Dutt erwägt Rücktritt: "Ein geschwächter Trainer hilft nicht weiter"

VfL Bochum

Nach einer erneut desolaten Vorstellung beim 3:3 gegen Wiesbaden zieht VfL-Trainer Robin Dutt einen freiwilligen Rücktritt in Betracht.

Bochum

, 25.08.2019, 08:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dutt erwägt Rücktritt: "Ein geschwächter Trainer hilft nicht weiter"

Am Sonntag fällt die Entscheidung: Schmeißt Robin Dutt in Bochum hin? © picture alliance/dpa

Es kam wie ein Blitz aus fast heiterem Himmel. In der Pressekonferenz nach dem 3:3 gegen Wehen Wiesbaden verzichtete Robin Dutt auf eine Spielanalyse. Stattdessen sprach der Cheftrainer des VfL Bochum über einen möglichen Rücktritt.

Dutt sucht das Gespräch

„Ich werde mich am Sonntag mit Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz austauschen und dabei auch über meine Position sprechen“, sagte der 54-Jährige. „Ich will das Beste für diesen Verein, weil mir dieser Klub in 18 Monaten sehr ans Herz gewachsen ist. Aber wenn meine Mannschaft so auftritt wie heute in der ersten Halbzeit und wir nach vier Spielen nur zwei Punkte geholt haben, dann haben wir Fehler gemacht. Dafür bin ich hauptverantwortlich und ich bin bereit, mich dieser Verantwortung zu stellen.“

Der Auslöser für diese Äußerung: Die Darbietung seiner Mannschaft gegen den noch punktlosen Aufsteiger. Vor allem in der ersten Halbzeit spielte der VfL desolat und lag mit 0:3 zurück. Die Fans verabschiedeten ihr Team mit "Absteiger"-Rufen in die Kabine. Der VfL machte Anfängerfehler, ließ jegliche Form von Struktur und Gegenwehr vermissen. Beispiellose Fehlerketten begünstigten die Gegentreffer. Trainer Robin Dutt entschuldigte sich später für diesen Auftritt.

Tendenz: Dutt tritt zurück

Eine endgültige Entscheidung darüber, ob Dutt Trainer bleiben wird oder tatsächlich die Reißleine zieht, soll am Sonntag getroffen werden. „Der Ausgang ist offen“, sagte Dutt am Ende der Pressekonferenz, obwohl er eine Tendenz bereits verraten hat, als er sagte: „Wir dürfen diese Situation nicht unterschätzen. Es hilft nicht mit einem geschwächten Trainer weiterzumachen.“

Das Zünglein an der Waage könnte bei den Gesprächen am Sonntag vor allem die Mannschaft sein. Während Dutt von vielen Fans und der Vereinsführung den Rücken gestärkt bekommt und eine Trainerdiskussion noch gar kein großes Thema war, ist das Verhältnis zwischen den Spielern und ihrem Übungsleiter belastet – und damit wohl der Grund für Dutts emotionale Rede.

Mannschaft macht die Taktik

Erste Probleme sind bereits in der Vorbereitung entstanden, weil es innerhalb der Mannschaft nur wenig Verständnis für die konsequente Ausbootung der ehemaligen Führungsspieler Stefano Celozzi und Tim Hoogland gab. Außerdem sind einige Spieler den taktischen Vorgaben ihres Trainers zuletzt kaum noch gefolgt.

Wozu das führen kann, ließ Riemann nach dem 3:3 gegen Wiesbaden durchblicken. Er gab zu, während des Spiels die Taktik verändert zu haben, gemeinsam mit Kapitän Anthony Losilla. Der Trainer hatte sie jedoch indirekt dazu aufgefordert - eine Kabinenansprache gab es nicht mehr.

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