Kolumne

Von Hobbits und Opis: Kuriose Online-Dating Erfahrungen unserer Autorin

Je länger man Single ist, desto wahrscheinlicher landet man auf einer Single-App. Carina Sichtermann berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen mit kuriosen Bekanntschaften und Profil-Fallen.

Ich kenne viele in meinem Bekannten- und Freundeskreis, die sich online kennengelernt haben. Auch ich habe schon die eine oder andere Singlebörse ausprobiert. Leider bisher erfolglos, aber dafür habe ich kuriose Erfahrungen gesammelt.

Die Größen-Falle

Ich habe gelernt: Wenn der Mann seine Körpergröße nicht in seinem Profil angibt, Finger weg. Jedenfalls in meinem Fall. Kann ja jeder mögen was er oder sie will, ich jedenfalls stehe nicht auf Männer, die ich auch ohne Absätze schon fast überrage und ich bin nur 1,65 Meter groß. Das ist mir gleich zwei Mal passiert. Bei einem „Bumble“-Date und bei meinem allerersten Date über „Lovescout24“. Bei dem Date gab es bis auf seine fehlende Körpergröße allerdings noch ein paar andere Haken. Er, ich nenne ihn Linus, erzählte nur von seiner toten Mutter und von seiner Ex-Freundin, von der er auch gerade erst getrennt gewesen war. Also Spaß hatte ich bei dem Treffen nicht. Neben seiner fehlenden Körpergröße log Linus auch bei seiner Schulbildung, er gab sich gebildeter als er war.

Alles in allem war er gar nicht mein Typ. Das sah er aber leider anders. Obwohl ich ihm am nächsten Tag sehr freundlich mitteilte, dass ich nicht interessiert bin und ihm alles Gute wünschte, war die Sache für ihn noch nicht beendet. Es hätte doch so gut gepasst zwischen uns und man könnte sich doch trotzdem für etwas „lockeres“ treffen. No way!

Reifer Mann sucht junge Kulturinteressierte

Nachdem ich kurz die App „Lemonswan“ genutzt hatte, auch wieder erfolglos, probierte ich „Elitepartner“ aus. Ich war aber so entsetzt, dass ich mein kostenloses Test-Profil nach nur ein paar Stunden wieder löschte.

Nachdem mir ein ganz klarer Nicht-Elite-Typ schrieb, dass ich doch so unglaublich schön aussehe, obwohl mein Profilbild für ihn gar nicht sichtbar war, wurde ich das erste mal stutzig. Schickt er bestimmt jeder, dachte ich mir. Doch dann bekam ich eine extrem lange Nachricht von einem Mann, der etwa 40 Jahre älter war als ich und auf der Suche nach einer „jungen Frau, die gerne einen reifen Mann zu Opernkonzerten begleiten würde“ war. Brr… da schüttelte es mich und ich verließ die Plattform sofort.

Danach machte ich erstmal eine lange Pause mit Online-Dating. Ganz schön frustrierend, zeitintensiv und nicht zielführend, fand ich. Da aber durch Corona auch keine neuen Bekanntschaften im „echten Leben“ entstanden, testete ich vor ein paar Monaten dann „Bumble“. Doch wieder das gleiche: langwierige Gespräche über Hobbies, Beruf und bla bla.

Und auch hier bin ich wieder auf die fehlende Größenangabe reingefallen. Pascal (Namen geändert) war wieder so klein wie ich und zudem viel unsportlicher als auf seinem Bild. Außerdem kam ich bei unserem Treffen kaum zu Wort, weil er ohne Punkt und Komma redete. Pascal und ich waren uns aber wenigstens einig, dass wir die Bekanntschaft nicht weiterführen brauchen. Von den anderen Männern, mit denen ich geschrieben hatte, kam nichts mehr – außer von denen, die ich nicht mochte. Ich löschte auch hier mein Profil.

Online-Dating kann echt spannend und witzig sein, aber eben auch frustrierend – und in meinem Fall teilweise auch echt komisch. Glückwunsch und Respekt an alle, die so lange durchgehalten haben und tatsächlich ihren Partner online gefunden haben. Erstmal habe ich genug von diesen ganzen Partnerbörsen und Apps. Wenn ich kuriose Bekanntschaften machen möchte, kenne ich genug Orte, wo ich mich aufhalten kann.