Regenwasser von den Flächen des Industriegebiets fließt in die Schlinge

rnSchlinge in Oeding

Es können im Industriegebiet Pingelerhook auch Flüssigkeiten in Gullys, von dort in den Regenwasserkanal und von dort in die Schlinge fließen, die dort nicht hingehören. Das soll sich ändern.

Südlohn

, 10.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schlinge in Oeding war in den vergangenen Monaten gebeutelt. Die Trockenheit, ein geplatztes Spülwasserrohr bei Bewital und dann eine noch unbekannte, fettige Substanz, die zuletzt auf ihr schwamm. Für die Angler stellte Mike Valtwies die Frage, warum ein Industriegebiet per direktem Abflussrohr in einen naturnahen Bach/Fluss entwässert wird.

Aus diesem Rohr fließt Wasser aus dem Industrie- und Gewerbegebiet – dabei handelt es sich um das gesammelte Regenwasser. Fehleinleitungen oder Unfälle können Grund dafür sein, dass über die Regenwasserkanäle verschmutztes Wasser in die Schlinge gerät.

Aus diesem Rohr fließt Wasser aus dem Industrie- und Gewerbegebiet – dabei handelt es sich um das gesammelte Regenwasser. Fehleinleitungen oder Unfälle können Grund dafür sein, dass über die Regenwasserkanäle verschmutztes Wasser in die Schlinge gerät. © privat

Es verhält sich aber nun nicht so, dass die Abwässer, die in den Betrieben anfallen, über das Rohr in die Schlinge geleitet werden, wie Bauamtsleiter Dirk Vahlmann im Gespräch mit der Redaktion betont. Die Schmutzwässer würden entweder in die Kläranlage der Gemeinde geleitet oder aber abgefahren – je nach Einleitergenehmigung, die der Kreis Borken als zuständige Behörde erteile und überwache.

Regenwasser von den Flächen des Industriegebiets fließt in die Schlinge

Vielmehr fließt durch ein Rohr Wasser in die Schlinge, das als Regenwasser auf die Flächen der Unternehmen und die Straßen des Industriegebiets gefallen ist und das im Regenwasserkanalsystem gesammelt wird. Es geht also um das sogenannte „Oberflächenwasser“, das dort wie auch in jedem Wohngebiet gesammelt und abgeleitet wird.

Hier ist die Ölsperre zu sehen, die die Feuerwehr beim jüngsten "Störfall" auf der Schlinge in Höhe der Johanneskirche gebaut hatte.

Hier ist die Ölsperre zu sehen, die die Feuerwehr beim jüngsten "Störfall" auf der Schlinge in Höhe der Johanneskirche gebaut hatte. © privat

Dass also nun über den Einleiter – das Rohr – die noch unbekannte Substanz in die Schlinge gelangen konnte, könne nur durch eine Fehleinleitung in den Regenwasserkanal über die Gullys in den Straßen erfolgt sein, so Dirk Vahlmann. „Rein theoretisch kann es auch hineingekippt worden sein, aber davon gehe ich nicht aus“, sagt der Bauamtsleiter. Er halte eine versehentliche Einleitung eher für wahrscheinlich.

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„Wir müssen die Ursachen noch erforschen“, so Vahlmann weiter. Am Tag, an dem die Verschmutzung aufgefallen war, seien gleich Mitarbeiter des Gemeinde-Klärwerks im Industrie- und Gewerbegebiet Pingelerhook unterwegs gewesen und hätten nachgeschaut. Über eine „Vernebelung“ der Kanäle könne herausgefunden werden, ob irgendwo Fehlanschlüsse vorliegen. „Oder auch mit einer Kamerabefahrung.“

Regen soll in Klär- und Rückhaltebecken gesammelt werden

Nun sei aber im Abwasserbeseitigungskonzept der Gemeinde eine Optimierung der Lage vorgesehen: Das Industriegebiet soll 2023 ein Regenklär- und Rückhaltebecken erhalten. Wenn dann eine fremde Substanz in die Regenwasserkanäle gelangt, wird diese künftig erst ins Regenklärbecken geleitet – und nicht mehr in die Schlinge.

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Von dort würde die Substanz dann auch entfernt, das Regenwasser würde über das Rückhaltebecken gedrosselt in die Schlinge geleitet, erläutert Dirk Valhlmann. Er sieht damit „eine deutliche Verbesserung, auch für den Fall von Starkregen“.

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