Stüber: VfL bleibt "anne Castroper"

1455 Fans beim Legenden-Spiel

Seit 100 Jahren wird an der Castroper Straße Fußball gespielt. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. "Wir gehen hier nicht weg", lautete die nicht nur für die Fans wichtigste Aussage des VfL-Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Stüber.

BOCHUM

von Von Uli Kienel

, 09.10.2011, 14:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stüber: VfL bleibt "anne Castroper"

Legenden im Einsatz: Diese Szene zeigt die Zweifach-Torschützen Michael Rzehaczek (li.) und Dariusz Wosz (re.) sowie den ehemaligen VfL-Kapitän Thomas Zedebel.

Sechs Tage lang feierte der VfL Bochum das spektakuläre Jubiläum mit Verstaltungen in der Stadt sowie im und am Stadion. Sportlicher Höhepunkt war dabei am Samstagabend das Spiel der Legenden, bei dem 1455 Zuschauer noch einmal die jüngere Sportgeschichte des VfL Bochum in einem 2x30 Minuten dauernden Match auf dem Stadionrasen erleben durften.

Die "Katze" lief auf, "Stickinho" zauberte, ebenso die "Zaubermaus". "Ratschi" war dabei, der "Alpenbomber" trug noch einmal das VfL-Trikot und der Holländer flog spektakulär durch den Strafraum. Herausragend auch die Leistungen der Trainer: Hermann Gerland hielt es in der Schlussphase nicht mehr auf der Bank. Obwohl schon im guten Zwirn für den anschließenden Festabend, grätschte der "Tiger" dazwischen und wälzte sich über den Rasen. Amtskollege Peter Neururer sah in einer ersten Analyse die Schuld für die 1:4-Niederlage ausschließlich bei seiner Mannschaft, die sich an keine taktische Anweisung gehalten und wie Kraut und Rüben gespielt habe. Neururers Trost: "Es ist bitter, im eigenen Stadion zu verlieren. Aber wenn, dann wenigstens gegen die eigene Mannschaft."

Rund 600 Gäste feierten anschließend in der rewirpower-Lounge den Ball der Legenden, wie diesmal die dritte Halbzeit - dem Anlass entsprechend - vornehm umschrieben wurde. Ernst-Otto Stüber nannte in diesem Rahmen stellvertretend drei langjährige Mitarbeiter, die prägend sind für das familiäre Innenleben, das dem VfL bis heute einen besonderen Charakter verleiht: Werner Hoffmann, "Bubi" Keberle und Vorstandssekretärin Christa Ternow, die in dieser Woche ihr 40-jähriges Dienstjubiläum feierte und von allen VfL-Legenden eine Rose überreicht bekam.

Danach wurde gefeiert. Zunächst mit einer kleinen Revue im Stadion, in der die 100 Jahre musikalisch aufgearbeitet wurden, dann mit Partymusik bis in den frühen Morgen. Ganz vorne mit dabei der "fliegende Holländer" Rein van Duijnhoven, der schon bei der Kneipentour am Donnerstag großen Spaß hatte und stolz verkündete: "Ich habe noch nie eine dritte Halbzeit verloren."