Träger der Ferienbetreuung sehen noch keine Chance auf gemeinsame Termine

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Die Betreuung der Kinder in den Sommerferien bleibt ein schwieriges Thema. Gemeinsame Ferientermine in Kitas und der Offenen Ganztagsgrundschule sind dieses Jahr nicht möglich.

Südlohn

, 27.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ferienbetreuung der Südlohner und Oedinger Grundschulen und Kindertagesstätten ist kompliziert: Auf der einen Seite die Betreuungsinitiative Kids mit den zwei Offenen Ganztagsschulen, auf der anderen die Verbundleitung von fünf Kindertagesstätten. Einen gemeinsamen Ferientermin gibt es nicht.

„Der reine Menschenverstand muss einem doch eigentlich sagen, dass sich die Träger der verschiedenen Angebote abstimmen“, sagte Joachim Musholt (SPD). Doch das ist offenbar schwieriger als gedacht. Gespräche hatte es in den zurückliegenden Jahren gegeben, allein eine Lösung scheint noch nicht in Sicht.

Kindergärten können Ferien nicht verlegen

Dieter Bonhoff, Verbundleiter der Kindertagesstätten in beiden Ortsteilen, hatte sich mit einer schriftlichen Stellungnahme an die Ausschussmitglieder gewandt. Darin erklärte er, dass die Kindertagesstätten nur in der ersten Ferienhälfte schließen können. Wegen des Rechtsanspruchs der Eltern auf einen Kita-Platz zum 1. August eines Jahres. Der wäre nicht mehr erfüllt, würden die Kitas über diesen Zeitraum schließen. Außerdem: Würden die Kitas in der zweiten Ferienhälfte schließen, wäre dieser Anspruch nicht mehr erfüllt. Bestenfalls würde das Umsatzeinbußen bedeuten, weil die Eltern ihre Kinder erst zum 1. September anmelden würden.

Verlegung in der OGS bisher „kein relevantes Thema“

Die beiden Offenen Ganztagsschulen (OGS) an den Grundschulen in Südlohn und Oeding werden von der Betreuungsinitiative Kids aus Bocholt organisiert. Deren Geschäftsführer Rainer Rosker war bei der Sitzung anwesend und erklärte das Problem aus seiner Sicht: Bisher sei ihm ein Problem bei der Ferienbetreuung nicht unter gekommen. „Das war kein relevantes Thema“, sagte er. Möglich sei, dass die Planung vielleicht auf veralteten Zahlen beruhe. Zuletzt hatte die Initiative Kids Zahlen im Jahr 2014 abgefragt. „Das war noch unter meinem Vorgänger“, so Rosker weiter. Und seither habe sich der Ferienrhythmus so etabliert, wie er jetzt ist.

Klar sei aber auch, dass die Planung für die Sommerferien insgesamt schwierig sei. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage zum Teil sehr gering gewesen. „Wenn die Gruppen zu klein werden, fällt es natürlich schwer, ein attraktives Ferienangebot auf die Beine zu stellen“, sagte er.

Anforderungen der Eltern werden größer

Parallel zur Zeitplanung steht die Betreuungsinitiative Kids auch vor einem anderen Problem: „Die individuellen Anforderungen werden immer größer“, erklärte Rosker. Umso schwerer falle es, eine verlässliche Kinderbetreuung anzubieten.

Die Abfragen an die Eltern nach dem tatsächlichen Bedarf laufen gerade. Für dieses Jahr wird sich an den angesetzten Ferientermin ohnehin nichts mehr ändern lassen. Für das kommende Jahr solle darüber noch einmal gesprochen werden.

Die Reißleine mussten indes die Kindergärten der Gemeinde für die Sommerferien ziehen: „Für 2019 hatten wir über 80 Anmeldungen für die Sommerferienzeit“, erklärte Verbundleiter Dieter Bonhoff in der Sitzung. Um die zu betreuen, sei die Personaldecke in der Ferienzeit einfach zu dünn.

Eltern erheben Anspruch – trotz Urlaubs

Zur Erinnerung: Bei der Ferienkita 2018 waren es schon über 50 Kinder, jetzt die erneuten Rekordzahlen. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als einen Nachweis der Eltern zu fordern, dass sie während der Ferienzeit tatsächlich berufstätig sind“, so der Verbundleiter weiter. Denn auch das sei vorgekommen: Eltern hätten ihre Kindern angemeldet, obwohl sie selbst Urlaub in der betreffenden Zeit haben. Dadurch wären dann die Eltern, die wegen ihrer Arbeit ein Problem mit der Kinderbetreuung in den Ferien gehabt hätten, nicht mehr zum Zuge gekommen.

Aktuell haben die fünf Kindertagesstätten in der ersten Ferienhälfte geschlossen. Die Offenen Ganztagsschulen haben ihre Ferien in die zweiten drei Ferienwochen gelegt.

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