Sollen Hunde aus dem Tierheim von der Hundesteuer befreit werden?

rnDiskussion im Rat

60 Euro Steuern kostet es in Südlohn, einen Hund zu halten. Das könnte sich bald ändern. Die Idee ist, Hunde aus dem Tierheim von der Steuer zu befreien. Doch das gefällt nicht jedem.

Südlohn

, 14.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Hundesteuer und Hundehaltung beschäftigt die Politik im Ort weiter. Nachdem der Antrag der Südlohnerin Brigitte Krüchting auf Abschaffung der Hundesteuer im Januar vom Haupt- und Finanzausschuss abgelehnt wurde, versuchte es der fraktionslose Ratsherr Maik van de Sand im vergangenen Rat erneut.

Seine Idee: Hundebesitzer, die ein Tier aus dem Tierheim aufgenommen haben, sollen zumindest für eine Zeit von der Hundesteuer befreit werden.

Alois Kahmen spricht von immer größerer Hundepopulation

Gegenwind kam von der CDU: „Die Idee verträgt sich gleich mit einigen Punkten nicht“, machte Alois Kahmen (CDU) deutlich. Der Hundebestand habe sich in der Gemeinde in den vergangenen Jahren „leider Gottes“ stetig erhöht. „Gerade auch, was Zweit- oder Dritthunde angeht“, führte er aus. Gleichzeitig würden sich immer weniger Hundehalter um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmern.

Jetzt lesen

„Man kann in den öffentlichen Bereichen der Gemeinde dem Hundekot kaum noch entgehen“, klagte er. Die Hundesteuer sei ja vor allem dazu gedacht, die Zahl der Hunde in der Gemeinde zu begrenzen.

Kaum ein Hund wandert von Südlohn aus ins Tierheim

Gegen den „Rabatt“ in Richtung Tierheim sprach aus seiner Sicht noch ein anderer Grund: „Wir geben kaum Hunde ins Tierheim“, erklärte er. Das bestätigte Lüke, Leiter des gemeindlichen Ordnungsamtes nickend. Daher könne die Gemeinde in diese Richtung auch keine Erleichterung versprechen.

Jörg Schlechter (FDP) hielt das für überzogen. „Die steigende Zahl der Hunde in der Gemeinde ist sicherlich auch durch die größere Bevölkerung zu erklären“, sagte er. Schließlich sei die in den vergangenen Jahren auch deutlich angewachsen. Er glaube nicht, dass die Gemeinde mit Hunden überschwemmt würde, falls es nun eine Steuererleichterung für Tiere aus dem Tierheim gebe. Viel mehr würde das den Tierschutz fördern.

Wie schlimm ist das Problem mit dem Hundekot wirklich?

Außerdem halte er es für völlig übertrieben, dass Spaziergänger bei jedem zweiten Schritt in Hundekot treten würden. Da wiederum schaltete sich Rita Penno (SPD) ein. Gerade in Oeding gebe es etliche Orte, an denen sich das Problem mit dem Hundekot im wahrsten Sinne des Wortes „häufe“.

So ging die Diskussion hin und her. Schließlich war es Frank Engbers (CDU), der es mit einem Schlusswort versuchte: „Wir müssen die Hundesteuersatzung ja insgesamt mal wieder aktualisieren“, erklärte er. Das führe aber an diesem Abend – auch mit Blick auf Tagesordnung und die fortgeschrittene Uhrzeit – zu weit.

Dem stimmte Maik van de Sand zu. Er wünschte sich allerdings ein passendes Signal aus dem Rat. „Die Formalitäten müssen ja auch geklärt werden“, sagte er.

Thema Hundesteuer schafft es erneut auf die Tagesordnung

Das sollen sie: Das Thema soll in der nächsten Ratssitzung noch einmal besprochen werden. Dazu will Kämmerin Birgit Küpers dann eine entsprechende Vorlage vorbereiten. Bis dahin sollen auch noch eine ganze Reihe offener Fragen geklärt werden: Beispielsweise welche Steuer solche Hundehalter zahlen müssten, die einen Hund aus dem Tierheim als zweiten Hund halten.

Zur Erinnerung: Laut der aktuellsten Zählung aus dem Jahr 2019 leben in Südlohn und Oeding aktuell 1033 Hunde, für die Hundesteuern gezahlt werden. 144 Hundehalter sind von der Steuer befreit, etwa weil es sich dabei um Dienst- oder Gebrauchshunde, Blindenführhunde oder die Tiere von Hundezüchtern handelt. Außerdem werden in der Gemeinde 17 Jagdhunde gehalten. Rund ein Viertel der Tiere wird zu zweit oder dritt gehalten.

Die Hundesteuer liegt in Südlohn aktuell bei 60 Euro für den ersten Hund. Bei zwei Hunden werden je Tier 86 Euro fällig. Bei drei Hunden erhöht sich die Hundesteuer auf 106 Euro pro Tier.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt