Christian Hochstätter: "Neuer Stadionname kommt"

VfL-Sportvorstand im Interview

Seit vergangenem Sonntag steht fest, dass der VfL Bochum ein weiteres Jahr in der 2. Liga spielen muss. Die Planungen laufen, zu den Baustellen gehört die Suche nach einem neuen Stadionnamen, da die Stadtwerke Bochum als aktueller Namensgeber diesen Vertrag nicht verlängert haben. "Es sieht so aus, dass wir einen neuen Partner finden", sagt Sportvorstand Christian Hochstätter im Interview.

BOCHUM

, 28.04.2016, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Hochstätter: "Neuer Stadionname kommt"

Christian Hochstätter: "Es sieht so aus, dass wir einen neuen Partner finden".

Herr Hochstätter, welchen Namen wird das Stadion in der neuen Saison haben? Das kann ich noch nicht verraten, aber es wird nächste Saison einen neuen Namen bekommen. Die Gespräche, für die Wilken Engelbracht als kaufmännischer Vorstand verantwortlich ist, laufen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Wir sehen den Gesprächen positiv entgegen.

Durch den Gregoritsch-Transfer und die Einnahmen aus dem DFB-Pokal hat der VfL geschätzt rund vier Millionen Euro erwirtschaftet. Steht der Verein damit auf gesünderen Füßen? Die Pokal-Partie gegen München war ein Gänsehautspiel. Damit konnten wir den Leuten nach vier Jahren, in denen der Verein gegen den Abstieg gespielt hat, etwas zurückgeben. Es hat uns Sympathien und neue Mitglieder eingebracht, aber die Zuschauer konnten wir für den Rest der Saison nicht entscheidend überzeugen. Die finanzielle Situation ist ein wenig entspannter geworden. Wir müssen zum ersten Mal keine Gelder aus einem künftigen Etat vorziehen. Dafür brauchten wir so ein Jahr. Wir werden aber zukünftig in etwa den gleichen Etat haben wie in dieser Saison.

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Im Sommer werden mehrere Spieler aus allen Mannschaftsteilen den Klub verlassen. Werden Sie Ablösesummen für Zugänge bezahlen? Wir sind mit Spielern in Gesprächen, aber wir sind nicht allein. Für uns kommen nur Kandidaten in Frage, die ablösefrei sind, und da sind wir leider nicht der einzige Verein.

Aber es wird personelle Veränderungen geben. Defensiv fällt Fabian lange aus, Cacutalua und Simunek gehen. Offensiv könnten Haberer, Terrazzino und Terodde wegbrechen. Steht wieder ein Umbruch bevor? Durch den Kreuzbandriss von Patrick Fabian ist eine neue Situation entstanden. Was Simon Terodde betrifft, so haben wir bis heute kein Angebot für ihn erhalten. Ich bin mir sicher, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben werden, zumal sie im Großen und Ganzen zusammenbleibt.

 

Sollte der VfL ein Angebot für Terodde bekommen: Gibt es eine Schmerzgrenze? Ich glaube nicht, dass es die in Bochum nicht gibt. Die Frage, ob er geht oder bleibt, wird öffentlich diskutiert, aber für uns stellt sie sich nicht. Sein Vertrag mit dem VfL läuft bis 2017.

Was fehlte der Mannschaft zum Sprung auf einen der ersten drei Plätze? Ich finde, wir haben eine sehr gute Saison gespielt. Wir sind Zuhause stabiler geworden, wir spielen attraktiver, erfolgreicher, konstanter. Die Mannschaft hat unsere Erwartungen in großen Teilen umgesetzt. In manchen Situationen hätte ich mir aber noch mehr Mut und Entschlossenheit gewünscht, um viele Unentschieden in einen Sieg umzuwandeln. Dazu fehlten Effektivität und Konzentration. Nach der Winterpause hat man gesehen, dass die Mannschaft das Ziel, oben angreifen zu wollen, gut umgesetzt und gezeigt hat, dass sie vom Kopf her stabiler geworden ist.

Ist der verpasste Aufstieg für Sie eine Enttäuschung? Man will immer gewinnen, aber die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Der Blick geht auf die neue Saison. Und man muss auch ehrlich sein: Die Tabelle lügt zu diesem Zeitpunkt nicht.

Spielt der VfL in der kommenden Saison um den Aufstieg? In der neuen Saison muss man das Erreichte bestätigen. Das ist harte Arbeit, das ist eine neue Herausforderung, das macht es so interessant. Die Erwartungshaltung wird eine andere sein. Wenn wir weiter fleißig sind und mit Akribie arbeiten, wird über kurz oder lang der Erfolg für den VfL zurückkommen.

Um was geht es für den VfL in den restlichen drei Zweitliga-Spielen? Wir wollen die bestmögliche Platzierung erreichen, und das wäre Platz vier. Denn natürlich geht es auch um TV-Gelder. Wir haben in den letzten Jahren viel verspielt. Es gibt einen Schlüssel, nach dem die Fernsehgelder berechnet werden. Ein einziger Tabellenplatz könnte rund 270.000 Euro ausmachen.

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