SVS-Versorgungsbetriebe rufen weiter zum Wassersparen auf und hoffen auf Verständnis

rnWasserknappheit

Die große Hitze ist seit ein paar Tagen vorbei. Es hat sogar etwas geregnet. Doch die SVS-Versorgungsbetriebe mahnen weiter zum Wassersparen. Fragen und Antworten zum Thema.

Südlohn

, 10.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

? Warum wird nicht einfach mehr Wasser gefördert?

Es gibt eine Begrenzung bei den Förderrechten, die den SVS-Versorgungsbetrieben vorschreibt, wieviel Wasser gefördert werden darf. Weil es auch im vergangenen Jahr zu wenig geregnet hat, ist die Fördermenge auf 270 Kubikmeter pro Stunde begrenzt. Normal sind 400 Kubikmeter in der Stunde. Laut SVS sind die Brunnen im Maximalbetrieb.

? ...oder zugekauft?

Es ist technisch nicht möglich, noch mehr Wasser aus Borken zu beziehen.

? Warum wird schon so früh im Sommer zum Wassersparen aufgerufen?

An normalen Tagen werden bei der SVS rund 7800 Kubikmeter Wasser abgegeben. An den enorm heißen Tagen im Juni war diese Menge sprunghaft auf bis zu 12.350 Kubikmeter gestiegen. Vor allem zwischen 5 und 7 Uhr sowie 16 und 23 Uhr ging der Wasserverbrauch förmlich durch die Decke. Die SVS machen dafür Poolbefüllungen und Gartenbewässerung verantwortlich. Durch diese Verbrauchsmengen und die gedeckelten Fördermengen konnten die Wasserspeicher über Nacht nicht mehr ausreichend gefüllt werden. Um den 23. Juni sanken die Füllstände täglich um 50 cm bis auf 1,50 Meter.

? Dürfen Hausbrunnen und eigenes Grundwasser zum Bewässern genutzt werden?

Auch wenn ein Hausbrunnen die Grundwasserleiter belastet, haben die SVS-Versorgungsbetriebe nichts dagegen, wenn aus Hausbrunnen bewässert wird. Die meisten Hausbrunnen befinden sich in höheren Gesteinsschichten als die Trinkwasserbrunnen.

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? Wie viele Brunnen gibt es und wie tief sind die Brunnen?

Die SVS-Versorgungsbetriebe fördern Trinkwasser aus fünf Brunnen, die zwischen 60 bis 80 Meter tief sind. Das Wasser fließt in zwei Trinkwasserbehälter mit je 3000 Kubikmetern Speichervolumen, die überwiegend nachts wieder gefüllt werden.

? Reicht es denn aus, nur auf die Gartenbewässerung und Poolbefüllung zu verzichten?

Ja. Wenn auf Gartenbewässerung und Poolbefüllung verzichtet wird, ist die Trinkwasserversorgung sichergestellt.

? Womit sprengen die Kommunen die öffentlichen Anlagen?

Für die städtische Bewässerung wird Brauchwasser genutzt, kein Trinkwasser.

? Kann der Aufruf, nicht zu bewässern, kontrolliert und geahndet werden?

Das sei möglich, die SVS möchte aber nicht zu diesem Mittel greifen, sondern setzt auf die Einsicht und das Verständnis der Bevölkerung.

? Wie können Industrie und Landwirtschaft im Ernstfall durchgehend mit Wasser versorgt werden?

Entsprechend des gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmenplans gibt es Überlegungen und Planszenarien, damit die Wasserversorgung für alle sichergestellt werden kann. Öffentlich spricht die SVS aber nicht näher über diese Pläne. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, einen neuen Trinkwasserspeicher und einen neuen Brunnen als Entlastungsbrunnen zu bauen. Außerdem laufen Planungen, wie die Transportleitung für den Wasserbezug optimiert werden kann.

Es hat sich abgekühlt und sogar etwas geregnet. Ist das Thema also abgehakt?

Das Thema Wasserknappheit ist immer noch präsent. Die Tagesabgabemenge liegt immer noch auf einem deutlich überdurchschnittlichen Niveau. Auch die Wetterprognosen sagen keinen Regen voraus, der für die Natur so dringend notwendig ist. Selbst, wenn es mehrere Tage regnen würde, gäbe es keine Entspannung beim Grundwasserspiegel. Damit sich die Grundwasserstände erhöhen, bedarf es schon einer sehr langen Regenzeit. In der Konsequenz bedeutet dies, dass aktuell nicht mehr Wasser gefördert werden kann. Es fehlen immer noch 1/3 der Fördermöglichkeiten im Vergleich zu Jahren mit normalem Grundwasserspiegel.

? Warum ist die Wasserversorgung bei manchen umliegenden Versorgern gesichert, bei anderen wiederum nicht?

Die Rahmenbedingungen sind sehr unterschiedlich. Faktoren wie genehmigte Wasserförderrechte, die Anzahl und Dimension von Bezugsleitungen, die Bodenverhältnisse, die Siedlungstruktur und viele weitere spielen eine wichtige Rolle.

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