Wer bekommt den ersten Heimatpreis der Gemeinde? Und wofür? Und wie wird er vergeben?

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Der Kulturausschuss hätte Kriterien für den ersten Heimatpreis der Gemeinde erarbeiten sollen. Doch nur die CDU-Fraktion hatte ihre Hausaufgaben gemacht.

Südlohn

, 01.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kulturausschuss, Rathaus: Auf der Tagesordnung stehen die Vergabekriterien für den neuen Heimatpreis der Gemeinde. Den Preis möchte die Gemeinde an vediente Ehrenamtliche vergeben. Der Hauptausschuss hatte dazu Ende 2018 grünes Licht gegeben. Und den Kulturausschuss damit beauftragt, Kriterien zu entwickeln. Den Beschlussvorschlag hatte die Verwaltung offen gelassen. „Die Verleihung des Preises soll anhand folgender Vergabekriterien vorgenommen werden“, stand dort lediglich – gefolgt von einer Reihe Pünktchen.

Nur CDU-Fraktion legt ausgearbeitete Punkte vor

Doch nur die CDU hatte vorab Richtlinien für die Vergabe erarbeitet und in einem Sieben-Punkte-Papier zusammengefasst. Michael Schichel (CDU) verteilt sie zu Beginn der Sitzung. Er hat aber nicht genug Kopien für alle Ausschussmitglieder. Bürgermeister Christian Vedder kennt den Weg zum nächsten Kopierer und sorgt für Abhilfe.

Wer bekommt den ersten Heimatpreis der Gemeinde? Und wofür? Und wie wird er vergeben?

Der CDU-Entwurf für Richtlinien zur Vergabe des Heimatpreises © CDU Südlohn

Murren im Saal. Während die eine Hälfte der Mitglieder die Punkte schon lesen kann, wartet der Rest. „Schade, dass ihr das so aus der Hüfte schießt“, sagte die Ausschussvorsitzende Barbara Seidensticker-Beining (SPD). Sie hätte die Kriterien gerne vorab gelesen. Auch Joachim Musholt (SPD) sagt, dass er es besser gefunden hätte, die Kriterien schon vor der Sitzung zu bekommen. „Aber es ist gut, dass überhaupt etwas gemacht wird“, erklärt er.

Keine Diskussion

Eine Diskussion über die Inhalte kommt aber nur mühsam zustande. Susanne Rickers (sachkundige Bürgerin für die Grünen) kritisiert noch, dass die Information nur über das Amtsblatt der Gemeinde und die Bekanntmachungskästen zu kurz greift. Alle Medien sollten genutzt werden, um für Vorschläge möglicher Preisträger zu werben.

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Auch soll der Kulturausschuss und nicht wie vorgeschlagen der Haupt- und Finanzausschuss über den Preisträger entscheiden – allerdings in nicht-öffentlicher Sitzung. „Sonst kann man das ja nicht frei diskutieren“, erklärt Maria Bone-Hedwig (CDU). Über die eigentlichen Vergabekriterien – wie in der Tagesordnung vorgesehen – wird an diesem Abend aber nicht mehr gesprochen.

Am Ende können sich die Politiker auf drei Beschlüsse einigen:

  • Auch der Kultur- und Sportausschuss empfiehlt den Heimatpreis.
  • Die Verwaltung soll die Vorschläge für Vergabekriterien der CDU zusammenfassen, um die Ideen aus der Sitzung ergänzen und zur Beratung vor der nächsten Ratssitzung an die Fraktionen schicken. Dort soll dann noch einmal über den Rahmen für den Preis erneut beraten werden.
  • Das Thema der ersten Vergabe soll das Gemeindejubiläum aufgreifen: Am 1. Juli 2019 sind Südlohn und Oeding seit 50 Jahren vereint.

Der Heimatpreis geht auf ein Förderprogramm der Landesregierung zurück. Sie übernimmt auch das Preisgeld von 5000 Euro, wenn die Gemeinde die Vergabe des Preises beantragt. Prämiert werden sollen „Engagement und Nachahmenswerte Praxisbeispiele im Bereich Heimat“.

Übrigens: Eine Feier zum Jubiläum der Zusammenlegung der beiden Ortsteile ist von der Verwaltung bisher nicht vorgesehen.

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