Für Goretzka: VfL Bochum erhielt Nachzahlung von Schalke 04

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Sechs Jahre liegt der Wechsel von Leon Goretzka zu Schalke 04 zurück – doch der VfL Bochum profitiert immer noch vom Abgang des heutigen Bayern-Profis.

Bochum

, 04.10.2019, 08:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als die Verantwortlichen des VfL Bochum in der vergangenen Woche zur Mitgliederversammlung gebeten haben, legten sie die aktuellen Geschäftszahlen vor. Die wirtschaftliche Entwicklung ist erfreulich: Der Zweitligist hat einen Überschuss von mehr als 800.000 Euro erwirtschaftet. Ein Grund dafür dürfte viele Anhänger überraschen.

Zwei Ablösespiele vereinbart

Deshalb eine Rückblende ins Jahr 2013: Damals verhandelten Horst Heldt auf Schalker und Christian Hochstätter auf Bochumer Seite den Wechsel von Leon Goretzka. Nach langen und zähen Gesprächen einigten sich die beiden Manager nicht nur auf eine Fix-Summe in Millionenhöhe, sondern auch auf zwei Ablösespiele. Die beiden Partien sollten in den nachfolgenden Jahren jeweils im Ruhrstadion stattfinden und die Einnahmen natürlich beim VfL verbleiben.

Doch nur eines der beiden Duelle fand tatsächlich statt. Auf das Geld muss der Zweitligist trotzdem nicht verzichten – Schalke 04 hat eine Ersatzzahlung auf das Bochumer Vereinskonto überwiesen. "Das wurde damals so vereinbart: Spiel oder Zahlung", bestätigt Ilja Kaenzig, Geschäftsführer des VfL, auf Anfrage. Rund 300.000 Euro haben die Verantwortlichen somit verbuchen können.

Insgesamt ist die Ablösesumme für den damals 18-jährigen Leon Goretzka auf fast fünf Millionen Euro gestiegen – laut dem Fachportal "Transfermarkt" hat sich der Wert mittlerweile verzehnfacht. Der Verkauf war seinerzeit aber unbedingt notwendig. Denn der Zweitligist war im Sommer 2013 so klamm, dass er dringend Geld benötigte, um die Lizenz zu erhalten.

Goretzka spielt jetzt in München

Weitere Zahlungen aus Gelsenkirchen oder gar aus München sind jetzt nicht mehr zu erwarten. Goretzka unterschrieb 2018 beim FC Bayern. Auch für diesen Fall hatte der VfL vorgesorgt und eine Transferbeteiligung ausgehandelt – doch der Nationalspieler wechselte ablösefrei zum Rekordmeister. Bochum ging leer aus. Einzig ein Transfer ins Ausland wäre für den VfL in Zukunft noch lukrativ, weil dann die obligatorische Ausbildungsentschädigung fällig wäre.

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