Bochumer Pokalaus ein Stich ins Herz der Fans

3:4 in Walldorf

Fußball-Zweitligist VfL Bochum begrüßte in der vergangenen Saison so viele Fans wie in keiner vorherigen Spielzeit im Unterhaus. Mehr als 17.600 Zuschauer kamen im Schnitt. Als im Frühjahr jedoch nur zwischen 12.200 und 14.500 Zuschauer einige Heimspiele verfolgten, hatten sich die Verantwortlichen immer wieder über zu geringes Interesse beklagt.

BOCHUM

, 22.08.2016, 13:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bochumer Pokalaus ein Stich ins Herz der Fans

Andreas Schön (r.) von Walldorf kämpft um den Ball mit Tom Weilandt vom VfL.

Häufig gewann der VfL in dieser Zeit allerdings Zuhause nicht und verpasste dadurch endgültig den Aufstieg. Am kommenden Freitag spielt Bochum an der Castroper Straße gegen Hannover 96. Der mit sechs Punkten gestartete Absteiger und Aufstiegsfavorit ist für die Blauweißen, die ebenfalls nach oben wollen, bereits am dritten Spieltag ein richtungsweisender Prüfstein – nicht nur sportlich.

Erschreckend schwach

Das Spiel hat seit vergangenem Sonntag zusätzlich an Stellenwert gewonnen. Die erschreckend schwache Leistung des VfL und das peinliche 3:4-Pokal-Aus beim zwei Klassen tiefer spielenden Regionalligisten FC-Astoria Walldorf haben Spuren hinterlassen. VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter kommentierte die Pokal-Pleite mit den Worten: „Wir sind die Deppen der Nation.“

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Dieser Rückschlag ist wahrlich nicht dazu angetan den Glauben der Fans an einen Heimsieg gegen die Niedersachsen zu nähren. Und mit Erfolgen im eigenen Stadion haben sich die Bochumer in den letzten Jahren ohnehin schwer getan. Bei den letzten 70 Zweitliga-Heimspielen hofften die Anhänger sage und schreibe 47 Mal vergeblich auf einen Sieg des VfL.

"Freitag neu geplant"

Vielleicht kommen gegen Hannover mehr Besucher als zum Saisonstart. Den 2:1-Auftaktdreier gegen Union Berlin sahen 17.118 Fans. Bislang hat der VfL im Vorverkauf rund 11.000 Karten für die 96-Partie abgesetzt. Einige der rund 1.000 Treuen, die das Pokal-Debakel vor Ort miterlebten, werden gewiss Zuhause bleiben. Sie kündigten direkt nach dem 3:4 an: „Haben den Freitag neu geplant. Auf jeden Fall ohne den VfL.“

Seit Jahren, fast sogar Jahrzehnten, sind genau solche Niederlagen die Stiche ins Herz, mit denen Teams der VfL immer wieder Vertrauen bei den Anhängern verspielen. Gegen Hannover startet darum der nächste neue Anlauf, die enttäuschten Fans zu überzeugen. 

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