Rückgang landwirtschaftlicher Flächen hält sich in Grenzen

Landfraß gebremst

Die Statistik bestätigt den allgemeinen Eindruck: Die Landwirtschaftsfläche verringerte sich in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von 2006 bis 2016 um 3,6 Prozent, was 608 Quadratkilometern entspricht. Im Gebiet der Gemeinde Südlohn aber schreitet diese Entwicklung langsamer voran.

SÜDLOHN

, 14.07.2016, 18:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rückgang landwirtschaftlicher Flächen hält sich in Grenzen

Wo im Oedinger Norden noch Mais wächst, sollen bald auch Flächen für Gewerbebetriebe geschaffen werden.

Nach dem aktuellen Zahlenwerk des Landesbetriebs IT NRW verringerte sich die Fläche im Kreisgebiet parallel zum Land in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich um 42,07 Quadratkilometer und 4,3 Prozent. Damit nimmt der Kreis landesweit eine Spitzenposition ein.

Relativ gut steht in dieser Statistik die Gemeinde Südlohn da. Deren landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich im Vergleichszeitraum "nur" um 1,7 Prozent auf gut 31 Quadratkilometer. Damit weist die Doppelgemeinde den geringsten Rückgang im Kreis Borken aus - sämtliche Städte und Gemeinden haben nämlich an Landwirtschaftfläche verloren. Die Versiegelung von Flächen schreitet folglich voran - auch wenn der Prozess nach und nach verlangsamt wurde. Aktuell werden 68,1 Prozent der Gesamtfläche von 45,6 Quadratkilometern als Acker- oder Weideland genutzt - damit liegt Südlohn ebenfalls über dem Kreisschnitt von 65,5 Prozent und deutlich über dem Wert für das Land (48,3 Prozent).

"Stabile Verhältnisse"

Die konstanten Zahlen decken sich auch mit den Erfahrungen der beiden Ortslandwirte. Heinrich Upgang Sicking (Oeding) berichtet von "stabilen Verhältnissen". Gravierende Einschnitte seien vorerst nicht zu erwarten. Dennoch sei die Situation unbefriedigend, erklärt Kollege Claus Robers (Südlohn): "Jeder Jahr fällt auch uns Land weg. Bei allem Verständnis für die Schaffung von Bau- und Gewerbeland sowie Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen muss man auch die Lage der Landwirte bedenken."

Pachtflächen seien heute "knapp und teuer", gerade für kleinere Landwirte werde es immer schwieriger, an gutes Land zu kommen. Als Gründe für die relativ geringe Abnahme nennt er eine verhältnismäßig geringe Zunahme an Gewerbeflächen in jüngerer Vergangenheit - auch der Stillstand im Baugebiet Burloer Straße West in Oeding könne ein Aspekt sein, so Upgang Sicking. Gemeinsam wünschte man sich ein Umdenken und mehr Verständnis für die Anliegen der Landwirte. Beispielsweise im Rahmen einer sinnvolleren Planung von Ausgleichsmaßnahmen.

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