Südlohn und Oeding feiern wieder Messen – trotz Coronavirus

rnÖffentliche Messen

Das Coronavirus zwingt die Gemeinde St. Vitus und St. Jakobus weiter zu großem Abstand. Doch wenigstens dürfen wieder öffentliche Messen gefeiert werden. Es gibt aber Einschränkungen.

Südlohn

, 30.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fast acht Wochen lang war es ungewohnt still in den Kirchen in Südlohn und Oeding. Das Coronavirus hat auch die Menschen der Kirchengemeinde St. Vitus und St. Jakobus zu mehr Abstand als gewöhnlich gezwungen. Öffentliche Messen durften nicht stattfinden. Diese Zeit ist nun erst einmal vorbei.

Am kommenden Freitag, 1. Mai, sollen in beiden Kirchen die ersten Messen seit Wochen gefeiert werden. Natürlich mit gehörigem Abstand: 1,5 Meter müssen Gläubige zwischen sich freihalten.

Markierungen weisen auf die Sitzplätze hin

Kleine gelbe Markierungen auf den Kniebänken zeigen in der St. Vituskirche, wo man in den Bänken Platz nehmen darf. Küsterin Christina Hayk hat sie angebracht – und mit dem Zollstock ganz genau nachgemessen. 1,5 Meter Abstand in jede Richtung. Nur Ehepaare und Familien dürfen in den Bänken zusammen sitzen. In der St. Jakobuskirche in Oeding müssen die Markierungen in diesen Tagen noch angebracht werden.

Pastor Stefan Scho (l.) und Pater Raju Peter können ab 1. Mai wieder öffentliche Messen feiern. Die Sitzplätze in den Kirchenbänken sind mit gelben Klebestreifen markiert.

Pastor Stefan Scho (l.) und Pater Raju Peter können ab 1. Mai wieder öffentliche Messen feiern. Die Sitzplätze in den Kirchenbänken sind mit gelben Klebestreifen markiert. © Stephan Teine

Pastor Stefan Scho ist froh, dass überhaupt wieder Messen stattfinden können. Die Vorgaben dafür kamen als Anweisung vom Bistum Münster und wurden direkt umgesetzt. „Die Kirchen waren ja die ganze Zeit über offen“, sagt er. Dennoch: Der Gemeinde fehle einfach der regelmäßige Treffpunkt.

Sitzplätze reichen für übliche Messe

128 Sitzplätze gibt es nun in der Südlohner Kirche. „Wir werden sehen, ob wir damit auskommen oder ob wir erweitern müssen“, sagt er. Platz wäre noch. Beispielsweise entlang der Mauern oder oben auf der Orgelbühne. „Wichtig ist ja erstmal, dass wir überhaupt wieder feiern können“, sagt er.

ZEITEN DER GOTTESDIENSTE

  • Freitag, 1. Mai: in beiden Kirchen St. Vitus, Südlohn, und St. Jakobus, Oeding, 9 Uhr, heilige Messen
  • Samstag, 2. Mai: 17 Uhr St. Vitus, Südlohn; 18.30 Uhr St. Jakobus, Oeding
  • Sonntag, 3. Mai: 9 Uhr St. Vitus, Südlohn, 10.30 Uhr St. Jakobus, Oeding, 18 Uhr Maiandacht, St. Vitus, Südlohn
Ab 4. Mai finden die Gottesdienste wieder wie gewohnt statt:
  • Montag, 9 Uhr St. Vitus
  • Dienstag 9 Uhr St. Jakobus, 19 Uhr St. Vitus
  • Mittwoch, 9 Uhr St. Vitus,
  • Donnerstag, 9 Uhr St. Vitus, 19 Uhr St. Jakobus

Die Zahl der Sitzplätze würde aber für eine normale Messe am Wochenende ausreichen. Aber auch da will er nicht vorgreifen. „Wir haben die Erfahrungen ja noch nicht. Das wird sich zeigen“, sagt er. Ein Ordnungsdienst soll jedenfalls dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden. Gesichtsmasken seien nicht vorgeschrieben, würden aber empfohlen, ergänzt der Pastor.

Auch in den vergangenen Wochen hätten viele Menschen die Stille der Kirchen gesucht. „Menschen waren eigentlich immer hier“, sagt auch Pater Raju Peter. Im kleinen Kreis hatten die Geistlichen morgens Messen gefeiert.

Mundkommunion wird nicht verteilt

Für die anstehenden Gottesdienste gibt es weitere Regeln. Die Mundkommunion etwa wird nicht möglich sein. Das betreffe zwar nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen, erklärt Stefan Scho. Dennoch werde es für sie eine Umstellung sein. „Aber das geht im Moment eben einfach nicht anders“, erklärt er.

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Auch für die „normale“ Kommunion gibt es klare Vorgaben: Vor dem Altar wurden Markierungen angebracht. „Die Kommunion gibt es momentan nur mit lang ausgestrecktem Arm“, sagt Stefan Scho und deutet auf die schwarz-gelben Klebebänder auf dem Boden.

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Coronavirus: Pastor Stefan Scho lädt wieder zu Messen ein

Auch sollen die Menschen wenn möglich ein eigenes Gotteslob mitbringen. Die Bücher der Gemeinde sollen zwar regelmäßig desinfiziert werden, besser sei es aber natürlich, die eigenen Bücher zu benutzen.

Die Türen sollen nach Möglichkeit nur wenige Gläubige anfassen. Sie werden deswegen zu Beginn und Ende der Messen weit aufgesperrt. Auch soll an den Ein- und Ausgängen der Kirche Desinfektionsmittel aufgestellt werden.

Gremien der Gemeinde tagen noch nicht wieder

Wann und wo die Gremien der Gemeinde, etwa der Pfarreirat oder der Kirchenvorstand, wieder zusammen kommen, ist derweil noch offen. „Das müssen wir noch abwarten“, erklärt Stefan Scho. Entscheidungen würden momentan falls möglich verschoben. Dringende Dinge werden bis dahin telefonisch besprochen. „Das läuft im Moment eben auch alles auf Sparflamme“, sagt er weiter.

Telefonisch hatten die Geistlichen während der vergangenen Wochen auch den Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde gehalten. „Normalerweise besuchen wir ja die Menschen, wenn sie Geburtstag haben“, sagt Raju Peter. Auch darüber hätten sie sich aber sehr gefreut.

Von den Besuchen bei einem Trauerfall ließ sich Pastor Stefan Scho aber auch durch das Coronavirus nicht abbringen. „Da habe ich dann eben mit Abstand und Mundschutz bei den Menschen gesessen“, erklärt er.

Feste sind erst einmal auf den Herbst verschoben

Auch die Messen zu einem Begräbnis sind ab 1. Mai – unter den beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen – wieder möglich. Wann Erstkommunion oder Firmung nachgeholt werden, steht noch nicht fest. „Wir haben sie erst einmal auf den Herbst verschoben“, erklärt Stefan Scho.

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