Nur Platz elf: Ist der VfL Bochum unaufsteigbar?

Pro & Kontra

Seit dem Abstieg 2010 gibt der VfL Bochum den Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga als Ziel aus. Gelungen ist das bis dato nicht. Aktuell befindet sich der VfL im Mittelfeld der 2. Liga, er hat zwei Trainer gefeuert und viel Unruhe im Klub. Ist der VfL Bochum unaufsteigbar?

BOCHUM

, 16.10.2017, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur Platz elf: Ist der VfL Bochum unaufsteigbar?

Kennt er den Weg nach oben? VfL Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter.

Ja, Bochum ist unaufsteigbar - Zu viel Unruhe

Mit aller Macht will der VfL Bochum zurück in die Beletage des deutschen Fußballs. Wer diesen Anspruch formuliert, der muss sich dann auch an selbigem messen lassen. Gelang in der ersten Zweitligasaison nach dem Abstieg immerhin das Erreichen der Relegation, so sprechen die Plätze 11, 14, 15, 11, 5 und 9 in den Folgejahren eher für das Prädikat „Graue Maus“ als für den Stempel „Aufstiegsfavorit“.

In dieser Saison schienen die Chancen auf einen Aufstieg realistisch. Top-Favoriten, wie der VfB Stuttgart und Hannover 96 in der abgelaufenen Spielzeit, waren nicht auszumachen. Doch wer selbst in einer vermeintlich ausgeglichenen Liga keine Konstanz zeigt, der bleibt eben nur zweitklassig. Warum sich das in Zukunft ändern sollte, ist nicht ersichtlich.

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Ständige Wechsel auf der Cheftrainerposition und andauernde Querelen, wie die jüngste Posse um die Suspendierung von Kapitän Felix Bastians, lassen auch weiterhin nicht darauf schließen, dass der Verein zu der Ruhe kommt, die es braucht, um die vordersten Plätze in Angriff zu nehmen. Die Verantwortlichen des Vereins haben es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, die Unruhe im Klub und im Umfeld zu bekämpfen.

Bleibt das künftig so, werden aus den einst Unabsteigbaren die Unaufsteigbaren.

Von Matthias Henkel

Nein, der VfL Kann aufsteigen - Kohle bringt Klasse

Klappern gehört zum Handwerk. Geklappert hat der VfL in diesem Sommer – und das Ziel Aufstieg formuliert. Ein keineswegs utopisches Ziel, aber dafür muss sich einiges ändern.

Von den jüngsten Querelen abgesehen, sieht es nach langen Jahren finanziell besser aus. Doch trotzdem hat der VfL noch immer an Altlasten von einst über 7,5 Millionen Euro Schulden zu knabbern. Wer kein Geld hat, muss Spieler finden, die ablösefrei sind. Davon hat Manager Christian Hochstätter in der Vergangenheit jede Menge an Land gezogen – und hatte oft ein gutes Händchen.

Freilich sind ablösefreie Akteure nicht immer erste Wahl. So hat der VfL einige Spieler, die ihr Potenzial selten über 90 Minuten abrufen. Das ist eine Mentalitätsfrage, an der vor Coach Ismail Atalan schon Gertjan Verbeek gescheitert ist.

Natürlich muss der VfL seine chaotische Außendarstellung, an der Hochstätter nicht schuldlos ist, in den Griff bekommen. Doch das darf nicht überdecken, dass sich der Sportvorstand bei Spieler-Verpflichtungen nach der Decke strecken musste und dabei gut gearbeitet hat.

Damit der große Wurf gelingen kann, muss der Kader besseres Niveau bekommen. Das Geld dafür soll nach der Ausgliederung der Profi-Abteilung durch Investoren fließen. Passiert das, wird der VfL aufsteigbar.

Von Ralf Rudzynski

 

 

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