Fast idyllisch wirkt der Flughafen in Dortmund, solange keine Starts und Landungen die Stille stören. Die Zeitfenster mit relativer Ruhe sind derzeit größer als gewohnt im Westen Unnas, weil die Flugbewegungen abgenommen haben. © www.blossey.eu
Landeschwelle

Ruhe herrscht am Flughafen Dortmund eher auf der Landebahn

Erneute Reisebeschränkungen lassen es ruhiger werden am Himmel über Unna. Dafür bricht in der politischen Diskussion um den Dortmunder Flughafen Unruhe aus: Unnas SPD kritisiert die Genehmigungsbehörde.

Nun ist es amtlich: Über die Verlegung der Landeschwelle am Dortmunder Flughafen will die Bezirksregierung Münster im vereinfachten Schnellverfahren entscheiden. Ob Flugzeuge künftig 300 Meter weiter im Osten aufsetzen und davor tiefer über Unna anfliegen dürfen, will die Genehmigungsbehörde nach Aktenlage und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit bewerten. Dieser Ausgang für die Frage zwischen zwei möglichen Verfahrenswegen war von Kritikern des Flughafens durchaus befürchtet worden. Doch einfach hinnehmen will man sie nicht.

In Unna kündigt die SPD-Fraktion im Stadtrat nun eine eigene Prüfung dieser Entscheidung an. Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Laaser hält sie für falsch, wie er mitteilt: „Durch die Möglichkeit der Plangenehmigung statt Planfeststellung soll ein Verwaltungsverfahren in den Fällen vereinfacht werden, in denen die Rechte anderer nicht beeinträchtigt sind“, erklärt Laaser die grundlegende Idee hinter dem vereinfachten Verfahrensmodell. Und er betont: „Davon kann bei der Verlängerung der Landebahn am Flughafen Dortmund nicht die Rede sein.“

„Breiter Widerstand in der Bevölkerung“

Denn dass die Bezirksregierung in Münster den Antrag auf eine Verlängerung der Landestrecke im einfachen Plangenehmigungsverfahren bearbeiten will, bedeute, dass Öffentlichkeit und anerkannte Naturschutzverbände nicht angemessen im weiteren Verfahren beteiligt würden und es auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung gebe, so Laaser. „Bei konfliktarmen Vorhaben mag das ja der richtige Weg sein, um Behörden zu entlasten. Hier haben wir es aber mit breitem Widerstand quer durch die Bevölkerung zu tun, und das längst nicht nur in den besonders belasteten Stadtteilen Massen, Afferde und Königsborn“, so der SPD-Fraktionschef.

Dass das vereinfachte Verfahren unangebracht sei, hatten auch die Stadt Unna und Umweltverbände im Vorfeld der Entscheidung bei der Bezirksregierung vorgetragen, ohne damit aber etwas bewirken zu können. Nun sieht es so aus, als ob die Stadt diese Entscheidung in der Verfahrensfrage erst einmal hinnehmen müsste. Klagen kann sie allerdings gegen die Entscheidung über den Antrag selbst, wenn diese getroffen ist, also gegen einen Bescheid zur Verlegung der Landeschwelle.

Flugverkehr in der Pandemie stark eingebrochen

Die Diskussion brandet in einer Zeit auf, in der es am Himmel über Unna eher ruhig ist. Die Reisebeschränkungen in der Pandemie haben die Flugzahlen erneut einbrechen lassen, wie der Flughafen Dortmund in seiner Quartalsstatistik aufzeigt. Die Zahl der Flugbewegungen lag im ersten Quartal 2021 um 31 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Dabei wurden die Zahlen noch durch eine Zunahme bei kleingewerblichen und privaten Flügen gestützt. Insgesamt gab es in den Monaten Januar, Februar und März in Dortmund 4772 Starts und Landungen. Davon entfielen 1086 auf den Linienverkehr, der damit um gut 70 Prozent unter dem Volumen des Vorjahreszeitraums lag. 120.957 Passagiere seien im ersten Quartal 2021 abgefertigt worden – ein Minus von 75 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Zu Jahresbeginn habe es einen leichten Aufschwung durch Rückreisen aus dem Weihnachtsurlaub gegeben, dann aber wieder eine zunehmende Abnahme. Der schlechteste der drei Monate in der Betrachtung war der Februar mit nur 28.107 Passagieren. Sie entsprechen einem Minus von 86 Prozent gegenüber dem Februar 2020.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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