Ertrunkener 6-Jähriger in Tirol: Leons Vater erinnert sich an „Kapuzenmann“

Polizisten sind am Unglücksort im Einsatz.
Nach einem Raubüberfall auf seinen Vater ist ein Sechsjähriger in der Tiroler Ache in Österreich ums Leben gekommen. © picture alliance/dpa/APA
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Nach dem grausamen Drama Ende August in Tirol, bei dem ein 6-Jähriger in der Ache ertrunken war, gibt es noch immer keine Hinweise auf einen Tatverdächtigen. Die Polizei steht weiter vor einem Rätsel. Zeugen haben sich bislang auch nicht gemeldet.

Doch jetzt erinnert sich der Vater des ertrunkenen 6-Jährigen an einen Mann mit Kapuzenpullover. Der soll etwa eine Stunde vor dem Überfall auf Leons Vater Florian im Park von St. Johann in Tirol unterwegs gewesen sein. Die Eltern hoffen nun, dass er möglicherweise den Täter gesehen hat und er sich bei der Polizei meldet – mit wichtigen Zeugenhinweisen.

Mann mit Kapuzenpullover gesucht

Der Vater erinnert sich in der Bild-Zeitung an den folgenschweren Spaziergang: „Um kurz vor 3 Uhr ist ein Mann etwa 50 Meter entfernt von uns im Regen durch den Park gegangen. Der Mann kam von der Stadtseite und ging über die Brücke in die Richtung der Mittelschule.“

Und so beschreibt er den Mann: Er habe einen blauen Hoodie getragen, auf dem Rücken sei ein großflächiger weißer Aufdruck einem Adler ähnlich gewesen. Der Mann habe keinen Bart und sei unter 40 Jahre alt, schlank und etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß.

Vater wurde bewusstlos geschlagen

Doch was war passiert? Nach einem Raubüberfall auf seinen Vater ist der Sechsjährige in der Tiroler Ache in Österreich ertrunken. Wie das Landeskriminalamt berichtete, gehen die Ermittler davon aus, dass der Vater im Bereich der Promenade von St. Johann in Tirol von einem Unbekannten von hinten bewusstlos geschlagen worden ist. Er sei von einer Bierflasche auf den Kopf getroffen worden, so die Behörden.

Danach sei der gesundheitlich beeinträchtigte Sechsjährige aus dem Kinderwagen geklettert und in die Ache gestürzt, wo er abgetrieben wurde und rund 600 Meter flussabwärts schließlich nur noch tot geborgen werden konnte. Er litt unter einem seltenen Gendefekt, der ihn in seiner motorischen und geistigen Entwicklung deutlich verlangsamte.

Passanten finden den verletzten Vater

Dem verletzten Vater waren bei dem Überfall das Mobiltelefon und die Geldbörse geraubt worden. Ein Passant hatte den 37-Jährigen am Sonntagmorgen gefunden, als er wieder zu sich kam, wie die Bild berichtet. Demnach sei der Kinderwagen zu dem Zeitpunkt weg gewesen. Der Vater hatte keine Erinnerungen mehr, aber nach seinem Sohn gefragt.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass auf das Kind Gewalteinwirkung durch den unbekannten Täter ausgeübt worden sei, sagte LKA-Leiterin Katja Tersch der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Das bestätigt auch eine Obduktion des Jungen, die direkt von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft angeordnet worden war. Die bestätigte, dass der Junge ertrunken ist.

Junge (6) litt unter Schlafstörungen

Laut verschiedener Medien war der Vater häufig wegen des Gesundheitszustands des Kindes mit dem 6-Jährigen spazieren gegangen – auch mitten in der Nacht. Durch das Syngap-Syndrom litt er unter Schlafstörungen.

Zuvor hatte die Familie bereits auf Facebook um Hilfe gebeten. „Falls einer von euch noch irgendwelche Hinweise auf den Angreifer hat, bitte meldet euch beim Landeskriminalamt Tirol unter der Telefonnummer 059133/703333.“

Auf der Facebook-Seite sammelten sie auch Spenden für die Erforschung des seltenen Syn­gap-Syndroms, mit dem ihr Sohn zur Welt gekommen war. Dort bedanken sie sie sich auch für die Anteilnahme. Sie schreiben: „Wir sind un­endlich traurig, am Boden zerstört und fassungslos.

dpa/rej/akg