Schutzhofbetreiberin kämpft gegen Tierhalteverbot

Berufung eingelegt

Das Urteil wird sie tief getroffen haben, aber sie kämpft: Monika Borowski hat gegen das vom Amtsgericht Borken verhängte Tierhalteverbot Berufung eingelegt. Knapp 20 Pferde leben noch auf dem von ihr betriebenen Schutzhof im Oedinger Feld.

OEDING

, 28.09.2015, 18:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gerade noch rechtzeitig hat Monika Borowski über ihren Anwalt Berufung gegen das am vergangenen Montag ergangene Urteil eingelegt. Inzwischen sei dies auch "durch anwaltliche Vertretung" geschehen, wie Richter Dr. Marc Büning vom Amtsgericht Borken gestern auf Anfrage bestätigte.

Allerdings werde mit der Berufung nicht das Urteil selbst, sondern die so genannte Rechtsfolge angegriffen. Mit anderen Worten: Borowski akzeptiert das verhängte Bußgeld, wehrt sich aber gegen das gleichzeitig verhängte Tierhalteverbot.

Tierärztin sagt aus

Hintergrund: Im November 2014 hatte das Kreisveterinäramt ein Pferd vom Schutzhof geholt, nachdem es aus Sicht der Mediziner nicht angemessen versorgt worden war. Das Tier hatte eine zwei Wochen alte Entzündung am Hinterbein und sei durch Unterernährung und Verhaltensstörungen aufgefallen.

Die zuständige Tierärztin des Veterinäramtes hatte vor Gericht ausgesagt, das betreffende Pferd sei andernorts untergekommen und heute wieder wohlauf. Den Zustand der Stallungen in Oeding beschrieb sie so: "Die Boxen waren nass und wurden nicht gereinigt." Die Pferde hätten zudem kaum Auslauf auf der Weide bekommen.

Keine andere Lösung

Der Richter blieb in seinem Urteil unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß, sah aber nach eigenem Bekunden "keine andere Lösung als ein Tierhalteverbot." Wird das Urteil rechtskräftig, darf Borowski zwei Jahre lang keine Pferde halten. Damit stünde der Schutzhof vor dem Aus.

Mit dem Revisionsverfahren bleibt ihr zunächst eine Gnadenfrist. Noch in dieser Woche werde das Urteil ausformuliert, erklärte Richter Büning gegenüber der Münsterland Zeitung. "Dann wird in vier bis sechs Monaten das Landgericht Münster entscheiden müssen." Die Verhandlung werde aber wohl vor dessen auswärtiger Strafkammer in Bocholt erfolgen.

Stellungnahme angekündigt

Eine Stellungnahme von Borowskis Anwalt war bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen. Zur Verhandlung am vergangenen Montag war Borowski ohne Anwalt erschienen. Das Kreisveterinäramt hat für heute eine Stellungnahme angekündigt.

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