Hochstätter: "Bei der Lufthoheit müssen wir ansetzen"

VfL Bochum braucht Defensiv-Spezialisten

Er gehörte zu den Bochumer Publikumslieblingen, denn er verkörperte die Erinnerung an die letzten Erstligajahre des VfL. Seine Zukunft hat Stanislav Sestak trotz eines eigentlich noch bis zum 30. Juni 2016 datierten Vertrages an der Castroper Straße nicht gesehen.

BOCHUM

, 19.05.2015, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hochstätter: "Bei der Lufthoheit müssen wir ansetzen"

Will die VfL-Gegentore nach Kopfballduellen verringern: Christian Hochstätter.

Der VfL verliert mit dem Angreifer, der selbst um Vertragsauflösung gebeten hatte, seinen zweitbesten Torschützen. „Mit neun Toren und fünf Assists hat Stanislav Sestak aus unserer Sicht das erfüllt, was wir uns von ihm versprochen hatten“, attestiert VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter. Dafür eröffnet sein Weggang dem Verein im finanziellen Bereich neue Möglichkeiten. Sestaks Jahressalär dürfte bei geschätzten 350.000 Euro gelegen haben.

Suche nach Alternativen

Auch ohne Sestak verfügen die Bochumer in der neuen Saison – ein Bleiben von Goalgetter Simon Terodde (Vertrag bis Juni 2017) vorausgesetzt – über eine gewisse Offensivkraft. Dafür stehen neben Terodde noch Marco Terrazzino, Selim Gündüz und Michael Gregoritsch. Der VfL ist trotzdem auf der Suche nach weiteren Alternativen.

Gespräche über die Zukunft von Yusuke Tasaka und Mikael Forssell, deren Verträge auslaufen, stehen laut Hochstätter in Kürze an. Sollten die derzeit ausgeliehenen Tobias Weis bzw. Thomas Eisfeld gehalten werden können, liegt das Hauptaugenmerk bei neuen Akteuren ohnehin eher im defensiven Bereich.

„Sechser“ gesucht

Durch den Weggang von Danny Latza (FSV Mainz) hat der VfL mit Anthony Losilla nur noch einen gestandenen „Sechser“. Dass sich Onur Bulut oder der lange verletzte Henrik Gulden als Stammspieler etablieren, ist nicht unbedingt zu erwarten. „Wir haben unsere Vorstellungen und sind mit Spielern im Gespräch“, sondiert Hochstätter den Markt und merkt an: „Seitdem wir den Klassenerhalt sicher haben, werden uns zusehends mehr Spieler angeboten.“

Die Marktlage könnte sich am kommenden Wochenende für Bochum weiter verbessern. Der Zweitliga-Abstiegskampf brennt, nicht jeder Kicker wird mit seinem Verein den Gang in die 3. Liga antreten. Daraus könnten sich Optionen für den VfL ergeben. So hat der FSV Frankfurt zwar bereits Abwehrspieler Marc Hornschuh von Borussia Dortmund II unter Vertrag genommen – aber nur für die 2. Bundesliga.

15 Gegentore nach verlorenen Kopfballduellen

Unbedingt in den Griff bekommen muss Trainer Gertjan Verbeek das Defensiv-Verhalten seiner Mannschaft. Bei der St.-Pauli-Schlappe (1:5) stieg die Anzahl der Treffer, die aus verlorenen Kopfballduellen resultieren, auf 15 Stück. „Bei der Lufthoheit müssen wir in der neuen Saison ansetzen“, pflichtet Christian Hochstätter bei.

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Allerdings sieht er die Schuld nicht in erster Linie bei den Innenverteidigern. „Wir verteidigen als Kollektiv, immer wenn das funktioniert hat, haben wir weniger Tore kassiert“, führt der Ex-Nationalspieler vor Augen und merkt an: „Wir hatten in St. Pauli fünf eigentliche Kopfballspieler auf dem Platz, die um die 1,88 m groß sind. Es ist eher eine Frage der Konzentration und der Aufmerksamkeit. In diesem Punkt sind wir zu nachlässig.“

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