Tobias Gröting leistet Dienst an einer Grundschule

Jahrespraktikum

Beinahe ist er wie ein großer Bruder für die Kinder der ersten Klasse in der von-Galen-Grundschule in Oeding. Tobias Gröting ist der allererste Jahrespraktikant an der Offenen Ganztagsschule - und nimmt dort bereits viele eigenverantwortliche Aufgaben wahr.

OEDING

, 27.10.2015, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Kannst du mir mal bitte meinen Schuh zumachen?". Diese Frage hat Tobias Gröting schon oft gehört. Der 16-Jährige absolviert zur Zeit ein Praktikum an der von-Galen-Grundschule - für ein ganzes Jahr. Das ist neu, auch für die Lehrerinnen und Lehrer der katholischen Schule.

Tobias macht zur Zeit sein Fachabitur im Bereich Gesundheit und Soziales am Berufskolleg in Borken. Ein Jahrespraktikum gehört zu seiner Ausbildung dazu. Da hat er sich den Dienst an der Grundschule selbst ausgesucht und organisiert.

Mit Kindern arbeiten

"Ich wollte gerne in eine Schule gehen, weil ich gerne mit Kindern arbeite", so der Schüler. Vier Tage die Woche ist Tobias an der Oedinger Grundschule, am Montagnachmittag sowie Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ganztägig. Freitags und montagmorgens hat der zukünftige Fachabiturient Berufsschule. Die Unterschiede könnten deutlicher nicht sein.

"Sonst rede ich mit meinen Mitschülern, beim Praktikum rede ich über die Schüler", schmunzelt der 16-Jährige. 27 Kinder sind in der ersten Grundschulklasse, in der Tobias assistiert. Neben kleinen helfenden Handgriffen wie das Zubinden der Schuhe oder das Helfen beim Anziehen unterstützt der Jahrespraktikant vor allem Klassenlehrerin Barbara Kemper im Unterricht.

Hilfe im Unterricht

Tobias geht von Tisch zu Tisch und schaut nach, welche Kinder Hilfe brauchen. Wenn der rote Schnellhefter hervorgeholt werden soll, dann flitzt Tobias, denn hier und da muss er anpacken. Tobias unterstützt die Kinder bei ihren Aufgaben, erklärt geduldig und verbringt die Frühstückspause mit den Erstklässlern. "Tobias greift mir im Unterricht wirklich sehr unter die Arme, er verteilt Aufgabenzettel, hilft den Kindern und kopiert auch schon mal Arbeitsblätter", weiß Lehrerin Kemper die praktische Hilfe sehr zu schätzen.

Nach dem Unterricht gehen Tobias Aufgaben weiter. Dann macht er mit den Kindern der offenen Ganztagsschule Hausaufgaben und spielt anschließend mit ihnen. Basteln, Gesellschaftsspiele aber auch Kickern und Fußballspielen auf dem Schulhof gehören dazu. Viele verschiedene Anforderungen also, die der 16-Jährige, der mit dem Roller zum Praktikum fährt, interessant findet.

Einblicke in Berufswelt

"Ich bekomme viele Einblicke in die Berufswelt", so der Praktikant, der später mit Menschen arbeiten möchte. Lehrer wolle er aber nicht unbedingt werden. Sein aktuelles Aufgabenfeld wird weiter wachsen, denn sein Praktikum will Grundschullehrerin Barbara Kemper gemeinsam mit Tobias entwickeln. Der Unterricht am Computer könnte beispielsweise zum Spezialgebiet des 16-Jährigen werden. Als Experte soll er den Erstklässlern bei den Programmen helfen und den Umgang mit den elektronischen Geräten erklären.

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