Reit- und Fahrverein führt therapeutische Arbeit fort

Einfach weitergemacht

16 Monate ist es her, dass das therapeutische Reiten in Südlohn im Fokus stand. Reibereien zwischen Reitverein, Förderverein und Caritas waren damals zwar medienwirksam – aber nicht konstruktiv. Abseits der breiten Öffentlichkeit konzentrierte sich der RFV Südlohn-Oeding daher auf das Wesentliche: dass die Therapie mit dem Pferd auch weiterhin möglich ist.

SÜDLOHN

von Steffen Maas

, 27.08.2016, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Loisa Gellrich und das Pferd Bellini gesellen sich zum Foto mit Jürgen Petershagen und Yvonne Brüninghoff aus dem Vorstand. Insgesamt ist man im Verein auf einer Linie: Die „engagierten Mitglieder“ unterstützten die Anstrengungen im Bereich therapeutisches Reiten.

Loisa Gellrich und das Pferd Bellini gesellen sich zum Foto mit Jürgen Petershagen und Yvonne Brüninghoff aus dem Vorstand. Insgesamt ist man im Verein auf einer Linie: Die „engagierten Mitglieder“ unterstützten die Anstrengungen im Bereich therapeutisches Reiten.

„Wenn sich jemand meldet, werden wir kurzfristig eine Lösung anbieten“, versprach Jürgen Petershagen im März 2015, als die Zukunft des therapeutischen Reitens in Südlohn am seidenen Faden hing. Damit unterstrich der Vorsitzende den Willen, das Projekt fortzuführen – doch die Annäherung vom Förderverein blieb aus. Jetzt, im August 2016, wird Therapiebedürftigen auf dem Gelände am Pingelerhook 26 immer noch geholfen. „Wir versuchen, diese Reittherapien im Rahmen unserer Ressourcen – Pferde, Ausbilder, Geld – weiter anzubieten“, erklärt Petershagen unisono mit Vorstands-Kollegin Yvonne Brüninghoff. Still und heimlich haben Vorstand und Mitglieder einen eigenen, „ganz pragmatischen Ansatz“ für die Problematik entwickelt.

Nur bestimmte Bereiche

Das heißt im Klartext: „Wir bieten bestimmte Bereiche des therapeutischen Reitens und der Hippotherapie an“, erklärt Petershagen. „Die ganze Bandbreite können wir nie und nimmer abdecken.“ Also: „Was wir nicht bedienen können, das geben wir weiter“, so Brüninghoff. Weiter etwa an Therapeuten, die zwar die richtige Ausbildung und das passende Pferd haben, denen aber die Reithalle fehlt. Oder an Kooperationspartner.

So wie den Verein Fortuna aus Stadtlohn, der sich in der Johannes-Reithalle ein Reittherapiezentrum aufgebaut hat. „Die arbeiten sehr professionell“, weiß Jürgen Petershagen, „kämpfen aber leider etwas mit Unterauslastung.“ Und bevor man gegenseitig in Konkurrenz trete, habe man sich auf eine Zusammenarbeit verständigt. „Es gibt ja unterschiedliche Behinderungsgrade“, erklärt Yvonne Brüninghoff. „Ein Patient könnte einen epileptischen Anfall auf dem Pferd bekommen, dafür müssen sowohl Tier als auch Therapeut ausgebildet sein. Das können wir nicht“, gibt sie ein konkretes Beispiel.

Heilpädagogisches Reiten

Beim RFV konzentriert man sich eher auf heilpädagogisches Reiten und Bewegungstherapie. Andererseits fehle es dem Stadtlohner Verein Fortuna gelegentlich an Kapazitäten, an Raum und Ruhe, die für deren Arbeit unabdingbar ist. „Ziel ist es, insbesondere diese Synergieeffekte zu nutzen“, sagt Petershagen, der aufgrund der Querverbindungen nicht beziffern kann, wie viele Menschen das Angebot in Anspruch nehmen.

Mehr Initiative dürfen, wenn es nach Yvonne Brüninghoff geht, auch ruhig freie Therapeuten zeigen: „Wir haben ja alles hier und Luft bei der Hallenbelegung ist immer noch reichlich“, bemerkt sie. Von Geld will das Vorstands-Duo in diesem Zusammenhang gar nichts wissen: „Ach, das wollen wir doch gar nicht, wir haben keine Gewinnerzielungsabsicht“, macht Petershagen klar. „Wir bieten das an, weil wir uns der Gesellschaft verpflichtet fühlen.“ 

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