VR-Bank meldet neues Jahr der Rekorde

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Die VR-Bank hat eine blendende Bilanz vorgelegt und einen neuen Rekord beim Geschäftsvolumen und in der Kreditvergabe aufgestellt. Trotz Digitalisierung hält die Bank am Filialnetz fest.

von Sven Kauffelt

Südlohn, Stadtlohn

, 13.01.2019, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl die allermeisten Kunden ihre alltäglichen Bankgeschäfte online erledigen, will die VR-Bank Westmünsterland an ihrem Netz aus 21 Filialen festhalten. „Unsere Filialen sind der Dreh- und Angelpunkt unseres Bankgeschäftes“, sagte Dr. Wolfgang Baecker, Vorstandsvorsitzender der Bank, am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Gescher.

84 Prozent der Kundenkontakte seien mittlerweile digital, sagte Baecker. „Wir brauchen unsere Filialen aber, um unsere Kunden zu beraten, denn dafür sind wir schließlich da“, ergänzte Vorstand Matthias Entrup. Man wolle vielmehr sowohl in Digitaltechnik als auch räumlich in die Filialen investieren, bekräftigte Baecker: „Wir glauben nicht, dass sich in den nächsten zwei Jahren am Filialnetz etwas ändert.“ Eine längerfristige Prognose gab er allerdings nicht ab. Er betonte aber ausdrücklich: „Unsere 359 Mitarbeiter müssen sich keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen.“

Neue Rekorde

Denn der Bank geht es wirtschaftlich sehr gut. Das Volumen aller Geschäfte, die die Genossenschaftsbank mit Privat- und Geschäftskunden macht, summierte sich im vergangenen Jahr auf knapp 5,2 Milliarden Euro – „ein neuer Rekord“, so Baecker, und ein Plus von 157 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2017.

Die Bank verwaltet für ihre Kunden Geldanlagen im Gesamtwert von 2,7 Milliarden Euro. Davon sind 737 Millionen Euro in Aktien angelegt. „Die Kunden haben verstanden, dass zur Geldanlage die Wertpapiere gehören“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Für 2,5 Millarden Euro Kredite vergeben

Auch bei den Krediten erzielte die Bank einen neuen Rekord. Rund 2,5 Milliarden Euro hat sie an Privatpersonen und Unternehmen verliehen. Laut Matthias Entrup sei allein das Volumen der Baufinanzierungen um weitere 17 Prozent gestiegen. Und ein Ende des Baubooms sei nicht in Sicht, konstatierte der Vorstand. „Es gibt nach wie vor hohe Investitionen in Immobilien“, so Entrup.

Die hohe Nachfrage nach Neubauten und Sanierungen schlage sich aber auch zunehmend in den Preisen nieder. „Die Baukosten werden im Jahr 2019 wohl um neun bis zehn Prozent steigen“, erklärte Matthias Entrup – „wenn es überhaupt gelingt, Baufirmen und Handwerker zu bekommen“.

Die Region sehen alle drei Vorstände trotz der immer unsicherer werdenden weltpolitischen Situation gut gerüstet. „Die Krisenfestigkeit des Mittelstandes ist sehr hoch“, sagte Matthias Entrup.

Unwägbarkeiten

Wolfgang Baecker verwies auf die „Vollbeschäftigung“ in der Region, betonte aber wie in jedem Jahr auch die Unwägbarkeiten in der Welt- und Finanzpolitik. „Wir erleben gerade das Ende der uns allen vertrauten alten Ordnung“, sagte er. Welche Folgen das Erstarken der Nationalstaaten oder auch der Brexit haben werde, sei aktuell nicht abzusehen.

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