Die Parksituation am Grenzstadion ist nach wie vor ein heißes Thema bei den Anwohnern wie auch beim FC Oeding. Eine konkrete Lösung ist in Planung, doch bis dahin muss improvisiert werden.

von Alex Piccin

Oeding

, 25.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Über die Parksituation am Grenzstadion berichtete die Münsterland Zeitung im August 2012. Gut sechseinhalb Jahre später beteuern Anwohner und der FC Oeding, dass sich seitdem kaum etwas getan habe. Noch immer herrsche bei den Turnierwochen des FCO im Sommer ein blechernes Chaos, das für die Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger und Radfahrer, eine hohe Gefahr berge.

Just im vergangenen Jahr ereignete sich ein Unfall, bei dem glücklicherweise nur ein Blechschaden entstand. Mit Schuld sei die unübersichtliche Situation in Höhe des Kabinentraktes gewesen. Die dort auf dem Mehrzweckstreifen schraffierten Flächen kennzeichnen Parkverbotszonen, an die sich kaum jemand halte, sagt FC-Vorsitzender Klaus Jägering: „Im Trainingsbetrieb wie auch bei den Spielen werden diese Flächen als Parkplätze genutzt, weil die Fahrer wissen, es kontrolliert niemand.“ Kritik richtet er auch an die Gemeinde, die er ob der Situation angeschrieben und mit der er Gespräche gesucht habe: „Leider kam da keine Rückmeldung.“

Bürgermeister Vedder verspricht, sich zu kümmern

Klaus Jägering wie auch Anwohnerin Elke Schlottbohm fordern von der Verwaltung, dass gerade am Wochenende kontrolliert und auch Knöllchen ausgestellt werden. „Wenn es den Leuten ans Geld geht, reagieren sie“, schätzt der Funktionär. Diesen Hinweis nimmt Bürgermeister Christian Vedder gerne auf und verspricht: „Wir kümmern uns darum. Ich werde auch nachgehen, warum die Anfragen des Vereins nicht beantwortet wurden.“ Er verweist auf die Tatsache, dass im vergangenen Jahr die Leitung des Ordnungsamtes lange Zeit nicht besetzt gewesen ist und einiges liegen geblieben sei.

Vedder betont allerdings auch, dass die Gemeinde von seiten des Kreises die Genehmigung erhalten hat, während der Großveranstaltungen ein Teilstück der Winterswyker Straße als eine Tempo-30-Zone auszuweisen: Das bringt eine gewisse Entlastung.“ Auch sei es möglich, die öffentlichen Parkplätze beim angrenzenden Tennisverein zu nutzen, nicht jedoch die privaten des Restaurants.

Weiter Fußmarsch zum Stadion ist keine Lösung

Die Gemeinde hatte 2012 kurzfristig den Anwohnern Pylonen zur Verfügung gestellt, mit denen sie ihre Auffahrten auf dem Mehrzweckstreifen abgrenzen konnten. „Es ist dadurch ein wenig angenehmer geworden, aber wesentlich reguliert hat diese Maßnahme die Parksituation nicht. Die Leute parken noch immer wie die Irren“, sagt Elke Schlottbohm.

Sie hat auch schon mitbekommen, wie Autofahrer diese mobile Begrenzung verstellen, um dort zu parken, die nach einem Hinweis ihrerseits dann doch weiterfuhren. Schlottbohm verweist auf die Parkmöglichkeiten im Dorf, beispielsweise bei Bruno Kleine. Der gemeine Autofahrer und Grenzstadionbesucher wird den einen Kilometer langen Fußweg jedoch mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit verschmähen wollen.

Parkplatz auf der Wiese kommt nicht in Frage

Dass es heute an Parkplätzen mangelt, könnte mit dem Baugenehmigungsantrag in den 1980er Jahren beim Kreis zusammenhängen, vermutet Christian Vedder: „Es mag sein, dass damals die Vorgaben hinsichtlich der Parkplätze einfacher waren, heute sind sie jedenfalls streng.“ Die Uhr zurückzudrehen ist nicht möglich, also müssen andere Lösungen her. Um dieser Situation Herr zu werden, fasste die Gemeinde den Umbau einer südlich an der Winterwyker angrenzenden Wiesenfläche ins Auge.

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„Wir waren mit dem Eigentümer so weit einig, doch für die Realisierung waren hohe Auflagen zu beachten“, erklärt Christian Vedder. Durch die Nähe der Schlinge hätte beispielsweise ein Hochwasserschutz installiert werden müssen. Eine Auffüllung des Bodens, um ihn auf ein Niveau mit der Straßenhöhe zu bringen sowie das Einhalten weiterer Umweltbestimmungen hätten den die Kosten auf „ein paar Hunderttausend Euro“ anwachsen lassen, so der Bürgermeister: „Mit Blick auf die einigen Veranstaltungen im Jahr stellt sich dann die Frage der Verhältnismäßigkeit.“

Variante Ortsumgehung schreitet voran

Deutlich günstiger wäre nämlich eine seit Jahrzehnten geplante Variante. Die Bestrebungen, den Verkehrsfluss auf der Winterswyker Straße durch eine Ortsumgehung zu entlasten, könnten bald konkretere Formen annehmen, wie der Verwaltungschef darstellt: „Wir befinden uns im Endspurt der Planfeststellung.“ Sobald das durch ist, besitzt die Gemeinde Planrecht. Der Bau könnte schließlich beginnen, sofern nicht dagegen geklagt wird. Aber Christian Vedder liegen bereits Klageankündigungen vor, so dass das Ziel einer Ortsumgehung wohl noch in einiger Entfernung liegt.

Sollte sie eines Tages den Sprung aus dem Ideenblock in die Realität schaffen, ergäben sich für die Winterswyker Straße andere Optionen. Der Favorit ist ein Rückbau auf zwei Fahrspuren mit Bepflanzung und dazwischen situierten Parkflächen. Im Vergleich zum Bau eines Parkplatzes an der Schlinge die deutlich günstigere Variante. Was aktuell bleibt, ist die Hoffnung von Anwohner, Verein und Gemeinde auf ein richtiges Verhalten der Autofahrer und der Appell, auch mal 100 Meter mehr zu laufen, dafür aber einen konformen Parkplatz zu nutzen.

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