Tolles Treffen der Nationen

Asylbewerber eingeladen

Ein Stück weit hat man den Eindruck, als seien die Mitglieder des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus (AK) vom eigenen Erfolg und der großen Resonanz aus der Bevölkerung ein wenig überrollt worden.

SÜDLOHN

, 16.08.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der AK hatte zum Sommerfest am Samstagnachmittag beim Maislabyrinth eingeladen. Ziel dieser Einladung waren die Asylbewerber aus verschiedenen Herkunftsländern. Diese warten in den beiden Gemeindeteilen in mehreren Unterkünften, die die Verwaltung angeschafft hat, auf die Bearbeitung ihrer Anträge.

Man wolle sich kennenlernen und Kontakte knüpfen, wie Heidi Breuer, die Koordinatorin für Oeding, betont. Dass dann so viele Familien dieser Einladung gefolgt sind, sorgte für große Freude bei den zehn AK-Mitgliedern, die an diesem Samstagnachmittag die Betreuung des Festes übernommen hatten. Dazu kommen noch einige Spontan-Freiwillige, die über Facebook von der Einladung erfahren haben und begeistert mitmachten.

Und die 15 Familien aus Syrien, Eritrea, dem Kosovo, Albanien und den anderen Ländern? Denen ist anzusehen, dass auch sie Spaß an diesem Zusammentreffen haben – besonders die mehr als 25 Kinder, die überall herumwuseln, im Labyrinth unterwegs oder auf dem großen Spielplatz beschäftigt sind.

Übersetzer nötig

Sichtbare Freude überall – auch wenn sich die Leute vom AK und die Familien kaum verständigen können. Heidi Breuer und Franjo Rickers, der die Betreuung von Südlohn aus innehat, bringen das Hauptproblem auf den Punkt: „Wir brauchen ganz dringend Übersetzer – für Arabisch, Russisch, Serbisch und Albanisch.“ Viel ginge ja schon mit Englisch und Französisch – aber längst nicht alles.

„Da sind wir denn doch überfordert“, gibt Heidi Breuer zu, „Und wenn dann noch die Behördenbriefe kommen, die alle in Deutsch abgefasst sind…“ Franjo Rickers hat den Zusammenhang im Auge: „Die Hilfsaktionen haben jetzt schon gezeigt, dass jede Menge Potenzial im Dorf ist.“ All das müsse in Zukunft „sortiert“ und koordiniert werden. Das wissen alle AK-Leute, die sich dieser Integrationsaufgabe verschrieben haben. Und Rickers ist sich mit den anderen einig: „Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft hier bei uns wird noch weiter zunehmen.“

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