Das ist Bochums Neuzugang Thomas Eisfeld

"Enfach wieder Fußball spielen"

Anfang Februar wechselte Thomas Eisfeld auf Leihbasis vom FC Fulham für ein halbes Jahr nach Bochum, beim 3:2-Heimsieg des VfL über Eintracht Braunschweig stand er bereits in der Startelf und gehörte zu den besten Akteuren. Warum der 22-Jährige beim VfL nun scheinbar auflebt.

BOCHUM

, 19.02.2015, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist Bochums Neuzugang Thomas Eisfeld

Bochums Thomas Eisfeld (l.) überzeugte in der Partie gegen Eintracht Braunschweig.

In London steht er unter Vertrag, in Bochum spielt er, in Dortmund lebt seine Freundin. Bei Arsenal London hat Thomas Eisfeld die großen Namen kennengelernt. In seiner neuen Mannschaft fühlt sich der 22-Jährige "pudelwohl" - und darf vor allem "einfach wieder Fußball spielen". 

Training unter Arsene Wenger

Das war zuletzt nur selten der Fall. Nach sieben Jahren in der Jugend von Borussia Dortmund wagte der Mittelfeldspieler im Winter 2012 den ganz großen Schritt und heuerte bei Arsenal London an. Dort trainierte er unter Arsene Wenger, gehörte zum Kader mit vielen Weltstars. Darunter Per Mertesacker, Lukas Podolski, Mesut Özil und Tomas Rosicky.

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"Irgendwie war fast jedes Training wie ein Länderspiel", erinnert sich Eisfeld. "Wenger ist ein sehr ruhiger Trainer. Er respektiert deine Spielerpersönlichkeit. Im Training sagt er nicht viel, aber danach gibt er Tipps, wie man besser werden kann." Zweimal kam Eisfeld im FA-Cup zum Einsatz, den Durchbruch hat er nicht geschafft.

Von der Themse an die Ruhr

Im vergangenen Sommer wechselte er zu Premier League Absteiger FC Fulham. Dort lief es für ihn zunächst gut, dann wurde Trainer Felix Magath entlassen. Eisfelds Vertrag beim Londoner Vorortklub läuft hingegen noch bis 2016 und beinhaltet eine Option für ein weiteres Jahr. Spielpraxis will er sich beim VfL Bochum holen.

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Von der Themse zurück an die Ruhr, aus der 8,5 Millionen-Metropole in die 370.000 Einwohnerstadt Bochum, von einem der ruhmreichsten Klubs zu einem deutschen Ex-Bundesligisten: Ein Widerspruch ist das für Eisfeld nicht, denn: "Ich bin hierhin gekommen, um zu spielen."

Freunde leben in Dortmund

Seinen Wechsel nach England würde er jederzeit wiederholen. "Arsenal ist ein Weltverein. Ich hatte tolle Erlebnisse und habe Erfahrungen gemacht, die mir niemand mehr nehmen kann", sagt der U20-Nationalspieler klar und erinnert sich: "Als wir auf Asientour waren, haben uns gefühlt 30.000 Menschen alleine am Flughafen empfangen."

Verglichen mit Arsenal ist zwar alles ein, zwei Nummern kleiner, aber einen "Kulturschock" versichert Eisfeld, habe er nicht bekommen. Den Ruhrpott kennt er von seiner Zeit beim BVB hinlänglich, nach wie vor hat er einen Bezug zur Nachbarstadt. Seine Freundin und einige seiner Freunde leben in Dortmund, das Geschehen beim BVB verfolgt er.

Kabinengespräche mit Rosicky

Die schwarzgelbe Vergangenheit war übrigens auch ein guter Einstieg, um bei Arsenal mit Tomas Rosicky in der Kabine ins Gespräch zu kommen. "Tomas war schon immer ein Vorbild von mir, und seitdem ich ihn kennengelernt habe, ist er das noch viel mehr. Auf dem Platz und auch abseits des Rasens."

"In Londen zu leben, hat Qualität"“, so Eisfeld. Doch seine Prioritäten sind andere: "Ich hätte gerne darauf verzichtet, wenn ich häufiger hätte spielen können." Das dürfte in Bochum wohl kaum eine Frage sein. Angebote lagen dem gebürtigen Finsterwalder auch von anderen Vereinen vor.

Christian Hochstätter hat ihn überzeugt

Doch VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter hat den besten Eindruck hinterlassen und ihn von der Bochumer Philosophie überzeugt: "Herr Hochstätter hat sich sehr um mich bemüht. Bochum hat mir am meisten zugesagt, weil Trainer Verbeek agieren und Fußball spielen will. Das war mir wichtig."

Seine Qualitäten hat Thomas Eisfeld gegen Braunschweig gezeigt. Der Neuzugang hatte erheblichen Anteil am Erfolg. "So kann es weitergehen", hofft der Mann, der zumindest bis Juni 2015 in Bochum das Trikot mit der Nummer 23 trägt. Was danach kommt, lässt er auf sich zukommen.

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