Rat sind Pläne für Flüchtlingunterkunft im Eschke viel zu teuer

Alternativen gefragt

Noch ist nicht sicher, dass die Gemeinde, wie von der Verwaltung geplant, im Neubaugebiet Eschke ein Vierfamilienhaus zur Unterbringung von Flüchtlingen errichten wird.

SÜDLOHN

, 17.02.2016, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rat sind Pläne für Flüchtlingunterkunft im Eschke viel zu teuer

Erst im September 2015 fand im Eschke der Straßen-Endausbau statt.

Von 18 bis 21.30 Uhr mussten die Anwohner aus des der Nachbarschaft Eschke in der jüngsten Ratssitzung warten. Dann endlich, nach einem Vortrag über den Landschaftsplanentwurf, Bebauungsplanänderungen und nach der Etatverabschiedung mitsamt Haushaltsreden, rief Bürgermeister Christian Vedder den Tagesordnungspunkt auf, der die Bewohner des Neubaugebietes in Südlohn besonders interessierte: Den Bau eines Vierfamilienhauses als Flüchtlingsunterkunft in ihrem Wohngebiet.

Das lange Warten der Büger wurde nicht wirklich belohnt. Der Rat sprach sich zwar nicht für den Bau des Hauses im sozialen Wohnungsbau aus, eine Standortdiskussion führten die Kommunalpolitiker jedoch auch nicht.

Baukosten zu hoch

Vielmehr ist den Politikern das von der Verwaltung vorgestellte Konzept zur Bebauung einfach zu teuer. "Die finanziellen Eckwerte sind schwer verdaulich", fand CDU-Fraktionschef Hermann Josef Frieling, der auch die Initiative der Nachbarschaft ansprach. Für Frieling sind Kosten, Ausführung, Größe und Standort der geplanten Flüchtlingsunterkunft noch weiter zu erörtern. Daher war die Verwaltungsvorlage für ihn "nicht beschlussfähig". Gleichwohl sprach er sich dafür aus, an der bisherigen Praxis der dezentralen Unterbringung festzuhalten. Aber: "Andere Kommunen arbeiten da anders und wir sollten uns Alternativen überlegen."

Ein paar Anregungen hatten die Anlieger der Nachbarschaft Eschke in einem Brief an Rat und Verwaltung bereits gemacht. Darin hatten sie nicht nur ihre Sorgen geäußert, was die Platzierung einer Flüchtlingsunterkunft im Bereich eines sozialen Treffpunktes, dem Spielplatz des Neubaugebietes, angeht. Die Anlieger schlagen die Errichtung eines Ein- bis Zweifamilienhauses vor. Das sei sozialverträglich in Bezug auf ihr Wohngebiet und fördere gleichzeitig die Integration.

Über Alternativen nachdenken

"Wir können natürlich auch eine reine Flüchtlingsunterkunft planen", wies Südlohns Bürgermeister darauf hin, dass der soziale Wohnungsbau dagegen "sehr gut gefördert" werde, auch wenn gesetzliche Vorgaben zu erfüllen seien. Bei einer reinen Flüchtlingsunterkunft sei "Nachhaltigkeit nicht in dem Maße möglich" wie bei der jetzigen Planung.

Barbara Seidensticker-Beining (SPD) forderte die Verwaltung auf, über alternative Bauweisen nachzudenken und Kosten dafür aufzuzeigen. Dem schloss sich Alois Kahmen (CDU) an. In dem geplanten Haus könnten 14 bis 15 Menschen untergebracht werden. Andere Kommunen würden zum gleichen Preis die doppelte Anzahl von Menschen unterbringen. Er rief dazu auf, auch andere Standorte zu untersuchen.

Eichendorffstraße

Wilhelm Hövel (CDU) erinnerte an die Blockhäuser, die vor etwa 20 Jahren an der Eichendorffstraße standen und in denen Asylbewerber untergebracht waren. "Die Anschlüsse sind sicher noch da", fand Hövel, auch über diesen Standort nachzudenken. "Teurere Unterkünfte haben wir noch nie gehabt", schilderte Kämmerer Martin Wilmers, dass die Gebäude schon nach ein paar Jahren nicht mehr zu bewohnen waren.

Auch Jörg Schlechter (FDP) war "der Preis im Verhältnis zu den Unterkunftsplätzen zu hoch". Er unterstrich aber mit Blick auf den Brief der Anlieger: "Es wird nicht klappen, auf all diese Ängste Rücksicht zu nehmen". Ingo Plewa (CDU) unterstrich für seine Fraktion erneut, dass sich die Verwaltung über Alternativen und günstigeres Bauen Gedanken machen soll. Er schlug vor, die Abstimmung zu verschieben. So kam es dann auch.

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