Medienkompetenz

Tipps für Familien: So meistern Eltern und Kinder die digitale Welt

Wenn Eltern sich unsicher fühlen, wie viel Digitalität sie ihren Kindern erlauben sollen, dann ist das kein Grund, sich zu schämen. Sie sind nicht alleine – und es gibt einen tollen Ratgeber für sie.
Anika Osthoff ist Lehrerin und Mutter und als solche zur Expertin für digitale Medien geworden. Gemeinsam mit Leonie Lutz hat die Unnaerin einen Ratgeber für Eltern verfasst. „Begleiten statt verbieten“ zeigt, wie Eltern und Kinder gemeinsam die digitale Welt meistern können.
Anika Osthoff ist Lehrerin und Mutter und als solche zur Expertin für digitale Medien geworden. Gemeinsam mit Leonie Lutz hat die Unnaerin einen Ratgeber für Eltern verfasst. "Begleiten statt verbieten" zeigt, wie Eltern und Kinder gemeinsam die digitale Welt meistern können. © Dirk Becker

Anika Osthoff aus Unna ist Lehrerin und Mutter. Sie weiß, wie wichtig es ist, Kinder fit zu machen für die digitale Welt. Das Anne-Frank-Gymnasium in Werne, an dem sie unterrichtet, ist digitale Modellschule. „Leider ist das immer noch eine Ausnahme, selbst WLAN gibt es nicht überall“, bedauert Osthoff, dass die Digitalisierung das Bildungssystem noch nicht komplett durchdrungen hat. Denn die digitale Welt, da ist sie sich sicher, bietet auch Chancen.

Und doch erinnert sich auch die Frau, die inzwischen Expertin für digitale Medien ist, an den Moment, in dem sie selbst Hilfe brauchte. „Mein Sohn wollte ein Smartphone, interessierte sich für Computerspiele. Da habe ich gemerkt, dass mich das überfordert“, berichtet die Unnaerin. Sie wurde aktiv, buchte den Kurs „Kinder digital begleiten“ von Leonie Lutz. Da ahnte sie noch nicht, dass beide zusammen mal Bücher schreiben würden.

Zweites gemeinsames Buchprojekt

„Wir haben festgestellt, dass wir in vielen Dingen ähnliche Ansichten haben“, sagt Anika Osthoff. Die wichtigste ist die, die ihrem neuen Buch ihren Namen gibt. „Begleiten statt verbieten“ heißt der Ratgeber. Es ist schon das zweite Buch, das Anika Osthoff und Leonie Lutz zusammen geschrieben haben. 2021 ist das E-Book „Schüler digital begleiten“ erschienen, das Lehrerinnen und Lehrer als Zielgruppe hatte. „Auch da gibt es noch viele Unsicherheiten“, weiß Anika Osthoff.

Nun ist der Kösel-Verlag auf die beiden Medien-Expertinnen zugekommen und hat sie gebeten, ein Buch für Eltern zu schreiben. Beide haben das gemacht, „Begleiten statt verbieten“ erscheint an diesem Montag (30. Mai). Einige Interessierte haben das Buch aber schon kennenlernen dürfen. Am 18. Mai fand auf Einladung der Buchhandlung Hornung eine Lesung mit Anika Osthoff im Schalander in der Lindenbrauerei statt. Die war ausgesprochen gut besucht. „Das zeigt mir, wie groß das Interesse ist“, sagt Anika Osthoff.

Auf Einladung von Buchhändler Michael Sacher (l.) war Anika Osthoff am 18. Mai 2022 im Schalander der Lindenbrauerei Unna zu Gast, um dort ihr Buch vorzustellen.
Auf Einladung von Buchhändler Michael Sacher (l.) war Anika Osthoff am 18. Mai im Schalander der Lindenbrauerei Unna zu Gast, um dort ihr Buch vorzustellen. © Privat

Beide Autorinnen sind allerdings erschrocken darüber, dass viele Eltern den Begriff Cyber-Grooming gar nicht kennen. „Cyber-Mobbing ist oft noch bekannt, Cyber-Grooming ist aber viel gefährlicher“, findet Anika Osthoff. Dahinter steckt die Manipulation von Kindern über das Internet – etwa, um an ihnen sexuell motivierte Straftaten zu verüben.

Kinder brauchen auch das Vertrauen ihrer Eltern

Kinder brauchen Regeln – auch im Internet und bei sozialen Medien. Innerhalb eines abgesteckten Rahmens muss man ihnen mit zunehmendem Alter aber auch Freiheiten lassen. „Das ist nicht einfach, aber Eltern müssen loslassen können“, findet Anika Osthoff. Für Kinder sei es wichtig, Medienkompetenz zu erlernen. Dabei müssten sie stets das Gefühl haben, mit eventuellen Problemen zu ihren Müttern und Vätern gehen zu können. „Wir sind absolut dagegen, mit einem Handyverbot zu drohen“, stellt Osthoff klar, dass diese Sanktion aus Sicht der Autorinnen ein falsches Zeichen setzt.

Der von Leonie Lutz angebotene Kurs „Kinder digital begleiten“ hat die beiden Frauen zusammengeführt, die nun schon ihr zweites gemeinsames Buch veröffentlichen.
Der von Leonie Lutz angebotene Kurs „Kinder digital begleiten“ hat die beiden Frauen zusammengeführt, die nun schon ihr zweites gemeinsames Buch veröffentlichen. © Hanna Witte Photography

Ihr Buch gibt praktische Tipps und dient auch als Nachschlagewerk. Wie mache ich meinen Netflix-Account für meine Kinder unzugänglich? Wie stelle ich ein Instagram-Profil auf „nicht öffentlich“? Und warum geht es nicht um die Zeit, die Kinder mit digitalen Medien verbringen, sondern um den Inhalt? Darauf gibt „Begleiten statt verbieten“ Antworten. Am Wichtigsten ist Anika Osthoff und Leonie Lutz aber, zu erklären, wie Kinder Zukunftskompetenzen erlangen. Beide sind sich sicher: Eltern können auch für sich selbst etwas lernen und einen Nutzen aus ihrem Buch ziehen.

Präsentation auf Instagram

Ihr Buch stellen Anika Osthoff und Leonie Lutz am Montag (30. Mai) um 20 Uhr im Rahmen eines Online-Events vor. Dabei sein können Interessierte kostenlos auf Instagram über die Kanäle @anika.osthoff und @kinderdigitalbegleiten.

Das Buch

„Begleiten statt verbieten“ von Anika Osthoff und Leonie Lutz erscheint am 30. Mai im Kösel-Verlag. Es hat 240 Seiten und ist für 17 Euro im Buchhandel erhältlich. ISBN: 978-3-466-31186-6

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