Zeitweiser Abschied von geplanter Wohnbebauung

Früheres Schulten-Areal

Als der Textilunternehmer Bruno Kleine im Jahr 2002 Gebäude und Areal der Gebrüder Schulten kaufte, verband die Kommune damit große Hoffnungen für das insgesamt 60000 Quadratmeter große Gelände. Die haben sich aber bisher nicht erfüllt und scheinen mit jetzt vorliegenden neuen Planungen in weite Ferne zu rücken.

OEDING

, 08.04.2015, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Modezentrum wollte der inzwischen verstorbene Textilunternehmer aus Harsewinkel auf dem Gelände der ehemaligen Textilwerke errichten. Verbunden mit Wohnbebauung und Gewerbe. Verkäufer war damals die inzwischen insolvente Hucke AG, welche die Firma Gebrüder Schulten 1973 übernommen hatte.

Als Bruno Kleine seine Pläne für das Areal mit 30000 Quadratmeter überbauten Fabrik- und Verwaltungsgebäuden im November 2002 im Gemeinderat vorstellte, schöpfte dieser Hoffnung, für das Industriegelände einen Investor gefunden zu haben, der den Standort weiter entwickelt und einer neuen Nutzung zuführt.

Nur eine Zwischenlösung

Als eigentliche Zwischenlösung geplant, entstand in einer Halle des Bekleidungswerkes das rund 1500 Quadratmeter großes Bekleidungsgeschäft von Bruno Kleine. Das noch heute dort angesiedelte Geschäft wurde am 23. September 2004 eröffnet. Ziel war damals noch immer - Bruno Kleine war inzwischen verstorben und seine Söhne Andreas und Nicolas Kleine führten das Unternehmen - an der Jakobistraße ein zweigeschossiges neues Modehaus zu errichten.

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Leere Hallen der Gebrüder Schulten

Bis zu 2000 Mitarbeiter waren bei den Gebrüdern Schulten früher allein in Oeding beschäftigt. Im Jahr 2002 hat der Textilunternehmer Bruno Kleine das Areal übernommen. Jetzt soll in Teil der leer stehenden Hallen wieder gewerblich genutzt werden. Dafür will die Gemeindeverwaltung den Begauungsplan zeitlich befristet von Wohnbebauung in gewerbliche Nutzung ändern.
08.04.2015
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© Foto: Markus Gehring
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Schlagworte Südlohn

Bereits im Juni 2004 stellte der Ahauser Architekt Heiner Farwick Pläne für ein rund 3000 Quadratmeter großes Modehaus mit Angeboten von Bruno Kleine, Bekleidung der Hucke AG und möglicherweise einem Schuhladen vor.

Keine Investitionen gewollt

Trotz angeblich langfristiger Verträge mit Kleine zog Hucke zum 1. März 2005 mit seiner Verwaltung in Oeding aus und in die in Stadtlohn leer stehenden Gebäude der insolventen Firma "WRT-Laborbau" am Schützenweg. Das Unternehmen brauchte Platz und wollte für die Sanierung seiner Bürogebäude keinen sechsstelligen Eurobetrag mehr investieren.

Ein Jahr später stand das ehemalige Areal der Gebrüder Schulten erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Der änderte 2006 den Bebauungsplan und machte damit den Großteil des ehemaligen Textil-Areals frei für die Wohnbebauung.

Wohnbebauung geplant

Damals wurde in Oeding jeder Bauplatz benötigt. Das Verfahren für das Neubaugebiet an der Burloer Straße stockte, und der Gemeinde gingen langsam die Bauplätze aus. Trotz rechtskräftigem Plan: die Sheddach-Hallen der Gebrüder Schulten stehen noch heute, das riesige Areal im Oedinger Ortskern blieb seit dem Verkauf an Bruno Kleine baulich weitgehend unverändert, es wurden auch keine Hallen abgerissen und Einfamilienhäuser errichtet.

Jetzt, rund 13 Jahre nach dem Verkauf an Kleine, geht es sogar wieder einen Schritt zurück: Südlohns Gemeindrat diskutiert in seiner Sitzung am 15. April die Änderung des Bebauungsplans für einen Teilbereich des Geländes zwischen Schultenallee, Winterwyker Straße und Woorteweg.

Gewerbliche Nutzung ermöglichen

Statt Wohnbebauung soll für einen Übergangszeitraum von bis zu zehn Jahren wieder gewerbliche Nutzung ermöglicht werden. Grund: die Firma Bruno Kleine plant mittelfristig noch keinen Abriss an der Schultenallee und ein örtlicher Industriebetrieb benötigt dringend Lagerfläche, die er für einen Übergangszeitraum in den alten Textilhallen finden will.

  • Infos zur Ratssitzung am 15. April (ab 18 Uhr im Oedinger Rathaus, Winterswyker Straße 1) gibt es im Internet. 
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