Butter nur noch für Privatpatienten Klinik-Betreiber will Kosten sparen

Eine Person streicht Butter auf eine Scheibe Brot.
Butter können sich in den Asklepios-Krankenhäusern bald nur noch Privatpatienten aufs Brot schmieren. © picture alliance/dpa
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Selten war die Redewendung „die Butter vom Brot nehmen“ angebrachter als in diesem Fall: Ein Klinikbetreiber aus Hamburg will Kassenpatienten in Zukunft nur noch Margarine anstelle von Butter servieren. Damit sollen Kosten gespart werden.

Margarine statt Butter im Krankenhaus: Asklepios will Kosten sparen

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sollen gesetzlich Versicherte in den Krankenhäusern des Asklepios-Konzerns bald Margarine statt Butter bekommen. Für Privatpatienten gilt diese Änderung demnach aber nicht.

„Angesichts gestiegener Einkaufs-, Logistik- und Personalkosten in der für die Speisenversorgung zuständigen Tochtergesellschaft sind Einsparungen unvermeidlich“, zitiert die Zeitung einen Sprecher des Asklepios-Konzerns. Der Preis der bislang in den Hamburger Krankenhäusern verwendeten Joghurt-Butter habe sich mehr als verdoppelt. Mit dem Umstieg auf Margarine bei Kassenpatienten könnten rund 330.000 Euro pro Jahr eingespart werden.

Asklepios kann Mehrkosten nicht an Patienten weitergeben

Der starke Preisanstieg bei der Butter lässt sich in der Tat mit Daten des Statistischen Bundesamtes belegen: Demnach war sie im Dezember 2022 39,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Nach Angaben von Asklepios stiegen die Kosten in der Speiseversorgung durch die hohe Inflation um 2,6 Millionen Euro jährlich.

Diese Mehrausgaben könne der Konzern allerdings dem Bericht zufolge nicht an die Patienten weitergeben. „Wir müssen trotz erheblich gestiegener Ausgaben mit den Pauschalen auskommen und erhalten bislang auch keinen Inflationsausgleich“, wird der Sprecher zitiert.

Asklepios ist einer der größten privaten Krankenhausbetreiber in Deutschland. Nach eigenen Angaben betreibt der Konzern in 14 Bundesländern insgesamt rund 170 Kliniken und Einrichtungen. Wie der Spiegel berichtet, erwirtschaftete das Unternehmen zwischen Januar und September 2022 einen Gewinn von 104,9 Millionen Euro – ein Plus von 5,7 Millionen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.