Sportlicher Senior erringt 30 goldene Sportabzeichen

Ewald Gretza

30 Goldene Sportabzeichen in 30 Jahren. Seit 1984 steht der Termin für diesen Fitness-Orden fest im Kalender von Ewald Gretza. Am 22. Mai feiert der Rentner aus Oeding seinen 77. Geburtstag - fünf Mal will er sich die Urkunde aber noch verdienen.

OEDING

, 20.05.2015, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sportlich war Ewald Gretza dabei schon immer: Egal ob Langstreckenlauf, Judo, Tennis, Bergwandern oder Skifahren. So hat er etwa während seiner Zeit bei der Bundeswehr um 1960 erfolgreich geboxt. "Zum Sportabzeichen kam ich aber wie die Jungfrau zum Kinde", erinnert er sich. "Mein älterer Sohn musste das Abzeichen für die Schule machen. Und da haben wir zusammen trainiert."

Denn der Rest seiner Familie ist alles andere als sportlich: Weder Frau Heidelinde noch die beiden Söhne haben sich je darum gerissen, ebenfalls einer Sportart nachzugehen. Ganz im Gegenteil: "Als die Kinder noch klein waren, ich glaube drei und fünf Jahre alt, kam ich einmal vom Laufen nach Hause. Der eine sagte: ‚Guck mal, wie Papa schwitzt.' Der andere erwiderte: ‚Und da kriegt er nicht mal was für.' Daran kann ich mich noch gut erinnern", so der Rentner.

Großes Staunen

Daher auch das gemeinsame Training für das Sportabzeichen. Es galt 1000 Meter unter fünf Minuten zu laufen. Was der Sohnemann vorher nicht schaffte, gelang gemeinsam mit dem Papa plötzlich. Gretza: "Da war das Staunen groß." Er selber machte dann gleich alle Disziplinen mit - und schien Gefallen daran zu finden. Es folgten 29 weitere erfolgreiche Teilnahmen, die jeweils zu goldenen Urkunden führten.

Dabei wählt er jedes Jahr andere Disziplinen: Turnen, Leichtathletik, Seilspringen oder Kugelstoßen stehen etwa zur Auswahl. "Nur Schwimmen war nie mein Ding. Früher bin ich nur für das Abzeichen ins Wasser gesprungen. Neuerdings gehe ich aber einmal in der Woche schwimmen", sagt Ewald Gretza.

Joggen und Gartenarbeit

Auch darüber hinaus hält er sich fit - geht etwa regelmäßig Joggen und arbeitet viel im Garten. "Aber vor allem durch unseren Hund ist Ewald immer auf Achse", erzählt seine Frau Heidelinde. "Das erste Mal geht er mit dem Hund um fünf Uhr in der Früh - und das jeden Morgen."

Es folgt eine ausgedehnte Radtour um 9.30 Uhr und ein weiterer Fußmarsch mit dem Labrador-Schäferhund-Mischling gegen 17.30 Uhr. Denn: "Wir beide brauchen die Bewegung", sagt er - heute als Beschäftigung und früher als Ausgleich. "Ich war Zollbeamter. Das war ein reiner Schreibtischjob. Damals wurde man ja sogar für das Training feigestellt."

Begeisterung nicht geteilt

Dass die Familie seine Begeisterung nie teilen konnte, stört ihn mittlerweile nicht mehr. Früher habe er aber immer versucht, seinen Söhnen den Sport schmackhaft zu machen: "Der Ältere war mein erstes Opfer. Wir hatten die Abmachung, dass er für ein halbes Jahr Tennis ausprobiert.

Mit Ablauf der Zeit flog der Schläger jedoch in die Ecke. Ähnlich lief es beim Fußball." Auch eine Anekdote mit dem Jüngsten wird er wohl nie vergessen: Er sollte sich eine Sportart aussuchen und seine Wahl bringt Ewald Gretza heute noch zum Lachen: "Er wollte angeln." Mehr sportliches Potenzial scheinen hingegen die Enkel zu besitzen: Der Opa sollte am Sandsack schon einige Boxtricks zeigen. "Das konnte er noch gut", so Heidelinde.

Und auch darüber hinaus erreicht der bald 77-Jährige noch einiges: Etwa den 3000 Meterlauf unter 20 Minuten - und das sichtlich stolz: "Die 35 will ich schon noch voll machen, mir also noch fünf weitere Sportabzeichen verdienen."

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