Singen mit der Pingsterbrut

Nachbarschaftliche Tradition

Jedes Jahr zu Pfingsten stellt sich die Frage nach der neuen Pingsterbrut. Die neunjährige Carolin Schmittmann hat nicht lange gezögert und das Amt in diesem Jahr übernommen. Am Sonntag zog sie mit ihrem Pingstermann Lukas Benning und anderen Kindern durch die Nachbarschaft, um das Pingsterlied zu singen.

Südlohn

von Alina te Vrugt

, 07.06.2017 / Lesedauer: 2 min

Seit dem Kindergarten nimmt Carolin Schmittmann jedes Jahr am Rundgang durch die Nachbarschaft im Mühlenkamp West teil. "Ich freue mich schon sehr darauf, gleich das Lied zu singen", sagte die Neunjährige. Auch ihr Vater Ulrich Schmittmann kennt den Brauch noch aus seiner Kindheit. Er erinnert sich an schöne Nachmittage: "Früher im Osten der Nachbarschaft hat das Ganze sogar zwei Tage lang gedauert. Es war immer aufregend, wenn alle Kinder aus der Nachbarschaft zusammenkamen."

33 Kinder unterwegs

Zwei Tage sind die Kinder mittlerweile nicht mehr unterwegs, aber einen ganzen Nachmittag füllte diese Tradition trotzdem aus. Die 33 Kinder der Nachbarschaft zogen mit Bollerwagen und geschmücktem Spalierbogen durch die Straßen und klingelten an den Türen, um das Pingsterlied zu singen: "Pingsterbrut, du leue Brut, hättst du eher upstaohn, hättst du met vöranne gaohn."

Toben im Garten

Nachdem die Kinder die Häuser der Nachbarschaft abgeklappert hatten, ließen sie den Nachmittag gemeinsam ausklingen. Um die Verpflegung kümmerten sich die Eltern. In der Garage der Schmittmanns gab es Kuchen und Getränke für alle. Anschließend tobten die Kinder noch gemeinsam durch den Garten. "Das macht echt Spaß, sonst haben ja nie alle Zeit, wenn man mal Fußball spielen will", sagte der elfjährige Lukas Schulte.

Auch für Pingstermann Lukas Benning war es ein besonderer Tag. "Es macht besonders viel Spaß, sich so schick anzuziehen", sagte der Achtjährige und fuhr im schwarzen Anzug auf dem Kettcar durch den Garten der Schmittmanns. Viele der Kinder kenne er aus dem Kindergarten oder Schule, andere treffe er nur dieses eine Mal im Jahr. Auch sein Vater kennt diesen Brauch von früher. "Das Lied bekomme ich allerdings nicht mehr auf die Kette, das ist schon zu lange her", meinte Thomas Benning.

 

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