Testlauf für neuen Backofen läuft schief – Heimatverein sieht es gelassen

rnBackofen eingeweiht

Der Oedinger Heimatverein weihte mit einem Probebacken am Samstag den neuen Backofen ein. Doch der Testlauf lief nicht ganz wie geplant. Schon nach einer Stunde wurde das „Experiment“ beendet.

Südlohn

, 08.11.2020, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war erste Probelauf an diesem Samstag für den den neuen Backofen im Innenhof des Bürgerhauses an der Jakobistraße. Doch schon nach einer Stunde musste Jörg Battefeld vom Heimatverein das Experiment vorzeitig für beendet erklären: „Der Ofen ist einfach zu heiß.“

Zum ersten Mal sollte der neue Backofen neben der großen Schirmschoppe, der nun nach einer Bauzeit von gut anderthalb Jahren fertig geworden war, seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Darum war Jörg Battefeld, zweiter Vorsitzende des Heimatvereins, schon um 11.30 Uhr gekommen, um für den nötigen Vorlauf zu sorgen: Mit der Glut aus Buchenscheiten brachte er das neue Schmuckstück im Hof allmählich auf Betriebstemperatur.

Thermometer zeigt fast 420 Grad an

Gegen 15.30 Uhr zeigte das Thermometer neben der gusseisernen Klappe dann fast 420 Grad an – viel zu viel, wie der Hobbybäcker feststellen musste. Gegen 16 Uhr sollten die ersten Heimatfreunde mit ihren Test-Brotlaiben eintrudeln, also hieß es: Klappe auf, Außenluft an und warten, dass der Ofen herunterkühlt. „280 bis 300 Grad sind genug“, erklärte Battefeld.

Die ersten Brote wurden im neuen Ofen gebacken.

Die ersten Brote wurden im neuen Ofen gebacken. Das Ergebnis: ausbaufähig. © Georg Beining

In der Zwischenzeit konnte der zweite Vorsitzende über die Realisierung des Projektes „Backofen“ berichten: Die Idee dazu hatten er und Vereinskollege Walter Stovermann schon im Jahr 2018. Als dann Heinrich Bäßmann davon erfuhr, fand er das Vorhaben so gut, dass er gleich dessen Finanzierung übernahm. Der eigentliche Ofen wurde von einer schwäbischen Firma gekauft. Alles andere – Pflaster-, Maurerarbeiten Dachkonstruktion und Beleuchtung – wurde in Eigenregie erledigt. Zeitweise werkelten sieben, acht Heimatfreunde zugleich an der Ofen-Baustelle. Im Mai dieses Jahres wurde dann das Dach allmählich fertig.

Erste Heimatfreunde trudeln mit Brotteig ein

Und an diesem Samstag hatten sie geplant, den Ofen feierlich einzuweihen. Gegen 16 Uhr trudelten tatsächlich die ersten Heimatfreunde mit ihren Teig-Rohlingen ein. Marion Wienand hatte ein Fünfkorn-Brot mit einem Anteil Dinkelmehl geknetet. Jörg Battefeld packte ein Buttermilch- und ein Bierbrot aus den Tüchern. Agnes Graf wiederum hatte ein großes dunkles Brot in einer Steingutschale dabei.

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Der Ofen war aber immer noch recht heiß, wie das Thermometer verriet. Die Nadel verharrte auf 350 Grad, aber die Hobbybäcker des Heimatvereins wollten natürlich Ergebnisse sehen. Als Faustregel für die Backzeiten gelte, so Jörg Battefeld, etwa 75 bis 90 Minuten für ein dunkles Brot von einem Kilo Gewicht. Helle Brote bräuchten etwa eine Stunde.

Ofen bringt Kalkulation durcheinander

Aber der zu heiße Ofen brachte diese Kalkulation komplett durcheinander. Nach nicht einmal einer Viertelstunde zog Battefeld die ersten beiden Testbrote wieder aus der Backröhre. Sie hatten eine kräftig braune, an der Oberseite sehr dunkelbraune Kruste, und nach dem Anschneiden erkannte die Gruppe, dass der Brotteig in der Mitte noch fast roh war – „kletschig“ nannten das die Heimatfreunde.

Jörg Battefeld zeigte sich trotz der Fehlversuche mit dem Ergebnis zufrieden.

Jörg Battefeld zeigte sich trotz der Fehlversuche mit dem Ergebnis zufrieden. © Georg Beining

Eine Enttäuschung auf der ganzen Linie? Jörg Battefeld schmunzelte und verneinte: „Wir mussten damit rechnen. Es war der erste Versuch und das ist überhaupt nicht schlimm. Jetzt wissen wir, wie es geht.“ Das nächste Mal wird alles klappen, da sind sich alle sicher.

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