Sirenen haben den Test bestanden

Probelauf der Feuerwehr

Als am Samstagvormittag die Sirenen in Südlohn und Oeding aufheulten, handelte es sich nicht um ein Feuer oder einen Notfall. Die Feuerwehr testete, wie zuvor angekündigt, die neuen Sirenen. Und ein Ton war für die Ohren der Südlohner und Oedinger neu: Der Warnton für die Bevölkerung. Dieser wurde wieder in die Alarmierung aufgenommen.

SÜDLOHN/OEDING

von von Laura Schlusemann

, 07.08.2016, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 11.30 Uhr war die Sirene in Südlohn zu hören, als der Test dort beendet war ging es 15 Minuten später in Oeding weiter. Beide waren erfolgreich. Der erste Ton war ein einminütiger Feueralarm, der ein Dauerton mit zweimaliger Unterbrechung ist. Dieser ertönt nur dann, wenn der Löschzug aus Südlohn und der Löschzug aus Oeding alarmiert werden. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine sehr große Anzahl an Personen gefährdet ist. Wenn nur einer der beiden Löschzüge gebraucht wird, werden die Feuerwehrmänner über ihren Pieper zum Einsatz gerufen.

Neu: Warnung der Bevölkerung

Der Feueralarm, erklärte Feuerwehrchef Udo Bußkamp am Samstag, sei nur ein Hinweis für die Feuerwehr und nicht für die Bevölkerung relevant. Für diese gibt es die „Warnung der Bevölkerung“. Dieser Ton wurde auch am Samstag getestet. Vier Minuten, nachdem der Feueralarm verklungen war, ertönte dieser ebenfalls einminütige Ton. Der Unterschied: Die Warnung der Bevölkerung ist ein immer auf- und abschwellender Heulton. Nach wieder rum vier Minuten Pause gab es die Entwarnung. Dieser Ton ist ohne Unterbrechung. Der letzte Ton, der am Samstag erklang, war ein sechs Sekunden langer Probealarm. Dieser wird benötigt, falls Reparaturen an der Sirene vorgenommen werden. So könne die Feuerwehr die Sirene testen, ohne dass die Einwohner denken, dass etwas passiert ist, erläuterte Udo Bußkamp.

Neue Sirene ist elektronisch

Die neue Sirene ist elektronisch. Der Warnton wird elektronisch erzeugt, wobei ein großer Verstärker den Ton auf die Lautsprecher gibt. In der alten Sirene drehte sich noch ein Motor, wobei ein Schaufelrad einen Luftstrom und somit einen Ton erzeugt hat, so der Leiter der Feuerwehr. Für die neue Sirene sei weniger elektrische Energie nötig und könne auch im Stromausfall benutzt werden: „Die Sirene funktioniert auch bei schweren Unwettern wie zum Beispiel einem Schneechaos oder schweren Gewittern, falls der Strom ausfällt.“ Was sich mit der neuen Sirene geändert hat, ist, dass es keine manuelle Handauslösung mehr gibt. „In Borken an der Kreisstelle wird der Alarm für Südlohn und Oeding ausgelöst,“ stellt Bußkamp klar.

Es gibt auch einen Entwarnton

Der Ton „Warnung der Bevölkerung“ ist ein Sonderfall. Dieser wird von übergeordneten Stellen wie die Bezirksregierung oder den Krisenstab ausgerufen, zum Beispiel bei einem schweren Unwetter. „Die Bevölkerung soll dadurch aufgeweckt werden“, sagte Udo Bußkamp. Das Land NRW arbeite an einem Konzept, wie die Bevölkerung erfahren könne was los ist, wenn der Warnton ertönt. Die Einwohner könnten zum Beispiel das Radio einschalten oder auf ihren Smartphones bei Apps wie „Katwarn“ nachschauen. Denn: Über die Sirene kann keine Sprachdurchsage gemacht werden. „Die Sirene soll die Bevölkerung alarmieren, sich der Neuen Medien zu bedienen“, so Bußkamp. Wenn die Gefahr vor rüber ist gibt es den Entwarnton, „damit alle wieder beruhigt ins Haus gehen können.“  

  • Die Sirenen befinden sich in Südlohn auf dem Feuerwehrhaus und in Oeding auf der Grundschule.
  • Um zu testen, wie laut und gut die Sirene zu hören ist, verteilte die Feuerwehr am Samstag die Kameraden an verschiedene Stellen in der Gemeinde.
  • Bei geschlossenem Fenster und lauter Musik kann die Sirene nicht unbedingt gehört werden, dazu ist sie nicht konzipiert. So könnten zwar nicht 100 Prozent der Bevölkerung erreicht werden, aber immerhin schon viele Menschen die sich gegenseitig informieren, erklärte Udo Bußkamp.
  • Da es in jüngster Zeit große Brände in NRW gab, hat das Land das Thema Warnsirenen wieder ins Programm genommen.
  • Das Wetter spielt eine Rolle: Nebel dämpft den Ton, Wind trägt ihn in eine Richtung. 
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