Ein Landeserlasst ermöglicht es Impfzentren inzwischen auch Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zu impfen. © picture alliance/dpa
Coronavirus im Kreis Unna

Impfzentren in Unna und Iserlohn impfen jetzt auch Schwangere

Noch befindet sich der Beschlussentwurf zur Empfehlung der Stiko im vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahren. Ein Landeserlass macht es den Impfzentren aber schon möglich, Schwangere zu impfen.

Fachgesellschaften wie der Bundesverband für Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hatten sie schon lange empfohlen. Und auch der Chefarzt-Gynäkologe am Christlichen Klinikum Unna riet in einem Interview mit dieser Redaktion Ende August zur Impfung für Schwangere: Nach einem Landeserlass impfen ab jetzt die Impfzentren in Unna und im Märkischen Kreis ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

In dem neuen Landeserlass ist festgelegt worden, dass ab sofort auch Schwangere ab Beginn der 13. Schwangerschaftswoche in allen Impfzentren in NRW geimpft werden dürfen. Der Erlass ist eine Reaktion auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die noch bis Ende der vergangenen Woche ausstand und seitdem als Beschlussentwurf vorliegt, wie der Märkische Kreis erklärt. „Wenn das vorgeschriebene Stellungnahme-Verfahren abgeschlossen ist, soll die endgültige Empfehlung zeitnah folgen“, heißt es in einer Mitteilung.

„Schwangeren, die bisher nicht oder unvollständig geimpften sind, empfiehlt die Stiko eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel“, folgt auch der Kreis Unna nun dieser Vorgabe. Je nach bereits vorhandenem Impfstatus können Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche im Impfzentrum in der Kreissporthalle an der Platanenallee 20 ihre Erst- oder Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, also Biontech oder Moderna erhalten.

Frauen sollen ihren Mutterpass vorlegen

So sieht es auch in den beiden Impfstellen in Lüdenscheid und Iserlohn sowie im Impfbus des Märkischen Kreises aus. Der Märkische Kreis weist zudem darauf hin, dass Frauen ihren Mutterpass zur Impfung vorlegen müssen.

„Es ist wichtig für uns zu wissen, dass wir keine Schwangeren impfen, bevor die Organbildung beim Feten nicht abgeschlossen ist. Dies ist nach der 12. Schwangerschaftswoche der Fall. Daher benötigen wir die Informationen aus dem Mutterpass“, sagt Dr. Gregor Schmitz, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Märkischer Kreis.

Individuelle Aufklärung bleibt sinnvoll

Nachdem eine junge schwangere Frau in Dortmund an Corona gestorben ist, hatte sich der Direktor der Frauenklinik am Klinikum Dortmund für eine Impfung ab der ersten Schwangerschaftswoche ausgesprochen. Doctor-medic Cosmin-Paul Sărac, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Unna, verweist ebenfalls auf die Empfehlung fürs zweite Schwangerschaftsdrittel. Er rät allen Frauen allerdings zu einem individuellen Aufklärungsgespräch, für das sich die Frauen an ihre niedergelassenen Frauenärzte richten können.

  • Am Samstag, 18. Oktober, ist das Impfzentrum im Kreis Unna noch einmal von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 19.30 Uhr geöffnet.
  • Vom 20. bis 29. September gelten stark eingeschränkte Öffnungszeiten.
  • Mittwoch: 8 bis 13 Uhr und 14 bis 19.30 Uhr
  • Samstag: 8 bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 19.30 Uhr
  • An den anderen Wochentagen ist das Impfzentrum dann geschlossen.
  • Ab dem 1. Oktober ist das Impfzentrum vollständig geschlossen.
Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung