar: "Glasscherben können schnell von Hunden verschluckt werden." Schwerwiegende Folgen seien dann nicht mehr auszuschließen.

Den Heimatverein beunruhigt genauso die mutwilligen Zerstörungen an "seiner" Schlingehütte selbst. "Vor kurzem wurde sogar der gesamte Mülleimer aus der Verankerung gelöst", sagt Manfred Harmeling. Wie die Täter das geschafft hätten, sei ihm schleierhaft. "Da ist mutwillige Zerstörungslust und -gewalt eingesetzt worden. So einfach lässt sich der Behälter schließlich nicht loslösen".

Häufungen an Schlingehütte

Im letzten halben Jahr hätten sich die Vorkommnisse an der Schlingehütte gehäuft. Besonders an Ferien- und Wochenendtagen sei auch die Schlingehütte ein beliebtes Ziel. "Mehr Besucher machen dann natürlich auch mehr Dreck", so Harmeling. Da kämen dazu noch Campingurlauber aus dem Nachbarland und machten die Instandhaltung schwierig. "Flaschen ohne Pfand müssen nicht mehr weggebracht werden", vermutet Manfred Harmeling.

Selbst ein Versuch, die Reinigungswerkzeuge an der Hütte zu lassen, um den Helfern ein wenig Arbeit zu ersparen, habe nicht funktioniert. "Da wurden unsere Besen dann in die Schlinge geworfen oder einfach mutwillig zerstört", erzählt Harmeling. Nun werden Besen und Co mit zum Tatort gebracht, um die Hütte für andere Ausflügler noch attraktiv zu halten.

Aufruf an Bürger

Bisher finde eine regelmäßige Reinigung der Hütte statt, sodass die Besucher die Vermüllung nicht immer auf den ersten Blick mitbekommen würden. Da aber auch vor dauerhaften Beschädigung kein Halt gemacht werde, könnten nicht alle Spuren verwischt werden: "Die Wände werden immer öfter auch mit Stiften beschmiert, die kaum zu entfernen sind", sagt Harmeling.

"Wir würden uns freuen, wenn die Bürger die Rasthütten mit Bedacht behandeln", betont Harmeling. Genauso häufig komme es schließlich auch vor, dass die Hütten sauber und ordentlich hinterlassen würden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt