Spedition Hoeper kommt trotz Schwierigkeiten gut durch die Coronakrise

rnSchwieriger Frachtmarkt

Die Coronakrise ist auch im Speditionsgeschäft angekommen. Waren Frachtmengen erst noch stabil, ist der Markt inzwischen gekippt. In Oeding sieht Michael Hoeper aber trotzdem Chancen.

Südlohn

, 30.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die schlimme Phase für die Fernfahrer ist in der Coronakrise erst einmal geschafft. Toiletten und Duschen an den Rasthöfen sind wieder geöffnet. Doch das heißt nicht, dass der Frachtverkehr insgesamt sich schon wieder normalisiert hat.

Michael Hoeper, Geschäftsführer der Spedition Hoeper in Oeding, blickt zurück: Bis in den April lag die Auslastung bei 100 Prozent. Das Transportvolumen war sehr stabil. Inzwischen jedoch sei das Geschäft enorm erschwert: „Anschluss- oder Rückladungen zu bekommen, ist extrem kompliziert geworden“, sagt Michael Hoeper.

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Mark Paehler, ebenfalls in der Geschäftsführung der Spedition Hoeper, liefert die passenden Zahlen. „Es ist einfach zu wenig Fracht für zu viele Fahrzeuge auf dem Markt. Teilweise waren während der Corona-Krise 75 Prozent der Lkw aber nur 15 Prozent der Ladung verfügbar.“ Das drücke natürlich auf die Preise. Und dann komme es eben auch einmal vor, dass ein Fahrzeug leer wieder von einer Tour zurückkomme, um die nächste Ladung aufzunehmen. Das bessere sich nur langsam. „Im Moment ist der Speditionsmarkt praktisch tot“, sagt Michael Hoeper.

Kurzarbeit oder Kündigungen sind kein Thema

Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft. „Was Fahrzeuge und Personalstärke angeht, sind wir auf dem gleichen Level wie vor der Krise“, erklärt er. Das solle auch so bleiben. Von Kurzarbeit oder gar Kündigungen könne gar keine Rede sein. Gerade hat er neues Geschäft abgeschlossen: Zum 1. Oktober hat die Spedition einen neuen Auftraggeber aus dem Lebensmittelgeschäft. Mehr will er noch nicht verraten. Nur so viel: „Wirtschaftlich und vom Volumen ist das sehr interessant“, sagt er. Möglich ist, dass dann sogar noch zusätzliche Fahrer eingestellt werden.

An dieser Stelle trotzt der Krise sogar noch einen positiven Aspekt ab: „Bis März war es praktisch unmöglich, an neue Fahrer zu kommen“, sagt Michael Hoeper. Das habe sich nun gedreht, weil eben andere Speditionen Personal abbauen würden. „Wir sind vom Kundenstamm so breit gefächert, dass das bei uns kein Thema ist“, erklärt er.

Auch der Standort der Spedition in Oeding steht nicht in Frage. Im Gegenteil: Er wird eher noch weiter ausgebaut.

Kooperationen sollen Standort in Oeding absichern

So wurde gerade die Kooperation mit einer anderen Spedition verstärkt: An Driveserv Transports hält Michael Hoeper seit langem eine Beteiligung von 50 Prozent. Bisher waren die Fahrzeuge jedoch in Ahaus stationiert. Die anderen 50 Prozent hat zum 1. April Mark Paehler übernommen. Er war zuvor schon bei der Spedition Hoeper beschäftigt. Auch diese Fahrzeuge werden nun in Oeding stationiert – und ergänzen das Angebot der Spedition: Die Megatrailer haben eine Ladehöhe von drei Metern. Außerdem führen sie eigene Gabelstapler mit. „Damit können wir beispielsweise Material an Baustellen selbst abladen und sind nicht auf andere Stapler angewiesen“, erklärt Mark Paehler. Auch für den Getränketransport seien die großen Auflieger gut geeignet.

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Und noch eine enge Kooperation hat sich ergeben. In der neu gebauten Halle der Spedition Hoeper am Woorteweg ist das Unternehmen Euram eingezogen. Das Unternehmen hat sich auf die Wartung und Instandsetzung von Transportkühlanlagen spezialisiert. „So haben wir eine Werkstatt, für die Kühlaggregate unserer Auflieger direkt vor der Tür“, erklärt Michael Hoeper.

Insgesamt 29 Fahrzeuge und 55 Mitarbeiter

Die Spedition Hoeper verfügt aktuell über 22 Fahrzeuge und beschäftigt 45 Mitarbeiter. Noch einmal sieben Lastwagen und zehn Mitarbeiter kommen am Standort in Oeding durch Driveserv Transports dazu.

„Wir hoffen natürlich, dass wir uns nach der Krise einmal kräftig schütteln und es dann direkt weiter geht“, sagt Michael Hoeper. „Ohne den hohen Einsatz der Mitarbeiter läuft natürlich gar nichts“, lobt er.

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