In den Herbstferien soll der Spielplatz an der St.-Vitus-Grundschule umgebaut werden, damit wieder mehr Platz zum Spielen da ist. Dann können auch die Bauzäune verschwinden.

Südlohn

, 30.09.2018, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Südlohner Grundschulkinder am Freitagmittag nach den Bundesjugendspielen zurück zur Schule kommen, sind sie müde und ausgepowert. Am liebsten wollen sie nur noch nach Hause. An Rennen oder Toben denkt von ihnen gerade keiner. Das ist sonst in den Schulpausen natürlich anders. Doch zum Toben gibt es im Moment extrem wenig Platz auf dem Schulhof.

Links stehen wegen des Teilneubaus die Containerklassen und Bauzäune, rechts sind seit Wochen große Teile des Spielplatzes eingezäunt. „Das ist total doof“, sagt Malte. Der Neunjährige geht in die vierte Klasse der St. Vitusgrundschule und wünscht sich mehr Platz. „Wir können überhaupt nicht mehr richtig spielen“, sagt er. Auch Stiene (9) kann sich noch gut daran erinnern, dass sie früher mehr Platz hatten. „Da hinten waren Trampoline und Sprungkisten und den 800-Meter-Lauf konnten wir auch hier machen“, sagt die Viertklässlerin.

Eltern engagieren sich

Britta Lukas (34) ist die Mutter von Malte und Mitglied der Klassenpflegschaft. „Die Kinder brauchen dringend mehr Platz“, sagt sie, als sie mit anderen Eltern auf die Kinder wartet. Sie müssen wieder toben und rennen können. „Allein wenn jetzt demnächst die Temperaturen weiter fallen“, sagt sie.

Spielplatz an der St.-Vitus-Grundschule wird in den Herbstferien umgebaut

Britta Lukas (34) und ihr neunjähriger Sohn Malte hoffen, dass der Spielplatz bald wieder frei ist. © Stephan Teine

Die gute Nachricht: In den Herbstferien soll der Spielplatz soweit abgebrochen und zurückgebaut werden, dass die Bauzäune entfernt werden können und die Kinder wieder mehr Platz zum Spielen haben. Eine Lösung, die am Freitag bei den Kindern der St. Vitusgrundschule und ihren Eltern gut ankam.

Im Bauausschuss am vergangenen Mittwochabend hatten sich die Südlohner Politiker ein Bild von der Lage vor Ort verschafft. Bauamtsleiter Dirk Vahlmann hatte da erklärt, wo das Problem liegt: eine geänderte Norm. Weil verschiedene Abstände und Maße darin verändert wurden, hat der rund 20 Jahre alte Spielplatz die letzte Prüfung nicht mehr bestanden. Der Spielplatz musste abgesperrt und zum Teil abgebaut werden. „Wir planen einen Neubau in den nächsten Sommerferien“, hatte er den Politikern erklärt.

Auch Schulleiterin Friederike Voß hatte gegenüber der Politik von großen Problemen im Schulalltag durch die Zäune gesprochen. Sei es durch die mangelnden Spielmöglichkeiten oder die schwierige Aufsicht. „Es ist dadurch schon vermehrt zu Streit unter den Kindern gekommen“, sagte sie. Die seien ganz einfach nicht ausgelastet. Vor allem die Engstelle zwischen Containern und Spielplatz-Bauzaun bereitet ihr Kopfzerbrechen.

Kein Übergang möglich

„Die nächsten Sommerferien sind viel zu spät“, war deren einhellige Meinung. „Wir können die Kinder doch nicht fast ein Jahr auf so wenig Platz spielen lassen“, sagte Siegfried Reckers (SPD). Absolut schlecht und blöd gelaufen sei das. Ob es für eine geänderte Norm nicht Übergangsfristen gebe oder ob man den Spielplatz nicht trotzdem bis zum Umbau einfach freigeben könne, wollte er noch wissen. Schließlich sei ja in der Vergangenheit dort auch nichts passiert. „Wenn Sie als Bauausschuss das entscheiden und dafür die Verantwortung übernehmen, ist das kein Problem“, entgegnete Vahlmann. Das wollte der Ausschuss natürlich nicht.

Am Ende stand ein Kompromiss: Die Planungen für den neuen Spielplatz sollen noch in diesem Jahr beginnen und der Bau in den nächsten Sommerferien umgesetzt werden. In den kommenden Herbstferien werden das eingezäunte Klettergerüst abgebaut, die Natursteine entfernt und der Hügel eingeebnet und mit neuem Mulch abgedeckt. Dann ist zumindest diese Fläche wieder frei.

Bessere Kommunikation

Eins war dem Ausschussvorsitzenden Wilhelm Hövel (CDU) noch wichtig: „Die Kommunikation in der Sache war nicht gut. Die Spielgeräte waren ja nicht plötzlich gefährlich oder kaputt. Die Din-Norm hat sich ganz einfach geändert. Das hätte man so sagen müssen“, erklärte er in Richtung Verwaltung. Auch den Beschlussvorschlag ließ er anpassen. Auch darin hatte zunächst nur etwas von Sicherheitsmängeln auf dem Spielplatz gestanden. „Finde ich gut“, räumte Bürgermeister Christian Vedder ein.

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