Videos zur Brandschutzerziehung: Rettungskräfte in Coronazeiten kreativ

Brandschutzerziehung

In der Corona-Pandemie können die Feuerwehren nicht Kindergärten und Schulen besuchen, um altersgerecht über Brandschutz zu informieren. Die Rettungskräfte überbrücken die Zeit mit Videos.

Südlohn, Stadtlohn, Legden

18.04.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Foto ist vor der Coronapandemie entstanden. Der Arbeitskreis Brandschutzerziehung und -aufklärung hat im Jahr 2017 einen Koffer mit Materialien zur Brandschutzerziehung und -aufklärung an die Feuerwehr Vreden übergeben (v. l.) Bernd Willemsen (Feuerwehr FW Stadtlohn), Martin Bültmann (FW Gronau), Helmut Tenspolde (FW Vreden), Helmut Hülsken (FW Bocholt) und Leo Schrote (FW Südlohn).

Das Foto ist vor der Coronapandemie entstanden. Der Arbeitskreis Brandschutzerziehung und -aufklärung hat im Jahr 2017 einen Koffer mit Materialien zur Brandschutzerziehung und -aufklärung an die Feuerwehr Vreden übergeben (v. l.) Bernd Willemsen (Feuerwehr FW Stadtlohn), Martin Bültmann (FW Gronau), Helmut Tenspolde (FW Vreden), Helmut Hülsken (FW Bocholt) und Leo Schrote (FW Südlohn). © Kreis Borken

Was tun, wenn es brennt? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Brandschutzerziehung und -aufklärung auch im Kreis Borken. Die Feuerwehren der Städte und Gemeinden sind dazu regelmäßig in Kindergärten und Schulen zu Gast, um altersgerecht zu informieren und das richtige Verhalten zu trainieren. Zu Corona-Zeiten ist das jedoch derzeit nicht so einfach möglich.

„Damit die Brandschutzerziehung aber weiterhin stattfinden kann und das Thema präsent bleibt, haben Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehren im Kreisgebiet ihr Online-Angebot ausgebaut“, informiert Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel jetzt in einer Pressemitteilung des Kreises Borken.

Videos zur Brandschutzerziehung und -aufklärung in Youtube-Kanal

Der entsprechende Arbeitskreis des Kreisfeuerwehrverbandes hat inzwischen zahlreiche Videos zur Brandschutzerziehung und -aufklärung in einem Youtube-Kanal gesammelt. Gerade ist ein neuer Kurzfilm erstellt worden, der sich insbesondere an Dritt- und Viertklässler richtet.

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Die Brandschutzerziehung und -aufklärung ist als gesetzliche Aufgabe für alle Kommunen vorgschrieben, erläutert der Kreisbrandmeister. Und wie wichtig dies sei, zeige allein die Zahl von rund 400 Brandtoten in Deutschland pro Jahr. In den Kindergärten und Schulen gehe es darum, die wichtigsten Verhaltensregeln in einer Gefahrensituation altersgerecht zu vermitteln und immer wieder zu üben. „Das ist ähnlich wie die Verkehrserziehung zu sehen“, sagt van Bömmel.

Um die Feuerwehren vor Ort darin zu unterstützen, hat sich im Kreisfeuerwehrverband ein Brandschutzteam gebildet. Diesen Arbeitskreis bilden unter der Leitung von Martin Bültmann (FW Gronau) Bernd Willemsen (FW Stadtlohn), Simone Schulze-Beikel (FW Legden), Leo Schrote (FW Südlohn) und Bernd Kloster (FW Gescher), der inzwischen für Helmut Hülsken (FW Bocholt) dabei ist, der nach langjähriger Mitwirkung aufgehört hat.

Rettungskräfte „mit Herzblut dabei“

Das Brandschutzteam erarbeitet Inhalte, stellt passende Materialien zusammen und zur Verfügung. „Die sind alle wirklich engagiert und mit sehr viel Herzblut dabei“, stellt Stefan van Bömmel heraus. So gibt es etwa Malbücher und Bastelsachen für kleinere Kinder, spezielle „Notruf-Telefone“, Material-Koffer und Informationsmaterialen für den Einsatz in Schulen. Regelmäßig bietet der Arbeitskreis auch Seminare und Schulungen für die Feuerwehrleute aller Löschzüge an, die diese Aufgaben vor Ort übernehmen.

In dem neuen Video geht es etwa um den Unterschied von schönen und schlechten Feuern – Nutzfeuern und Schadensfeuern. Danach überlegen die Videomacher gemeinsam mit den Kindern, welche Materialen brennen und wie man einen solchen Brand löschen kann. Im Video sind dazu auch viele Szenen von den anschaulichen Versuchen bei Schulbesuchen zu sehen – wie das Feuer in einer Pfanne erstickt wird und wie schnell Zeitungspapier im Unterschied zu Pappe zu brennen beginnt, beispielsweise.

„Natürlich ist es anschaulicher und einprägsamer, wenn man in die Einrichtungen gehen kann und dort Theorie und Praxis verbinden kann“, sagt der Kreisbrandmeister. Aber um diese Lücke zu schließen, die es derzeit wegen der fehlenden Präsenzmöglichkeit gibt, habe man nach anderen Möglichkeiten gesucht. Und da sei das Online-Angebot, um das sich federführend Leo Schrote gekümmert hat, eine tolle Ergänzung, zudem „verliere“ man so auch nicht das Grundwissen, das davor aufgebaut wurde.

Wenn es Fragen zu den Videos gibt, können diese einfach über die Kommentar-Funktion gestellt werden. Ansonsten sind auch die Feuerwehren vor Ort immer ansprechbar.

Der Youtube-Kanal ist entweder über die Suche nach „Leo Schrote“ zu finden, dann unter Playlists „Brandschutzerziehung“ auswählen.
Hier geht es zum Video.

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