Schnelles Netz und eine lange Leitung

Vorbereitungen für Netzausbau

Rot-weiße Baken versperren den Weg. Und das nicht nur an einer Stelle im Gemeindegebiet. Fußgänger müssen derzeit an vielen Stellen in beiden Ortsteilen herunter vom Bürgersteig und auf die Straße.

SÜDLOHN

, 17.05.2017, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Überall die Löcher, und es tut sich nichts", hatte Hans Jansen aus Oeding am vergangenen Sonntag beim Leserfrühstück der Münsterland Zeitung die Mitarbeiter der Redaktion informiert. Wir haben uns daraufhin an die Recherche gemacht. Die kleinen Baustellen selbst geben keine Auskunft. Klar ist nur: Sie müssen im Zusammenhang stehen mit dem Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde.

SVS noch in der "Bündelungsphase"

Ohne Baustellenschild gilt es als erstes, die Frage nach dem Verantwortlichen zu klären. Theoretisch kommen fürs Buddeln in Sachen Breitband in Südlohn und Oeding zwei Kandidaten in Fragen. Da sind zum einen als örtlicher Akteur die SVS-Versorgungsbetriebe. Sie wollen in der Region in Zusammenarbeit mit Firmen wie Epcan und Telkodata das schnelle Netz voranbringen. Anruf bei Thomas Spieß, Geschäftsführer der SVS. Er winkt ab: "Wir haben gerade keine Baustellen in Südlohn. Wir sind noch in der Bündelungsphase!"

Nachfragebündelung bedeutet: Wo in bestimmten Gebieten das Interesse bei mehr als der Hälfte der Haushalte vorhanden, kann die SVS loslegen. Und in Südlohn haben die Bürger im Nachfragegebiet Scharperloh grünes Licht gegeben, wie die Telkodata in Stadtlohn bestätigt: 61 Prozent haben sich in den Nachbarschaften Scharperloh 1 bis 2 und Achternhook für Glasfaser entscheiden.

"Vorbereitungen für den Ausbau des Nahbereichs"

Aber was hat es nun mit den vielen kleinen Baustellen in der Gemeinde auf sich? Wir wenden uns an die Telekom. Sie hatte im März angekündigt, in Sachen Vectoring-Ausbau in der Gemeinde aktiv werden zu wollen - gemeint ist damit die Aufrüstung des bestehenden Netzes. Doch so einfach macht der "rosa Riese" uns die Nachfrage nicht. Ein Anruf bei der Pressestelle geht zunächst buchstäblich ins Leere, und so wenden wir uns schriftlich mit unseren Fragen an die Telekom: "Können Sie uns eine Rückmeldung zum Stand der Arbeiten geben und sagen, ob es da vor Ort eventuell Engpässe, Verzögerungen oder ähnliche Probleme beim Ausbau gibt?"

Die Antwort erreicht unsere Redaktion einen Tag später - ebenfalls schriftlich und erst nach diesmal erfolgreichem telefonischen Nachhaken. Pressesprecher Andre Hoffmann schreibt: "Es werden dort lediglich Vorbereitungen für den Ausbau des Nahbereichs durchgeführt. Sobald es weitere Informationen gibt, werden wir Sie darüber informieren."Leider kein Wort zu Engpässen, Verzögerungen oder Problemen.

Gestern Abend, in der Sitzung des Gemeinderates, hatte die Verwaltung dann Antworten: Die Kabelverlegung soll laut Telekom in dieser Woche abgeschlossen werden. Bis zum Monatsende, so die Auskunft der Telekom an die Verwaltung, sollen die Baugruben wieder geschlossen sein.

 

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