Werner Stödtke will als Bürgermeister moderieren und realistisch bleiben

rnBürgermeister Südlohn

Seit 35 Jahren arbeitet Werner Stödtke im Rathaus der Gemeinde Südlohn. Am 1. August 1985 begann er dort seine Ausbildung, am 2. November 2020 tritt er sein Bürgermeisteramt an. Ein Ausblick.

Südlohn

, 22.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zum 2. November zieht Werner Stödtke um. Genau eine Etage höher, in das Büro des Südlohner Bürgermeisters. Nach 35 Jahren Tätigkeit im Rathaus wird der 53-Jährige dann auf dem Chefsessel Platz nehmen. Die Südlohner und Oedinger haben den aktuellen Fachbereichsleiter Zentrale Dienste am 13. September mit 53,44 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt.

Ein fließender Übergang ins Bürgermeisteramt

Wie war der Montag nach der Wahl, ist Werner Stödtke ganz normal arbeiten gegangen? „Ja klar“, sagt er. „Gut, vielleicht nicht so früh“, schiebt er nach. Aber er war im Dienst. Eine Woche hat er sich im September Urlaub gegönnt. Und nun geht es in die Vollen. Das geht es aber eigentlich spätestens schon seit März.

Nicht wegen des Wahlkampfes, sondern wegen der Corona-Pandemie. Die bringt viel Arbeit für das Rathaus mit sich, und alles andere läuft ja auch weiter.

Wenn er das Bürgermeisteramt antritt, wird das wohl ein fließender Übergang: „Ich werde noch eine Projekte weiter abwickeln müssen“, weiß Werner Stödtke. Und wenn ein/e Nachfolger/in feststeht, dann muss er sie/ihn auch einarbeiten. „Projekte sind bei einer so kleinen Gemeinde an eine Person gebunden, man hat nicht für alles einen Riesenstab.“

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In dem Büro, das zurzeit noch seins ist, hat er mit dem damaligen Gemeindedirektor Karl Frechen sein Vorstellungsgespräch geführt. Im Einwohnermeldeamt war dann am 1. August 1985 die erste Station seiner Ausbildung. Klassisch durchlief Werner Stödtke alle Abteilungen, „und ab dann war ich tatsächlich immer im Hauptamt“, blickt der Oedinger zurück.

Chefposition ist keine besondere Herausforderung

Heute nennt sich das Hauptamt Fachbereich Zentrale Dienste. Personalservice, Organisation, EDV, Schulen, Rats- und Gremienarbeit, Wahlen, Kultur- und Vereinsförderung sind die Arbeitsfelder. Eine seiner ersten Aufgaben nach der Ausbildung war es, 1989 den Personalbereich aufzubauen. Werner Stödtke ist mit den meisten Mitarbeitern im Rathaus per Du, einige Kollegen sind sogar noch länger im Rathaus beschäftigt als er.

Jetzt in die Chefposition zu wechseln, ist aber keine besondere Herausforderung für ihn. Seit sieben Jahren sei er Fachbereichsleiter und allgemeiner Vertreter des Bürgermeister, so Werner Stödtke: „Da ist man bei aller jahrelanger Wertschätzung im Vertretungsfall dann der Chef.“

Konstituierende Ratssitzung am 11. November gut vorbereiten

Er möchte als Bürgermeister das Team im Rathaus umorganisieren, das Bürgermeisterbüro verstärken. „Vieles, was nebenbei läuft, sollten wir professionalisieren“, sagt der 53-Jährige. Die Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel, die Präsenz in den sozialen Medien. Aktuell sei er damit beschäftigt, die konstituierende Ratssitzung am 11. November gut vorzubereiten.

  • Werner Stödtke wird als Bürgermeister der Chef von 29 Mitarbeitern im Rathaus (davon zwei Auszubildende). Insgesamt hat die Gemeindeverwaltung 70 Mitarbeiter (inklusive Bauhof, Kläranlage, Reinigungskräfte).
  • Im neu gewählten Gemeinderat sind die CDU (11 Sitze), die WSO (7), die UWG (5), die SPD (4) und die FDP (3) vertreten.

Dann treffen sich der neu gewählte Bürgermeister und die neu- oder wiedergewählten Ratsmitglieder – wegen Corona – in der Jakobihalle. Mit den zukünftigen Fraktionsspitzen habe er sich zum Teil schon getroffen, andere Treffen stehen noch aus: Werner Stödtke will „mit den Politikern als Partner über Regularien sprechen“.

Auch aus der Politik sei die Forderung nach mehr Kompetenzen für die Fachausschüsse gekommen.

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„Da arbeiten wir dran“, betont der künftige Bürgermeister. Die Zuständigkeits- und die Geschäftsordnung sowie die Hauptsatzung müssten angepasst werden, damit die politische Arbeit durchgängiger werden könne. „Das heißt aber auch, dass Entscheidungsfreude entwickelt werden muss“, blickt Werner Stödtke nach vorne.

Werner Stödtke will als Bürgermeister moderieren

Diese Erwartungshaltung an Politik und Verwaltung hat er von allen Seiten erfahren, von den Einwohnern, der Wirtschaft, den Vereinen. „Nach den ersten Abstimmungsrunden sieht das gut aus, dass wir gemeinsam diesen Weg beschreiten“, zieht er Zwischenbilanz.

Werner Stödtke weiß, dass er sich bei den Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat immer Mehrheiten suchen muss. „Das ist meine Aufgabe. Aber das macht einen parteilosen Bürgermeister aus: Ich muss mehr moderieren“, beschreibt der 53-Jährige, wie er die Arbeit mit den Kommunalpolitikern angehen will. „Kommunikation ist ein Erfordernis, auch im Vorfeld der Sitzungen“, ergänzt er.

Vorrangige Themen: Gewerbegebiete, Wohnbebauung, Schulen

Einige Termine hat er schon mit dem noch amtierenden Bürgermeister Christian Vedder absolviert, andere stehen noch an. Welche Themenfelder will Werner Stödtke noch vorrangig angehen? Er nennt Stichworte: Gewerbegebiete, Wohnbebauung, Schulen. Einarbeiten muss er sich in Grundstücksangelegenheiten und die „baulichen Dinge“.

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„Ein Anliegen ist mir, dass es mit Glasfaser weitergeht hier“, betont Werner Stödtke. Vor allem in den Ortskernen beider Ortsteile, „da muss man im ersten Zug mit der SVS in Kontakt treten, vielleicht geht ein Zeitplan“, überlegt der künftige Bürgermeister laut. Teuer sei zurzeit eben, „die Leitungen in die Erde zu bekommen“. Wie und von wem die Haushalte in den Ortskernen mit Glasfaser versorgt werden könnten, „das sind auch politische Entscheidungen.“

Kleinere, realistisch umsetzbare Projekte realisieren

Auch würde Werner Stödtke gern manchen großen Konzepten Taten folgen lassen. „Dass man Dinge an den Start kriegt“, wünscht er sich, „nicht die Riesenprojekte, sondern kleinere“. Als Beispiel nennt er mehr Aufenthaltsqualität an der Schlinge, etwas, „von dem die Bürger was haben“. Überhaupt wünscht er sich, dass das Augenmerk auf Dinge gelegt wird, „die man realistisch von der Verwaltung umsetzen kann.“

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