Ulli Potofski blickte mit Gästen auf Firmengeschichte von Bauer

Nur ein Kredit in 50 Jahren

Die Anfänge des Unternehmens von Heinz Dieter Bauer waren in Stadtlohn in einer Garage. Das war 1966. Am Freitagabend feierte Bauer mit rund 650 Gästen das 50-jährige Bestehen seines Unternehmens. Dafür wurden drei der vielen Produktions- und Lagerhallen des Unternehmens an der Eichendorffstraße ausgeräumt und in Festhallen verwandelt.

SÜDLOHN

, 05.09.2016, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ulli Potofski blickte mit Gästen auf Firmengeschichte von Bauer

Kurzweiliger Smalltalk: Heinz Dieter Bauer (links) und Ulli Potofski.

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Über einen Teppich in der Hausfarbe des Unternehmens (gelb) gelangten die Gäste in einen rund 100 Meter langen, festliche geschmückten Saal. Veranstaltungstechnik und Kronleuchter an der Decke ließen vergessen, dass in der Halle ein paar Stunden zuvor noch Stahlteile lagerten.

Gratulanten aus aller Welt

Heinz Dieter Bauer und seine Familie mussten viele Gratulanten-Hände – darunter von Gästen aus Indien, Tunesien, Österreich, Schweiz, Polen, Norwegen und Frankreich – schütteln, ehe zwei Schalker Jungs den Auftakt im Programm machten. Sportmoderator Ulli Potofski führte durch den Abend und machte dem gebürtig aus Gelsenkirchen stammenden Unternehmer gleich ein Kompliment: „Sie sehen aus wie Dieter Kürten“. Es folgte eine lockere Talkrunde, zu der neben Heinz Dieter Bauer auch dessen Frau Ruth, die Söhne Patrick und Pascal sowie Landrat Dr. Kai Zwicker und der Steuerberater Friedrich Wiese auf die Bühne kamen.

Wie die Biografie des Unternehmers „Aus dem Nichts“ war der Abend überschrieben, und die Gäste erlebten viele Ausschnitte aus der 50-jährigen Firmengeschichte. So berichtete Patrick Bauer aus den Anfängen, als sein Vater noch Stalleinrichtungen verkaufte. „Unter Rotlicht“ hätten solche Termine für ihn stattgefunden, weil er als Kind mit den Ferkeln des Kunden spielen durfte. Friedrich Wiese, wie Heinz Dieter Bauer Jahrgang 1939, beschrieb die Anfänge des Unternehmens in Stadtlohn. Damals mussten die ersten Angestellten noch zum Bahnhof, wenn sie zur Toilette mussten. „Man soll nie vergessen, wo man herkommt“, nannte Dieter Bauer hier einen seiner Grundsätze, mit denen er es zum Unternehmer mit 320 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Umsatz gebracht hat, und das bei einer kerngesunden Eigenkapitalquote von 74,8 Prozent.

"Bringer für Südlohn und Oeding"

Da passt es, dass Heinz Dieter Bauer nur für den Erwerb des ersten, 3500 Quadratmeter großen Grundstückes in Südlohn 1970 einen Kredit brauchte. „Einen Kredit in 50 Jahren, wie macht man das? Da sind sie ja wohl Deutscher Meister“, meinte Ulli Potofski. „Nur das ausgeben, was man vorher eingenommen hat“, verriet Heinz Dieter Bauer sein Erfolgsrezept. Landrat Zwicker bezeichnete die Firma Bauer als „echten Bringer für Südlohn und Oeding“. Parallel zur Stalltechnik entwickelte Heinz Dieter Bauer in seinem Unternehmen 1971 die „Bauer Schaufel“ und ebnete damit den Weg für weitere Stapler-Anbaugeräte. Umweltschutz-Ausrüstungen sowie Wertstoff- und Abfallcontainer gehören heute zum Portfolio.

Und die Entwicklung bei Bauer geht weiter: Das Unternehmen errichtet ein Werk in Indien (siehe Interview unten), erfuhren die Gäste am Freitagabend. „Die Werke hier bleiben und werden ausgebaut“, nahm Heinz Dieter Bauer seinen Mitarbeitern die mögliche Sorge um ihre Arbeitsplätze.

Zum Abschluss des offiziellen Teils stellte Ruth Bauer den Gästen die Dieter Bauer Stiftung vor. Im Jahr 2003 gegründet, hat sie sich das Ziel gesetzt, die Krebs- und MPS-Forschung (Mukopolysaccharidose) voranzutreiben sowie Organisationen und betroffene Menschen zu unterstützen. Und genau das taten an diesem Abend auch die Gäste der Familie Bauer. Insgesamt konnten 26 000 Euro für die Stiftung gesammelt werden.

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