Verpackungsservice Ingenhorst macht nach Feuer an neuem Standort weiter

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Im Mai sah es düster aus für Verpackungsservice Ingenhorst: Ein Großfeuer vernichtete Halle und Maschinen des Unternehmens. Jetzt die gute Nachricht: Es geht weiter, an einem neuen Standort.

Südlohn

, 24.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die tiefen Sorgenfalten sind einem breiten Strahlen gewichen: Josef Ingenhorst hat sein Unternehmen Verpackungsservice Ingenhorst gerettet. Nach dem Großbrand an der Straße Haus Volmering Mitte Mai ist er mit der Firma in die Hallen des ehemaligen Unternehmens Deelmann umgezogen. Dort läuft die Produktion gerade hoch.

Zusätzlich zu den Produktionshallen hat das Unternehmen auch im Obergeschoss Lagerflächen angemietet – und damit deutlich mehr Platz als am alten Standort.

Neues Leben in den alten Deelmann-Hallen: Verpackungsservice Ingenhorst hat dort zwei Etagen angemietet. Produktion und Lagerräume finden im Gebäude entlang der Ramsdorfer Straße Platz.

Neues Leben in den alten Deelmann-Hallen: Verpackungsservice Ingenhorst hat dort zwei Etagen angemietet. Produktion und Lagerräume finden im Gebäude entlang der Ramsdorfer Straße Platz. © Stephan Teine

15 Mitarbeiter beschäftigt der 62-jährige Südlohner. „Hätten die nicht alle so toll mitgezogen, ich hätte das nie geschafft“, sagt er.

Großfeuer vernichtet Unternehmen am alten Standort

Zur Erinnerung: An einem Sonntagnachmittag im Mai wird die Feuerwehr durch einen Autofahrer zum ehemaligen Standort des Unternehmens gerufen. Die Feuerwehrleute können zwar verhindern, dass sich die Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus ausbreiten, die Produktions- und Lagerhallen von Verpackungsservice Ingenhorst sind jedoch nicht mehr zu retten. Ein Schaden von rund 600.000 Euro, taxiert die Polizei damals.

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Eine genaue Schadenssumme können Josef Ingenhorst und seine Prokuristin Andrea Lüdiger auch jetzt noch nicht nennen. Klar sei nur, dass die Versicherung dem Unternehmen schnell und unbürokratisch geholfen habe.

Die Aufräumarbeiten rund um die Brandruine am alten Standort an der Straße Haus Volmering dauern noch an.

Die Aufräumarbeiten rund um die Brandruine am alten Standort an der Straße Haus Volmering dauern noch an. © Stephan Teine

Das Wichtigste aus der Brandruine konnte gerettet werden: der Server mit sämtlichen Kundendaten. „Der stand zum Glück ganz oben im Serverschrank, sodass das Löschwasser dort nicht dran kam“, sagt Josef Ingenhorst. In den tieferen Abteilen des Schranks sei das Löschwasser nämlich stehen geblieben. „Als der Server gerettet war, war mir klar, dass es weitergeht“, sagt er.

Produktion wird blitzschnell wieder hochgefahren

Auch die Abfüllmaschinen sind inzwischen zum Großteil schon ersetzt. Einige konnte sich das Unternehmen von befreundeten Firmen leihen. Einige wurden bereits neu geliefert. Eine weitere Anlage wartet am Mittwochmittag im Zoll am Frankfurter Flughafen gerade auf die Abfertigung. „Das ist Wahnsinn. Die Lieferung einer Maschine aus China ging schneller als hier einen neuen Abfallcontainer zu bekommen“, sagt er und lacht. Die gute Laune zieht sich durch sämtliche Räume.

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Nur drei Wochen Produktionsausfall muss die Firma verkraften. „Gut eineinhalb bis zwei Wochen waren wir komplett in der Schwebe“, sagt Josef Ingenhorst. Danach sei klar gewesen, dass es weitergeht. Der Neuaufbau des Unternehmens an der neuen Adresse konnte beginnen. Kunden, Mitarbeiter, andere Südlohner Unternehmer, selbst Mitbewerber hätten ihre Hilfe angeboten. „Wir sind überall auf riesiges Verständnis gestoßen“, sagt der Unternehmer überglücklich. Es hätte in seinen Augen nicht besser laufen können.

Wiederaufbau aus dem Wohnzimmer organisiert

Das Büro hatte er mit seiner Prokuristin in den ersten Tagen erst einmal in seinem Wohnzimmer eingerichtet. Von da aus organisierten sie den Wiederaufbau. „Vom Staplerlieferanten bis zur Abfüllmaschine hat wirklich jeder toll mitgezogen“, sagt Andrea Lüdiger. Nur so habe das Unternehmen schnell für seine Kunden wieder produzieren können. „Die wären sonst sicherlich abgesprungen und hätten sich einen anderen Lieferanten gesucht“, erklärt sie. Sorgen, die sich Firmenleitung und Belegschaft umsonst gemacht haben.

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In den alten Deelmann-Hallen ist noch einiges zu tun. Vieles ist im Moment noch ein Provisorium. Wanddurchbrüche müssen noch geschlossen werden, einige Maschinen stehen noch auf improvisierten Holzkonstruktionen. Der Besprechungsraum ist noch nicht fertig eingerichtet. „Das wird jetzt aber alles kurzfristig passieren“, sagt Andrea Lüdiger. Natürlich wird sich das Feuer so schnell nicht aus den Hinterköpfen vertreiben lassen.

Aber das Unternehmen produziert. „Hier bleiben wir “, sagt Josef Ingenhorst glücklich.

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