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Sven und Stefan: „Wat is nu mit heiraten?“

Sven und Stefan (v.l.) werden sich Anfang August das „Ja“-Wort geben.
Sven und Stefan (v.l.) werden sich Anfang August das „Ja“-Wort geben. © privat
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Es war der perfekte Moment für den Antrag: Nach fast elf Jahren erhielt Stefan am Tag seines Geburtstages den Heiratsantrag von Sven auf der nordfriesischen Insel Borkum. Das Turtelpaar verweilte gerade im Liegestuhl mit einem Glas Aperol Spritz auf Borkum – locker und salopp fragte Sven: „Wat is nu mit heiraten?“. Stefan antwortete: „Können wir machen“. Drei weitere Stunden philosophierten sie am Strand darüber, wie sie sich den besonderen Tag vorstellen, was sie sich wünschen – und was nicht.

Antrag war früher geplant

Der Antrag von Sven (38) war ursprünglich schon früher geplant. Doch immer kam etwas dazwischen – nicht zuletzt auch Corona. Da Sven ein sicherheitsliebender Mensch ist, hatte er im Kopf schon genaue Pläne, wie es aussehen könnte. Er wartete immer auf den richtigen Moment und hatte dafür auch schon einen Ring zur Hand.

Stefan (36) entdeckte diesen und meinte zwischen Tür und Angel im Stress: „Was ist das für ein hässlicher Ring?“ Hatte er richtig gehört? Hässlich? Dann kam der Ring keinesfalls in Frage und seine Pläne verflüchtigten sich vorerst.

Die beiden lernten sich im September 2010 über die Plattform „studiVZ“ kennen und tauschten sich über ihre Leidenschaften – Mode und Reisen – aus.

Erste Treffen

Nur drei Tage, nachdem der gelernte Altenpfleger den Einzelhandelskaufmann Sven kontaktiert hatte, folgten erste Treffen. Stefan verspätete sich zum Date, was so gar nicht seine Art ist: „Ich kenne kaum einen so pünktlichen Menschen wie ihn“, betont Sven. Zunächst hatten beide Urlaub und damit Zeit füreinander.

Ab September 2014 ging Sven für zweieinhalb Jahre beruflich nach Hamburg, Bielefeld und Hannover. Sie arrangierten sich mit einer Fernbeziehung, telefonierten täglich, schrieben sich Nachrichten.

Höhen und Tiefen

„Wir haben viele Höhen und Tiefen miteinander durchgestanden. Das schweißt zusammen“, sagt Stefan. Und doch lief nicht immer alles reibungslos. Doch sie gaben nicht auf, arbeiteten an ihrer Beziehung und waren sich sicherer denn je. So fasste Sven den Entschluss, Stefan am 8. August den Antrag zu machen. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet“, erinnert sich Stefan, der aber keine Sekunde zögerte. Den Abend ließen sie gemütlich, entspannt und voller Freude bei einem guten Essen ausklingen. Sie informierten sogleich ihre Nachbarin Sandra, die ganz außer sich vor Freude war, ebenso wie viele andere Freunde und Verwandte. An Gemeinsamkeiten mangelt es den beiden nicht. Natürlich gibt es auch Gegensätze.

Kein großes „Chichi“

„Stefan ist der ruhige Part von uns beiden. Immer zuverlässig, oft geradlinig und akribisch“, erzählt Sven. „Sven ist dagegen sehr spontan und kreativ, ausgeflippter als ich, impulsiv und emotional“, meint Stefan. Beide sind bodenständig und realistisch, brauchen kein großes „Chichi“, sagen sie. Dafür haben sie zwei Trauzeugen in ihren längsten Freunden gefunden, die sie schon jetzt auf dem Weg begleiten. Die beiden Kirchhellener wissen, dass sie füreinander bestimmt sind – dafür braucht es keinen Verlobungsring. Die Ringe tauschen sie erst am 5. August zum Hochzeitstag aus, wenn sie sich das Ja-Wort am Kulturzentrum Hof Jünger geben.