Ismail Atalan: "Wir wollen immer offensiv agieren"

VfL stellt neuen Coach vor

Rund zweieinhalb Stunden nachdem der VfL Bochum die Trennung von Cheftrainer Gertjan Verbeek am Dienstag offiziell bestätigt hat, stellte Sportvorstand Christian Hochstätter in Ismail Atalan bereits den neuen Coach vor. Der Münsterländer erhält einen Vertrag bis 2019. Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz.

Bochum

, 11.07.2017, 13:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ismail Atalan: "Wir wollen immer offensiv agieren"

Trainer Ismail Atalan von den Sportfreunden Lotte. Foto: Guido Kirchner/Archiv

Christian Hochstätter über ...

... die Trennung von Gertjan Verbeek: Wir sind hier auf der Pressekonferenz und stellen den neuen Trainer vor. Ich werde mich dazu nicht äußern. Mit der Pressemitteilung hat der Verein alles gesagt. Spekuliert wird sowieso, ob ich etwas sage oder nicht. Ich bedanke mich bei Gertjan Verbeek für zweieinhalb Jahre fantastische Arbeit. Aber es geht jetzt weiter.

 

... den Zeitpunkt der Trennung: Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt. Natürlich kann ich verstehen, dass es Menschen gibt, die fragen: 'Warum jetzt?' Es ist nun mal so gewesen, dass für uns Mitte/Ende vergangener Woche der Zeitpunkt gekommen war und wir gesagt haben: 'Jetzt müssen wir handeln'. Aber es gibt Dinge, die wir intern behandeln und nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.

... weitere Veränderungen im Trainerstab: Der Co-Trainer aus Lotte wird aller Wahrscheinlichkeit mitkommen. Ansonsten wird der Trainerstab wohl so bleiben, das schließt auch Jan de Jonge ein.

 

... den neuen Trainer: Der VfL Bochum hat eine Philosophie und nach dieser Philosophie suchen wir die Trainer aus. Ismail Atalan weiß, was wir erwarten. Wir haben uns im Januar mal bei mir im Büro getroffen. Seine Art und Weise,  wie er hat spielen lassen, ist mir in Lotte aufgefallen. Ich habe mir zu der Zeit noch keine Gedanken gemacht, ob er irgendwann einmal der Nachfolger von Gertjan Verbeek sein kann. Aber als Sportvorstand hat man die Verpflichtung sich umzuhören und Menschen kennen zu lernen. Wir haben vor zwei Jahren angefangen, eine neue Philosophie in den Verein zu tragen. Ich traue Ismail Atalan zu, diese noch zu verbessern. Er ist unverbraucht. Die Art, wie er Lotte geführt hat - das spricht für ihn. Ich musste nicht lange überlegen.

 

... das Saisonziel: Das Saisonziel hat sich nicht verändert. Wir sind von der Qualität unseres Kaders überzeugt. Wir wollen oben mitspielen. Um aufzusteigen braucht man auch das notwendige Quäntchen Glück. Aber das muss nach wie vor unser Ziel sein. Unsere verletzten Spieler sind zurück. Ich glaube, dass wir uns gut verstärkt haben. 

 

Ismail Atalan über ...

... die erste Kontaktaufnahme: Gestern gab es den ersten konkreten Kontakt mit finalen Gesprächen. Ich war schon auf dem Weg Richtung Manchester. Dort wollte ich ja hospitieren (Anm. d. Red. unter Pep Guardiola bei Manchester City). Schon im Januar hatten wir aber ein Kennenlerngespräch. Dass ein Verein wie Bochum auf mich aufmerksam wurde, hat mich beeindruckt. Es war am Ende keine schwierige Entscheidung. Bochum ist ein Verein, der Ambitionen und Ziele hat. Der VfL ist ein Verein, der mir zuspricht. 

 

... die Mannschaft: Ich glaube, dass es die Aufgabe eines jeden ambitionierten Trainers ist, sich mit der ersten und zweiten Liga zu beschäftigen. Ich hatte die Vereine immer im Auge. Ich kenne also auch Bochum schon, bin mit dem Kader schon vertraut. Wenn man einen Verein hat, von dem man beeindruckt ist, verfolgt man den natürlich auch. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns alle besser kennen lernen - nicht nur fußballerisch, auch menschlich. 

Der neue Coach ist @anneCastroper angekommen. Antritts-PK von Ismail #Atalan. #meinVfLpic.twitter.com/Ud5zH1V1k2

— VfL Bochum 1848 e.V. (@VfLBochum1848eV)

... seine Vorstellung von Fußball: Ich glaube einfach, dass es generell von meiner Seite aus immer aktiven Fußball geben muss. Wir wollen immer offensiv agieren. Das ist wohl auch einer der Gründe dafür, warum ich hier sitze. Ich liebe diese Art von Fußball. Ich stelle mir nämlich auch immer vor, dass ich Fan bin und ob ich zufrieden wäre mit dem, was ich sehe. Wir wollen dominanten Fußball spielen, Gegner sehr früh unter Druck setzen und bei Ballbesitz Ideen entwickeln.

 

... die Familie: Ich brauche mit dem Auto nach Bochum genauso lange wie nach Lotte. Meine Familie unterstützt mich komplett. Da gab es keine großen Diskussionen. Im Gegenteil: Sie wollten unbedingt, dass ich das hier mache.

 

... die Lücke, die er in Lotte hinterlässt: "Es ist klar, dass so ein Entscheidung emotional immer schwer fällt. Wir haben mit dieser Truppe so viel geleistet. Es ist auch für den Verein nicht einfach. Aber es ist vor der Saison klar formuliert worden, dass - wenn ich die Möglichkeit bei einem Verein bekomme, der mir zuspricht - auch wechseln kann. Diese Chance hat mir Lotte gegeben. Und dafür bin ich dankbar. Der Zeitpunkt ist ungünstig, aber als Trainer hat man nicht immer die Wahl, den günstigsten Zeitpunkt auszusuchen.

das Vorbereitungsprogramm bis zum Auftakt gegen St. Pauli: Der Schwerpunkt liegt jetzt darauf, wie sich die Jungs im Training präsentieren. Welches Personal ich habe, welche Qualität die Jungs haben, das habe ich natürlich im Hinterkopf. Aber das System wird davon abhängig sein, welche Leistung sie mir anbieten. Ich werde mir das Training ganz genau anschauen und danach erst entscheiden. Ich habe das Glück, dass ich mit Lotte schon gegen St. Pauli spielen konnte (Anm. d. Red. Am 1. Juli unterlegen die Sportfreunde Lotte in einem Testspiel gegen St. Pauli mit 0:1.). Deshalb kann ich sie ganz gut einschätzen.

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