Südlohn liefert den Namen

Borghorster Frottierweberei

Der Werksverkauf der Borghorster Frottierweberei an der Eschstraße bleibt auch nach der Insolvenz weiter geöffnet. Vorerst bis zum Ende des Jahres. Von den acht Mitarbeitern mussten zwei zu Beginn des Monats gehen. Zwei Vollzeit- und vier Teilzeitkräfte bleiben. In Borghorst selbst geht es mit einer stark verkleinerten Mannschaft weiter – jetzt unter dem Namen Südlohner Frottierweberei.

SÜDLOHN

, 04.08.2017, 19:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Südlohner Frottierweberei hat es Entlassungen gegeben.

Bei der Südlohner Frottierweberei hat es Entlassungen gegeben.

Die Kündigungen, so Geschäftsführer Olaf Huge gestern auf Anfrage, gingen an zwei Mitarbeiterinnen, von denen eine einen 450-Euro-Job hat, die andere einen Vertrag bis zum Jahresende hatte. Grund ist die Insolvenz, die das Unternehmen im Mai anmelden musste.

"Einzige Chance"

Derweil hat sich in Borghorst die Lage etwas entspannt. Nachdem sich keine Interessenten für die Frottierweberei gefunden haben, hat die Südlohner Frottierweberei am 1. August das Unternehmen übernommen. Die GmbH, die ebenfalls ihren Sitz an der Eschstraße hat, ist eine reine Importgesellschaft ohne Beschäftigte und war von der Insolvenz des Borghorster Unternehmens nicht betroffen. Es war die einzige Chance auf einen Fortbestand. „Sonst hätten wir allen zum 1. August kündigen müssen“, so Huge. Die Südlohner Frottierweberei hat damit auch alle Aufträge übernommen. „Das operative Geschäft geht weiter,“ sagt Huge und ergänzt: „Für die Kunden ändert sich außer dem Namen nichts“.

40 Mitarbeitern gekündigt

In Borghorst erhielten im Zuge der Insolvenz 40 Mitarbeiter die Kündigung. 14 sind noch von der Insolvenzverwaltung für Lagertätigkeiten angestellt. Zehn wurden von der Südlohner Frottierweberei übernommen. Der Arbeitsplatz bleibt in Borghorst. „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, dass es weiter geht“, so Huge. Die bisherigen Umsätze können allerdings noch nicht wieder erreicht werden. Die neue GmbH konnte zwar schuldenfrei an den Start gehen, hat aber nicht die Vermögenswerte. „Wir leben aus dem Tagesgeschäft“, erläutert Olaf Huge, „die Erlöse setzen wir um, um neue Ware zu kaufen.“ Mittelfristig ist das Ziel, möglichst viele der gekündigten Mitarbeiter zurückzuholen.

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Gründe für die Insolvenz

Währenddessen wird die Borghorster Frottierweberei abgewickelt. Huge rechnet mit einem Zeitraum von drei Jahren. Als Grund für die Insolvenz hatte Olaf Huge im Mai von „außenbestimmten Faktoren“ gesprochen. Importe aus Fernost wurden wegen des veränderten Dollar-Kurses teurer, in China wurden wegen des Smogs Fabriken geschlossen, eine Reederei ging in Konkurs und dann brannte auch noch ein Containerschiff aus – so hatte er es berichtet. Konventionalstrafen im sechsstelligen Bereich wegen nicht eingehaltener Lieferfristen seien die Folge gewesen.

Online-Handel

Die Auftragsbücher seien dagegen „realativ voll“ gewesen, hatte Seniorchef Horst Huge im Mai erläutert. Die Borghorster Frottierweberei hat in den letzten Jahren verstärkt auf den Online-Handel gesetzt und darin jährlich zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. „Das alles waren unvorhersehbare Ereignisse, die nicht in unseren Händen lagen“, sagte damals Olaf Huge sive Huwe, der zusammen mit seiner Familie in letzter Zeit rund 1,5 Millionen Euro in das Unternehmen investiert hatte.

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